
Umkämpfter Auswärtserfolg FC Bayern bezahlt Augsburg-Sieg teuer - Sorgen um Musiala
Der FC Bayern gewinnt in der Fußball-Bundesliga trotz Rückstand auch gegen den formstarken FC Augsburg, bezahlt diesen Sieg aber teuer: Torschütze Jamal Musiala musste verletzt ausgewechselt werden.
Seit 83 Tagen war der FC Augsburg ungeschlagen gewesen in der Fußball-Bundesliga. Auch gegen den FC Bayern führte die Mannschaft zunächst, musste sich am Ende aber mit 1:3 (1:1) geschlagen geben. Innerhalb von fünf Minuten verloren die Augsburger das Spiel und die Münchner einen ihrer wichtigsten Kräfte: Jamal Musiala musste verletzt ausgewechselt werden und droht für die Champions League auszufallen.
"Unter dem Strich ein Arbeitssieg, aber auch ein hochverdienter Sieg", befand Münchens Joshua Kimmich nach dem Spiel am Sportschau-Mikrofon. Auch zu Teamkollege Musiala äußerte sich Kimmich: "Wir müssen jetzt erstmal abwarten, dann schauen wir, was herauskommt. Generell tut uns jeder Ausfall weh. Es gibt jetzt keinen Spieler mehr im Kader, der nicht wichtig ist. Jeder muss bereit sein."
Musiala kontert Giannoulis' Traumtor
Vincent Kompany baute seine Startelf auf zwei Positionen um. Für Guerreiro verteidigte Stanisic hinten links. Außerdem rückte Palhinha anstelle von Goretzka ins Mittelfeld. Auch Thorup nahm zwei Änderungen in seiner Startelf vor. Essende startete in der Sturmspitze für Tietz, Jakic im Mittelfeld für Rexhbecaj. Beide Mannschaften legten vom Anstoß weg ein hohes Tempo an den Tag. Die Hausherren schoben hoch und pressten früh. Wenn sich die Münchner aus dieser räumlichen Umarmung mal befreien konnten, boten sich große Räume.
So dauerte es bis zur 19 Minute, ehe Leroy Sané mit einen Schuss ans Außennetz die erste Torannäherung verzeichnete. Fünf Minuten später meldete sich auch Augsburg an, Essendes flacher Schlenzer im Strafraum verfehlte aber das lange Eck (24.). Deutlich genauer zielte wenige Minuten später Dimitrios Giannoulis. Der Augsburger Linksverteidiger nahm eine Freistoßflanke links im Strafraum volley an, ließ Dier aussteigen und hämmerte den Ball sehenswert unter die Latte (30.).
Die Gäste taten sich wie so oft in den letzten Wochen schwer, ihre Überlegenheit im Ballbesitz zu nutzen. Kurz vor der Halbzeit traf dann aber Jamal Musiala nach Hereingabe des fleißigen Sané. Musialas ersten Versuch blockte die Augsburger Abwehr noch ab, bei Versuch zwei war FCA-Keeper Finn Dahmen dann aber machtlos (42.).
Musiala muss verletzt raus - Zesiger sieht Gelb-Rot
In Durchgang zwei kam das Team von Trainer Kompany deutlich besser aus der Kabine. Nur sieben Minuten nach Wiederbeginn traf Olise nach Sanés Flanke akrobatisch nur das linke Lattenkreuz (52.). Die Flanke flog an Jamal Musiala vorbei, der saß auf dem Boden. Nach dem Versuch, den Torwart anzulaufen oder besser anzuspringen, hielt er sich den Oberschenkel und ging zu Boden. Es ging nicht mehr weiter, Musiala musste von Betreuern gestützt den Platz verlassen. Für ihn kam Thomas Müller, für den im Sommer in München wohl Schluss ist.
Die Münchner wirkten kurz geschockt, bekamen durch eine Augsburger Aktion aber wieder Oberwasser. Der bereits gelbverwarnte Cedric Zesiger vertändelte an der Mittellinie den Ball und versuchte dann gegen Kane nachzusetzen. Die Leihgabe des VfL Wolfsburg spielte dabei den Ball, traf aber wohl auch Kane. Schiedsrichter Jöllenbeck entschied ohne Zögern auf Gelb-Rot (58.). Eine harte Entscheidung aus Sicht des FCA.
"Damit muss man leben", sagte Augsburgs Trainer Jess Thorup nach der Partie zum Platzverweis: "Nach der gelb-roten Karte war es schwierig. Bis dahin haben wir ein sehr gutes Spiel abgeliefert."
Sané betreibt weiter Eigenwerbung
Den aus Zesigers Foul resultierenden Freistoß führte Kimmich kurz auf Olise aus, der mit seiner Flanke mit links von der rechten Seite den Kopf von Kane fand. Der Torjäger köpfte aus kurzer Distanz zum 2:1 ein (60.). In der drängten die Bayern auf die Entscheidung. Erst scheiterte Kane an den Fäusten von Finn Dahmen (66.), kurz darauf blockte Augsburgs Matsima in letzter Sekunde gegen Sané (67.).
Die Gäste nutzten nun ihre numerische Überlegenheit und brachten das Augsburger Tor immer wieder in Gefahr. Augsburg kam nur noch einmal durch den eingewechselten Mergim Berisha zu einer Torgelegenheit. Die Hoffenheimer Leihgabe wurde aber noch von Minjae Kim beim Torschuss entscheidend gestört (90.+1).
Den Schlusspunkt setzte Leroy Sané, der in der Nachspielzeit links im Strafraum zum 3:1 in die lange Ecke traf (90.+3). Für Sané war es nach seiner Top-Leistung am letzten Wochenende die nächste überzeugende Vorstellung und weitere Eigenwerbung für einen neuen Vertrag.