
Länderspiel in der Nations League DFB-Fußballerinnen in Schottland - Wück und das Zauberwort
Deutschlands Fußballerinnen treffen heute in der Nations League in Dundee auf Schottland. Es ist das viertletzte Spiel vor der Europameisterschaft im Sommer. Bundestrainer Christian Wück erhofft sich zum einen Verbesserungen im Defensivverhalten - und zum anderen wichtige Erkenntnisse für die Kadernominierung bei seinem ersten Turnier mit den DFB-Frauen.
Seit mehr als 600 Jahren wird in St. Andrews an der schottischen Küste abgeschlagen, der kleine Ort gilt als weltberühmte Heimat des Golfsports. Das Teamhotel der DFB-Fußballerinnen liegt direkt am legendären "Old Course", dies würde Golf-Fans ehrfürchtig werden lassen, die Fußballerinnen allerdings zog es direkt nach der Ankunft ans Meer - zwischen diesem und ihrem Hotel liegt nur der Golfplatz.
"Wir sind direkt runtergelaufen zum Strand und haben dann ein bisschen Ärger bekommen, weil wir über den Golfplatz gelaufen sind. Wir dachten halt, das sei der direkte Weg", erzählt Mittelfeldspielerin Linda Dallmann im Sportschau-Interview.
Wück fordert mehr Stabilität
Auch Bundestrainer Wück hat am so renommierten Grün eher wenig Interesse, in St. Andrews gefällt es ihm dennoch: "Wir haben schönes Wetter mitgebracht, von daher sind die Bedingungen optimal. Wir freuen uns alle riesig auf das Spiel, wir wollen den nächsten Schritt gehen."
In den vorherigen beiden Nations-League-Partien hatte Deutschland sowohl beim 2:2 in den Niederlanden als auch beim 4:1 gegen Österreich begeisternden Offensivfußball gezeigt, aber auch eklatante Schwächen in der Defensive offenbart.
"Stabil - das ist das Zauberwort, das uns zuletzt gefehlt hat", sagt Wück. "Wir müssen es schaffen, ein stabiles Spiel abzuliefern und trotzdem dominant zu sein. Diese Mischung haben die Mädels bislang noch nicht so drin, wie ich mir das eigentlich vorgestellt hatte."
Doorsoun fällt verletzt aus
In der Abwehr musste er auch verletzungsbedingt oft umstellen. Besonders die Innenverteidigung, in der jetzt Sara Doorsoun wegen muskulärer Probleme ausfällt, scheint für die EM noch nicht optimal aufgestellt.
Wück sieht indes das ganze Team gefordert: "Wir haben die individuelle Qualität auf vielen Positionen. Aber wenn wir mutig spielen, müssen wir gleichzeitig so kompakt agieren, dass diese langen Bälle, die unseren Innenverteidigerinnen Probleme bereitet haben, nicht zustande kommen."
"Die Leistungen in den beiden Spielen gegen Schottland sind wesentlich."
— Bundestrainer Christian Wück
Schottland mit Starspielerin Caroline Weir
Schottland hat in der Nations League gegen die Niederlande und gegen Österreich verloren . Bekannteste Spielerin ist Caroline Weir von Real Madrid, die zuletzt mit zwei Treffern wesentlich zum Überraschungssieg ihres Teams im spanischen Classico gegen den FC Barcelona beigetragen hat. Wück sieht auch andere Spielerinnen auf Top-Niveau: "Die Stärken der Schottinnen liegen im Mittelfeld. Das ist ihr Glanzstück, da müssen wir aufpassen. Sie sind sehr ballsicher, können schnell umschalten, darauf bereiten wir unser Team vor."
Dallmann erwartet, dass die Schottinnen robust spielen und kompakt verteidigen. "Wir dürfen die Geduld nicht verlieren, wir müssen unermüdlich versuchen, uns durchzukombinieren. Irgendwann platzt der Knoten dann schon."
Kampf um die EM-Kaderplätze
Im Tennadice Park von Dundee, 20 Kilometer von St. Andrews entfernt, spitzt sich heute Abend (20.35 Uhr) drei Monate vor dem Beginn der Europameisterschaft der Kampf um die Kaderplätze zu.
"Ich habe der Mannschaft gesagt, dass jede Spielerin, die hier ist, auch die Möglichkeit hat, beim Turnier dabei zu sein", so der Bundestrainer. "So sollen sie auch an die Sache rangehen, sie sollen versuchen, ihre Chancen zu nutzen. Die Leistungen in den beiden Spielen gegen Schottland sind wesentlich." Bereits vier Tage später trifft das Team in Wolfsburg erneut auf Schottland.
Auf die Frage, wo er sein Team auf dem Weg zur optimalen EM-Form auf einer Skala von eins bis zehn einsortieren würde, antwortete Wück am Donnerstag: "Wenn man über eine Skala reden möchte, dann würde ich mal eine 6,5 bis 7 angeben." Es gibt also noch viel Steigerungspotential, es bedarf noch Fußball-Feinschliffs in der Heimat des Golfsports. Aber bitte das Grün nicht betreten!
Dieses Thema im Programm:
Sport aktuell | 04.04.2025 | 20:35 Uhr