
Nordische Ski-WM Langläuferinnen in dramatischem Finish zu WM-Bronze
Große Kulisse für die Langläuferinnen bei der Nordischen Ski-WM in Trondheim. Tausende Fans feuerten die Athletinnen bei der Staffel-Entscheidung über die 4x7,5 Kilometer an. Victoria Carl sprintete für das DSV-Quartett am Ende zu Bronze vor Finnland. Spannend war auch das Finish um Gold, das sich Schweden (Emma Ribom, Frida Karlsson, Ebba Andersson und Jonna Sundling) sicherte. Silber ging an Norwegen.
Bis zum dritten Wechsel hatten die Norwegerinnen das Rennen am Freitag (07.03.2025) klar dominiert. Dann schob sich Schweden mit Topläuferin Jonna Sundling an die Spitze. Im Schlusssprint um Gold und Silber hatte die 30-Jährige dann die Skispitzen vor Norwegens Schlussläuferin Kristin Fosnaes.
Jubeln konnte auch das DSV-Quartett. Auf der Zielgeraden ließ sich Victoria Carl Bronze nicht mehr nehmen. Im Schlusssprint distanzierte sie die Finnin Jasmi Joensuu. "Wir hatten heute super Material", lobte Carl nach dem Rennen die Techniker.
Das deutsche Quartett bestand aus Pia Fink, Katharina Hennig, Helen Hoffmann und Victoria Carl. Startläuferin Fink fand das Mitfiebern fast so anstrengend wie ihren Lauf: "Heute hat es mich doch einige Neven gekostet beim Zuschauen." Auch Bundestrainer Peter Schlickenrieder zeigte sich in der Sportschau erleichtert: "Jeder hat sein Herz auf die Ski gepackt", sagte der 55-Jährige und lobte: "Chapeau, Mädels. Das war heute große Kunst."
Fink stark, Weng setzt sich ab
Die ersten beiden Läuferinnen mussten die Strecke im klassischen Stil angehen. Lokalmatadorin Heidi Weng machte an der Spitze das Tempo und setzte sich in der zweiten Runde mit einem furiosen Antritt ab. Pia Fink und die Tschechin Janatova jagten hinterher und ließen den Abstand wieder schmelzen. Nur 2,7 Sekunden betrug der Vorsprung von Weng beim Wechsel nach 7,5 Kilometern auf Fink. "Ich bin wirklich voll zufrieden. Es war das erste Mal, dass ich Start gelaufen bin", so Fink.
Karlsson überholt Hennig
Nicht ganz so leicht fiel es Katharina Hennig, den Anschluss an die Norwegerin Astrid Oyre Slind zu halten. Dafür holte Schwedens Frieda Karlsson auf, die in der vierten Runde an Hennig vorbeizog und die Jagd auf Gold aufnahm. "Es war ein harter Fight", merkte Hennig nach ihrem Einsatz selbstkritisch an: "Es war ein solider", aber "kein Bombentag".
Unter lautstarkem Jubel schickte Slind Topstar Therese Johaug ins Rennen, das in der zweite Hälfte im Skating-Stil gelaufen wurde. Für Schweden ging Doppel-Weltmeisterin Ebba Andersson 30 Sekunden danach auf die Jagd. Hennig schickte Helen Hoffmann mit einem Rückstand von 41,8 Sekunden auf die Strecke.
Schweden schließt zu Norwegen auf
Youngster Hoffmann verlor allerdings weiter Zeit auf Norwegen und Schweden und musste die Finnin Krista Parmakoski vorbeiziehen lassen. "Es war auf jeden Fall richtig hart, es ist richtig tief", so Hoffmann. Sie setzte ihre Hoffnungen auf Victoria Carl, die den Druck hatte, Bronze zu holen. Auf Goldkurs lag weiter Norwegen mit einem Vorsprung von 37 Sekunden auf Schweden.
An der Spitze wurde es nocheinmal spannend, weil Jonna Sundling den Abstand auf Kristin Fosnaes schmelzen ließ und nach 26 Kilometern schließlich die Führung übernahm - und diese auch ins Ziel brachte. Carl sicherte dem DSV-Team schließlich Bronze.