
Sieg gegen Paderborn Braunschweig hat das Glück des Tüchtigen
Die Lage schien schon aussichtslos, zweimal lag Braunschweig gegen starke Paderborner zurück - um dann doch noch einen wichtigen Sieg zu feiern.
Eintracht Braunschweig schöpft im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga wieder Hoffnung, hat am Freitag nach großem Kampf mit 3:2 (1:1) gegen den Aufstiegskandidaten SC Paderborn gewonnen.
Richmond Tachie (44.), Rayan Philippe (71.) und Léon Bell Bell (78.) schossen den Sieg heraus, nachdem Filip Bilbija (26.) und Adriano Grimaldi (48.) Paderborn zweimal in Führung gebracht hatten.
Braunschweig beendet Sieglos-Serie
"Es war ein brutal schweres Spiel, wir hatten gerade in der ersten Halbzeit extrem Probleme gegen eine richtig gute Mannschaft, die ein super Positionsspiel hatte", sagte Braunschweigs Trainer Daniel Scherning der Sportschau. "Was uns heute ausgezeichnet hat, waren Herz, Leidenschaft, gute Wechsel. So haben wir uns das Spiel hinten raus noch einmal erkämpft und nicht ganz so unverdient dann den Dreier mitgenommen."
Braunschweig hatte zuletzt fünfmal in Folge nicht gewonnen, holte gegen Paderborn ohnehin den erst sechsten Saisonsieg im 28. Spiel. Die Eintracht bleibt auf dem Abstiegs-Relegationsplatz 16, schloss aber mit nun 27 Punkten zu Preußen Münster auf.
Bilbillas Kette und die Folgen
Für den Tabellenvierten Paderborn war die unglückliche Niederlage der nächste Rückschlag im Aufstiegsrennen nach dem 1:2 in der Vorwoche gegen den 1. FC Köln. Erneut brachten die Ostwestfalen eine Führung nicht ins Ziel und in Braunschweig ließen sie zahlreiche Chancen liegen.
"Wir hatten das Spiel 70 Minuten lang komplett in der Hand", sagte Paderborns Trainer Lukas Kwasniok. "Wir haben in beide Richtungen dafür gesorgt, dass vier Tore gefallen sind."
Grimaldi legt für Bilbija auf
Die favorisierten Paderborner hatten früh die erste dicke Gelegenheit. Aaron Zehnter, fleißigster Flankengeber der zweiten Liga, servierte den Ball von links maßgenau auf den Kopf von Grimaldi. Der Angreifer köpfte aus sechs Metern an die Latte - da war mehr drin. Grimaldi und Ilyas Ansah duften von Beginn an ran, weil Sven Michel und Marvin Mehlem ausfielen.
Auch in der Folge dominierte Paderborn das Spiel und belohnte sich in der 26. Minute. Eine erneute Flanke auf Grimaldi, dieses Mal von Laurin Curda, war der Ausgangspunkt. Grimaldi legte per Kopf zurück in die Mitte, wo Bilbija den Ball mit der Brust über die Linie drückte.
Bilbillas Kette wird Paderborn zum Verhängnis
Dass der Treffer nicht zu einer Pausenführung reichte, lag an zwei starken Braunschweiger Schüssen. Krauße zimmerte den Ball aus 18 Metern fulminant an die Latte, den Abpraller verwandelte Tachie volley über Torwart Manuel Riemann hinweg zum schmeichelhaften Ausgleich.
Trainer Kwasniok äußerte sich nach dem Spiel verärgert über eine kuriose Szene im Vorfeld: "Vor dem Freistoß, der zum 1:1 führt, verlieren wir mit Bilbilla einen Spieler, weil er noch ein Handkettchen anhatte." Bilbilla hatte offenbar vergessen, die Kette vor dem Spiel abzulegen. Und dem Schiedsrichterteam ist der auf dem Spielfeld verbotene Schmuck erst kurz vor der Pause aufgefallen. Bilbilla musste das Kettchen an der Seitenlinie ablegen und konnte dadurch kurze Zeit nicht mitmischen.
Bilbija legt für Grimaldi auf
Die Paderborner zeigten sich wenig beeindruckt und schlugen nach dem Seitenwechsel direkt wieder zu. Nach einer wunderbaren Kombination über Felix Götze und Bilbija schob Grimaldi den Ball ins rechte Eck, Ron Thorben Hoffmann konnte trotz Fingerspitzenkontakt nicht mehr abwehren.
Nur vier Minuten später parierte Hoffmann spektakulär gegen einen satten Schuss von Zehnter. Nur Sekunden darauf klärte Krauße einen Grimaldi-Kopfball auf der Linie - nur mit Glück überstand Braunschweig diese Phase ohne weiteres Gegentor.
Philippe beendet Durststrecke
Wie so oft im Fußball wurde eine schlechte Chancenausbeute bestraft, in diesem Fall durch Philippe. Paderborns Curda verlor den Ball im Aufbauspiel an Tachie, anschließend lief Philippe frei auf Riemann zu. Überlegt verwandelte der eingewechselte Franzose in die linke Ecke und beendete seine Durststrecke von 14 torlosen Zweitliga-Spielen. An den ersten 13 Spieltagen hatte Philippe noch neun Tore erzielt.
Nur sieben Minuten nach dem Ausgleich legte die Eintracht noch einen drauf, ging durch Bell Bells abgefälschten Schuss von der Strafraumkante sogar in Führung - es war Braunschweigs zweites Jokertor.
Grimaldi vergibt Riesenchance
Paderborn drängte daraufhin aus den Ausgleich, hätte ihn angesichts vieler guter Angriffe und Abschlüsse auch verdient gehabt. Andererseits - wer derart große Chancen liegen lässt wie Grimaldi in der 83. Minute frei vor Torwart Hoffmann, hat sich die Niederlage auch selbst zuzuschreiben.
Braunschweig in Hamburg, Paderborn gegen Düsseldorf
Braunschweig hat im Abstiegskampf ein schweres Restprogramm vor sich, trifft nun nach Paderborn auf zwei weitere Aufstiegskandidaten. Am Freitag, 11. April, spielt die Eintracht um 18.30 Uhr beim Hamburger SV, in der Folgewoche ist der 1. FC Kaiserslautern zu Gast (Samstag, 19. April, 13 Uhr). Paderborn spielt am Sonntag um 13.30 Uhr gegen Fortuna Düsseldorf, die Düsseldorfer sind im Aufstiegsrennen zurückgefallen.