Die DFB-Fußballerinnen jubeln in Schottland

Nations League der Frauen DFB-Sieg in Schottland - Die Null ist der Star

Stand: 04.04.2025 23:51 Uhr

Deutschlands Fußballerinnen schießen gegen Schottland vier Tore - aber freuen sich vor allem über eine gemeinsame Abwehraktion.

Kurz vor Schluss, die Siegerinnen stehen beim Stand von 4:0 für Deutschland im schottischen Dundee längst fest, ist der Ball noch einmal im deutschen Strafraum. Kapitänin Giulia Gwinn wirft sich in den Schuss von Erin Cuthbert, wehrt ihn ab. Der Abpraller landet sechs Meter vor dem Tor bei Lauren Davidson, sie zieht ab - und Ann-Katrin Berger lenkt den Ball noch an die Latte.

Es ist diese Szene, die Christian Wück nach dem 4:0 (2:0)-Sieg in Schottland in der Nations League hervorhebt. "Man hat gesehen, wie sich alle gefreut haben", sagte der Fußball-Bundestrainer der Sportschau. "Das ist ein wichtiger Punkt für uns, dass wir merken, dass wir zu Null spielen können, wenn wir alle zusammenhalten."

Für die Tore sorgten am Freitagabend Elisa Senß (1.), Sophie Howard (21., Eigentor), Cora Zicai (57.) und Lea Schüller (59.), das DFB-Team festigte mit dem zweiten Sieg im dritten Spiel die Tabellenführung. Am Dienstag (17.45 Uhr) kommt es in Wolfsburg zum Rückspiel gegen Schottland, live zu sehen im Ersten und erstmals auch im Kinderkanal KiKa.

Deutschland gegen Schottland, am 08.04. ab 17.15 Uhr

Sportschau, 08.04.2025 17:15 Uhr

Sophia Kett debütiert

Mehr Stabilität - das war nach zuletzt schwächeren Defensivleistungen Wücks Hauptwunsch für die Partie in Dundee. Er hatte allerdings wenig Auswahl in der Abwehr, weil Kathrin Hendrich und Rebecca Knaak verletzt fehlten und Sara Doorsoun noch nicht fit genug war für die Startelf. Wück setzte in der Innenverteidigung auf Sophia Kleinherne und Janina Minge und verhalf links hinten der 20-jährigen Münchnerin Franziska Kett überraschend zu ihrem ersten Länderspiel.

"Wir sind zufrieden", sagte Wück über Kett. "Es gibt noch Luft nach oben. Man hat schon gemerkt, dass sie den ein oder anderen leichten Fehler gemacht hat, den sie auch machen darf. Aber sie war mutig, hat versucht, die Wege nach vorne zu gehen und hat einige Konter gefahren." Kett selbst sagte, sie sei einfach glücklich. "Beim Debüt direkt in der Startelf - da kann man sich nichts Besseres wünschen, auch mit einem 4:0."

DFB-Trainer Wück - "Wir sind auf dem richtigen Weg"

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Wück sprach zudem ein "großes Kompliment an die komplette Abwehr" aus, schwärmte von Kampf, Zusammenhalt und "wie sie sich in die Zweikämpfe geworfen haben". Über die Null freue er sich mehr als über die drei Punkte.

Führung nach 55 Sekunden

Das deutsche Team hatte einen perfekten Start erwischt, traf schon nach 55 Sekunden. Nach einer flach an den 16er gespielten Ecke verstolperte Debütantin Kett den Ball fast, gab ihn dann weiter zu Senß. Mit der Zwischenstation Gwinn landete der Ball erneut bei Senß - und von der Strafraumkante traf sie sehenswert ins linke obere Eck.

Der frühe Treffer gab jedoch keine Sicherheit, stattdessen bestimmten die Schottinnen das Geschehen. Sie gewannen viele Zweikämpfe und nutzten die Lücken im deutschen Mittelfeld. In der 20. Minute kamen sie auch gefährlich zum Abschluss, Eilidh Adams köpfte aber neben das Tor.

Kapitänin Gwinn - "Es ist noch nicht alles perfekt"

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Ausgerechnet Howard hilft Deutschland

Der Treffer fiel dann auf der anderen Seite - und Schottland half kräftig mit. Nach einem Konter über Linda Dallmann passte Jule Brand von rechts flach vors Tor. Torhüterin Lee Gibson hätte den Ball aufnehmen können, aber Sophie Howard grätschte dazwischen und traf ins eigene Tor.

Ausgerechnet Howard, könnte man sagen. Die 31-Jährige ist in Hanau geboren und hat für Hoffenheim und die deutsche U20-Nationalmannschaft gespielt. Nach zwei Spielen für Englands U23 debütierte sie 2017 für Schottland - was sie als Enkelin eines Schotten durfte. Seither hat sie 57 Länderspiele bestritten.

Viele Fehler auf holprigem Rasen

Auch mit dem Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken blieb das klar favorisierte deutsche Team hinter seinen Möglichkeiten zurück. Bundestrainer Wück wirkte an der Seitenlinie schwer unzufrieden, gestikulierte und rief Kommandos. Kaum Ideen in der Offensive, Lücken im defensiven Mittelfeld - Grund zum Ärgern hatte Wück genug.

"Wir haben sehr viele leichte Fehler im Passspiel und im ersten Kontakt gehabt, weil der Rasen ziemlich holprig war", sagte Wück.

Wieder ein Jokertor

Zur zweiten Halbzeit brachte Wück Zicai für Klara Bühl ins Spiel - und hatte wie schon zuletzt beim 4:1 gegen Österreich ein gutes Händchen. Zwölf Minuten nach Wiederanpfiff eroberte Brand den Ball auf der rechten Seite, Dallmann trieb den Konter voran und bediente Zicai, die von halblinks präzise in die rechte Ecke traf. Die 20 Jahre alte Freiburgerin traf damit im dritten Länderspiel zum zweiten Mal.

Nur zwei Minuten später sprintete Schüller nach einem Pressschlag im Mittelfeld allein auf das schottische Tor zu und tunnelte Torfrau Gibson zum nächsten Treffer.

Das Spiel war entschieden, blieb aber munter mit mutigen Schottinnen. Einen Ehrentreffer hätten sie sich verdient gehabt - aber Gwinn und Berger hatten etwas dagegen.

KIKA-Kommentar - DFB-Frauen gegen Schottland, am 08.04. ab 17.30h

Sportschau, 08.04.2025 17:30 Uhr