
Chukwuemeka überragt 4:1 - Dortmund feiert Statement-Sieg in Freiburg
Borussia Dortmund hat beim SC Freiburg am Samstagnachmittag einen deutlichen Auswärtssieg gefeiert. Der BVB bringt sich damit in der Fußball-Bundesliga im Kampf um die Europapokal-Plätze wieder in Position.
Karim Adeyemi (34. Spielminute), Startelf-Debütant Carney Chukwuemeka (51.), Serhou Guirassy (68.) und Jamie Gittens (78.) trafen für den BVB zum ungefährdeten 4:1 (1:0)-Auswärtssieg, Maximilian Eggestein (88.) sorgte für den Freiburger Ehrentreffer. Die Dortmunder setzen den Aufwärtstrend nach dem Heimsieg gegen Mainz damit fort und tanken vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Barcelona (Mittwoch, 21 Uhr) Selbstvertrauen.
In der Bundesliga rückt der BVB bis auf einen Punkt an die siebtplatzierten Freiburger heran. "Wir gucken von Spiel zu Spiel", wollte BVB-Trainer Niko Kovac dem Sieg am Sportschau-Mikrofon aber nicht zu viel Bedeutung beimessen: "Es macht keinen Sinn, jetzt Parolen rauszugeben. Wir müssen die verbleibenden Spiele gewinnen - und dann werden wir sehen, was dabei herauskommt."
Lebhafte erste Hälfte zwischen SCF und BVB
Trainer Julian Schuster hatte seine Freiburger Elf auf gleich vier Positionen verändert und eine Reaktion auf die 1:2-Niederlage gegen Union Berlin in der Vorwoche gefordert. In der Tat gingen die Freiburger forsch in die Partie, attackierten Dortmund früh und erspielten sich über Patrick Osterhage und Vincenzo Grifo eine erste Gelegenheit. Der Schuss des Italieners aus kurzer Distanz wurde aber geblockt (9.).
Doch auch die Dortmunder, die wie in der Vorwoche mit Dreierkette antraten, kamen ordentlich in die Partie und entfachten über Maximilian Beier (4.), Daniel Svensson per Kopf (10.) und erneut Beier (25.) bereits in der Anfangsphase Torgefahr.
In der ausgeglichenen und unterhaltsamen Partie waren es die Dortmunder, die den ersten Wirkungstreffer setzten: Beier fälschte einen BVB-Abschluss unabsichtlich in Richtung seines Sturmpartners Adeyemi ab, der explosiv antrat, an Lukas Kübler vorbeiging und wuchtig ins kurze Eck abschloss. Freiburg war um eine Antwort noch im ersten Durchgang bemüht, doch die weitestgehend stabile Defensive der Dortmunder ließ bis zum Pausenpfiff nichts mehr zu.

Mit 110 km/h zum Führungstor: Karim Adeyemi von Borussia Dortmund
Erste dicke Chance für Freiburg direkt nach Wiederanpfiff
Keine 30 Sekunden waren im zweiten Durchgang gespielt, da tat sich die bis dato größte Freiburger Torchance auf: Lucas Höler verlängerte Grifos Flanke auf Ritsu Doan, der am wachsam aus seinem Tor eilenden Gregor Kobel scheiterte. Kurz darauf versuchte es Doan, erneut Freiburgs auffälligster Spieler, vergeblich aus der Distanz (48.).
Die Freiburger drängten auf den Ausgleich - doch der BVB schlug erneut zu. In der Folge eines Konters kam Debütant Chukwuemeka an den Ball und zog aus der Distanz ab. Philipp Lienhart fälschte unglücklich ab, sodass Florian Müller im Tor der Freiburger nur noch zusehen konnte, wie der Ball mittig ins Netz segelte.
"Es ist ein Stück weit symptomatisch, dass wir das 1:1 direkt nach der Halbzeit nicht machen", analysierte Freiburgs Trainer Schuster nach der Partie die kritische Phase zu Beginn des zweiten Durchgangs: "Im Gegenzug bekommst du dann nach einem einfachen Fehler ein abgefälschtes Gegentor - und das ist sinnbildlich für das Spiel heute."
Chukwuemeka leitet ein, Guirassy schießt 15. Saisontor
Freiburg schüttelte aber auch den zweiten Gegentreffer zunächst gut ab. Junior Adamu scheiterte aus der Nahdistanz am erneut stark reagierenden Kobel (54.), Doan schoss aus zwölf Metern knapp am Tor vorbei (57.). Und doch war es nicht der Nachmittag des SCF. Nach starkem Dribbling und anschließendem Steckpass von Chukwuemeka war Julian Brandt durch, der uneigennützig auf Guirassy querlegte. Dortmunds Top-Torjäger (jetzt 15 Treffer) schob problemlos zum vorentscheidenden 3:0 ein.
Für den auffälligen Chukwuemeka, Leihspieler vom FC Chelsea, hatte Trainer Kovac nach der Partie ein Sonderlob parat: "Er hat es richtig gut gemacht, nicht nur wegen seines Tores. Auch seine Art und Weise: Er ist sehr ballsicher, hat Ideen, hat sehr viel Übersicht. Das hat uns geholfen."
Gittens trifft für Dortmund nach Einwechslung
Bei den Freiburgern machte sich Frust breit, Dortmund gab die Führung spürbar Sicherheit. Julian Ryersons Flanke durfte der eingewechselte Gittens beinahe ungestört einköpfen - es wurde nun richtig bitter für die Gastgeber. Torwart Müller konnte sich kaum auszeichnen, weil der BVB anders als in den vergangenen Wochen extrem effizient auftrat.
Eggestein traf in der Schlussphase nach Doans Vorarbeit noch sehenswert zum Ehrentreffer, echter Jubel kam beim SC jedoch nicht mehr auf. Freiburg ist nun seit fünf Spielen sieglos, der BVB feierte seinen höchsten Auswärtssieg der laufenden Bundesliga-Saison.
Dortmund fährt zum FC Barcelona
Für Freiburg geht es am kommenden Spieltag nach Gladbach (Samstag, 13.04., 15.30 Uhr). Später am Tag ist Dortmund im Topspiel in München zu Gast (18.30 Uhr). Zuvor wartet auf den BVB allerdings ein echter Kracher: Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League treten die Dortmunder am Mittwochabend (21 Uhr) beim FC Barcelona an.