08.03.2025, Norwegen, Trondheim: Ski nordisch: Weltmeisterschaft, Kombination, Einzel, Großschanze/10 km, Herren, Langlauf. Eric Frenzel, Bundestrainer der Kombinierer, gibt seinen Athleten einen Zwischenstand an der Strecke. Foto: Hendrik Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Sportart kämpft um Fortbestand Zukunft der NoKo - Viel Bewegung unterm Damoklesschwert

Stand: 04.04.2025 15:06 Uhr

Die ungeklärte Zukunft als olympische Sportart schwebt wie ein Damoklesschwert über den Nordischen Kombinierern. Bundestrainer Eric Frenzel hofft auf eine positive Entscheidung und betont die Bemühungen, seine Sportart noch attraktiver zu machen.

Von Wolfram Porr

2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo werden die Nordischen Kombinierer auf jeden Fall noch einmal um olympisches Edelmetall kämpfen. Für die Zeit danach ist die Entscheidung allerdings noch nicht gefallen. Ob die "NoKo" auch 2030 und darüber hinaus olympisch bleibt, wird wohl im kommenden Jahr entschieden.

NoKo hat ihre "Hausaufgaben" gemacht

Ihre "Hausaufgaben" hat die Sportart, in der Deutschland so erfolgreiche Athleten wie Hermann Weinbuch, Ronny Ackermann, Johannes Rydzek, Eric Frenzel oder jüngst Vinzenz Geiger hervorgebracht hat, gemacht, sagt Bundestrainer Eric Frenzel im Exklusivinterview mit BR24Sport. Ob das reicht, steht noch in den Sternen.

Was in der Welt der Kombinierer wie eine Bombe einschlug: Kit McConnell, Sportdirektor des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), hatte die "mangelnde Attraktivität der Sportart" kritisiert. Seitdem steht auf der Kippe, ob es bei Olympischen Winterspielen weitergeht.

Bundestrainer Eric Frenzel: "To-dos übererfüllt"

"Man hat seit einigen Jahren dieses Damoklesschwert über der NoKo hängen", beschreibt Frenzel die ungemütliche Situation seiner Sportart, die Langlauf und Skispringen kombiniert. Allerdings sei in den vergangenen Jahren einiges passiert, das die Wende bringen soll. So sei "mit neuen Formaten an der Attraktivität gearbeitet" worden. Außerdem sei am Nachhaltigkeitsgedanken gearbeitet worden und daran, die Frauenwettbewerbe besser zu etablieren. Auch der zweifache Olympiasieger Johannes Rydzek befindet: "Wir haben alles getan, was wir können."

Man habe versucht, die Dinge "peu à peu zu erarbeiten", so Frenzel. "Ich sehe uns da auf einem sehr guten Weg. Wir haben alle unsere To-dos gut erfüllen, ja übererfüllen können. Deshalb hoffe ich doch sehr, dass die Entscheidung positiv ausfällt." Ein Zweifel bleibt aber bei Frenzel, selbst siebenfacher Weltmeister und dreimaliger Olympiasieger: "Ob das schlussendlich reicht, lässt sich ganz schwer einschätzen."

Attraktivität der Sportart muss weiter gesteigert werden

Neben neuen Wettbewerbsformaten wie dem "Individual Compact", bei dem die Zeitabstände nach dem Springen nicht mehr so hoch gewichtet werden, habe man beim DSV den Schulterschluss mit Nationen geübt, die in der Nordischen Kombination noch nicht so eine große Rolle spielen. So sollen Nationen wie die Schweiz oder Tschechien und künftig auch die Niederlande näher an die Weltspitze herangeführt werden, um spannendere Wettbewerbe zu garantieren.

Mit einer Entscheidung der "Herren der Ringe" rechnet Frenzel erst 2026. Allerdings sollen noch in diesem Jahr Gespräche stattfinden, die "hoffentlich positiv verlaufen". Den Einfluss der deutschen Athleten stuft Frenzel dabei eher gering ein: "Unsere sportliche Leistung nächstes Jahr wird das Ergebnis nicht beeinflussen. Vielmehr geht es um Faktoren, die außerhalb des Sports liegen: der Attraktivität an sich, dem Interesse an unserem Sport weltweit. Da können wir aus Deutschland recht wenig beeinflussen."

Ausschluss aus olympischen Programm zöge "riesigen Rattenschwanz" nach sich

Sollte es so weit kommen, dass die NoKo aus dem olympischen Programm verbannt wird, sieht Frenzel seine Sportart auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit: "Das ist ein riesiger Rattenschwanz, der sich da hinterherzieht - nicht allein, dass es an Attraktivität und Bekanntheit der NoKo zehrt, sondern es hat essenzielle Konsequenzen. Gelder, die für olympische Sportarten ausgegeben werden, und komplette Förderungen würden wegfallen. NoKo müsste sich von jetzt auf gleich komplett neu aufstellen."

Auch der frisch gekürte Gesamtweltcupsieger Vinzenz Geiger sagte: "Es wäre eine Riesenkatastrophe und früher oder später das Ende unserer Sportart" - doch der 27-Jährige bleibt optimistisch: "Ich glaube nicht, dass es passiert. Und wir werden weiter alles geben, damit es nicht passiert." Das letzte Wort aber hat freilich das Internationale Olympische Komitee.

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Quelle: BR24Sport im Radio 02.04.2025 - 17:54 Uhr