Jamal Musiala sitzt verletzt am Boden

Einsatz gegen Inter unwahrscheinlich FC Bayern bangt um Musiala - "Hoffentlich nicht so schlimm"

Stand: 05.04.2025 00:01 Uhr

Der FC Bayern gewinnt gegen den FC Augsburg, verliert aber Jamal Musiala. Der Offensivmann verletzt sich am Oberschenkel und droht länger auszufallen. Trainer Vincent Kompany setzt auf die Stärke des Kaders.

Von Victor List

In der 52. Minute passierte es. Jamal Musiala lief Augsburgs Schlussmann Finn Dahmen an und versuchte, diesen am Abschlag zu hindern. Dabei sprang der Münchner in Richtung des Balls und als er wieder landete merkte er sofort: Hier war etwas kaputt gegangen. Sofort griff er sich an den Oberschenkel und ging zu Boden. Anschließend musste er von Betreuern gestützt den Rasen verlassen.

Eine Diagnose stand nach Abpfiff noch aus. Harry Kane, der Musiala sofort getröstet hatte, versuchte sich in einer Ferndiagnose. "Es sieht nach den Harmstrings (Oberschenkel Anm. d. Red) aus", sagte er bei "DAZN". Was allen sofort klar war, geschieht nicht ein medizinisches Wunder, fällt Musiala wohl länger aus.

Kimmich: "Krass, was wir für Verletzungen haben"

"Es ist natürlich extrem bitter", fasste Kapitän Joshua Kimmich die Situation zusammen. Es sei "schon krass, was wir für Verletzungen haben momentan." Nach Hiroki Ito (Mittelfußbruch), Dayot Upamecano (Knorpelschaden) und Alphonso Davies (Kreuzbandriss) droht - je nach Härtegrad der Verletzung - der nächste langfristige Ausfall bei einem absoluten Topspieler.

Musiala wurde direkt von den Betreuern in die Kabine gebracht, konnte selbst nicht mehr richtig auftreten. "Hoffentlich ist es nicht so schlimm, wie es aussieht", befand Kane nach Abpfiff und sprach damit vermutlich allen Anhängern des FC Bayern aus der Seele.

Am Dienstag wartet Inter Mailand im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League. Angesichts der Bilder am Freitagabend in Augsburg wird Musiala diese Partie ziemlich sicher verpassen. "Die Optionen, die wir haben, haben wir schon einige Male gezeigt. Wir haben schon oft ohne Jamal gespielt", kommentierte Kompany auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Kompany und Kimmich nehmen den Kader in die Pflicht

"Jetzt müssen wir schauen, dass wir das mit dem Kader lösen", gab Kompany nach Abpfiff einen Lösungsansatz für den immer deutlich werdenden Personalnotstand beim FC Bayern. Auch Kimmich nahm im Sportschau-Interview den Kader in die Pflicht: "Wichtig ist, dass jeder Einzelne ein Bewusstsein entwickelt, wie wichtig er für die Mannschaft ist." Jeder im Kader müsse merken, "dass er gebraucht wird. Es gibt keinen Spieler 25, der nicht zum Einsatz kommt. Jeder muss hart arbeiten."

Sportschau, 04.04.2025 23:51 Uhr

Auch Kane hatte erkannt: "Es geht jetzt ums Team und um die Mannschaft. Wir brauchen jetzt jeden." Doch Kompany wollte weiterhin "nicht jammern". Ziel müsse weiterhin sein, jedes Spiel gewinnen zu wollen, blieb der Coach bei seiner Linie. "Alle Spieler, die zur Verfügung stehen, müssen auch mental bereit sein, ihre Rolle zu spielen." Kimmich ergänzte, "dass alle Jungs hungrig und bereit" sein müssten.

Ersetzt Müller Musiala - Wende im Vertragspoker?

In Augsburg fing Kompany den Musiala-Ausfall mit Thomas Müller auf. Ausgerechnet Thomas Müller, mag mancher denken, für den es allem Anschein kein neues Arbeitspapier beim FC Bayern mehr gibt. Im Sommer soll Schluss sein für das bayerische Urgestein und die Identifikationsfigur der Münchner.

Wohl auch, weil Müller - hätte sich Musiala nicht nach knapp einer Stunde schon verletzt - wohl wieder nur maximal die letzten Minuten Spielzeit bekommen hätte. So durfte der 35-Jährige sich mehr als eine halbe Stunde lang zeigen. Sein Arbeitsnachweis war dann aber eher dürftig. Stets bemüht wie eh und je. Große Torgefahr strahlte Müller dabei nicht aus.

Das kann sich in den nächsten Wochen aber noch ändern. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Müller Musiala auch Dienstag gegen Inter Mailand vertreten - und vielleicht auch noch länger.

Kompany will Chance in Champions League und Bundesliga nutzen

Kompany klang auf der Pressekonferenz nach dem Spiel schon wieder deutlich kämpferischer: "In den nächsten Spielen in der Bundesliga und in der Champions League wollen wir einfach unsere Chance nutzen. (...) Deswegen dürfen wir nicht zu viel von solchen Geschichten, die manchmal schade sind, mitnehmen", befand der 38-jährige Belgier. Man müsse nun eher Stärke daraus ziehen, "aus den Momenten, die wir schon gelöst haben. Das war schon einiges".

In den nächsten Wochen kann der Kader des FC Bayern und dessen Trainer Vincent Kompany seine Resilienz beweisen - wohl ohne Jamal Musiala.