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Die halbe Liga hat Chancen 2. Liga vor wichtigem Spieltag im Aufstiegskampf
In der 2. Bundesliga hat über die Hälfte der Teams noch Aufstiegschancen, bis Rang sieben können alle Teams an diesem Spieltag auf den dritten Platz springen - aber auch dahinter wird gelauert.
Zwischen Platz 1 und 10 liegen in der 2. Bundesliga nur neun Punkte. Zum Vergleich: In Liga 1 sind es 26, zum gleichen Zeitpunkt der letzten Saison waren es in der 2. Liga immerhin 16 Zähler. Kein Wunder also, dass es im Unterhaus an nahezu jedem Spieltag momentan Verschiebungen im Feld der Aufstiegskandidaten gibt.
Ein Grund dafür ist neben der generellen Ausgeglichenheit auch das Fehlen einer echten, unangefochtenen Spitzenmannschaft. Der HSV hat aktuell sechs Punkte weniger als Stadtrivale St. Pauli vor einem Jahr hatte - und übrigens auch nur einen Zähler mehr als die Hanseaten selbst vor einem Jahr aufwiesen. Momentan läuft für keinen einzigen Zweitligisten eine Siegesserie, niemand hat aktuell mehr als ein Spiel am Stück gewonnen. In den letzten mindestens fünf Spielen ungeschlagen sind allerdings Hamburg, Düsseldorf und der Tabellenachte Hannover, der allerdings dabei fünf Mal hintereinander remis spielte.
Tabellenplatz | Tordifferenz | Punkte |
---|---|---|
1. Hamburger SV | +22 | 42 |
2. FC Köln | +8 | 41 |
3. FC Kaiserslautern | +5 | 39 |
4. FC Magdeburg | +12 | 38 |
5. Fortuna Düsseldorf | +8 | 38 |
6. SC Paderborn | +8 | 38 |
7. SV Elversberg | +10 | 36 |
8. Hannover 96 | +6 | 35 |
9. FC Nürnberg | +4 | 35 |
10. Karlsruher SC | 0 | 33 |
Die in direkter Schlagdistanz befindliche "Top 7", von denen nur Tabellenführer HSV davor sicher ist, am anstehenden 24. Spieltag aus den Top 3 zu fallen, hat an diesem Wochenende mal wieder wichtige Partien vor der Brust, die einiges in der Tabelle bewegen werden.
Rettet Johannesson die Fortuna auch gegen Fürth (erneut)?
Am Freitag bekommt es Fortuna Düsseldorf mit der SpVgg Greuther Fürth zu tun. Die Düsseldorfer sind in diesem Jahr noch unbesiegt, überzeugten spielerisch zuletzt im rheinischen Derby gegen Köln (1:1) und auch davor gegen die Hertha (2:1) und Hannover (1:1) nur wenig oder gar nicht. Wie schon zuletzt gegen Köln traf auch im Hinspiel gegen Fürth der junge Führungsspieler Isak Johannesson kurz vor Abpfiff per Elfmeter und bescherte den Fortunen den Sieg. Vor allem zuhause müssen sich die Düsseldorfer steigern, erst vier Heimsiege stehen in dieser Spielzeit zu Buche. Die Gäste aus dem Frankenland zeigten zuletzt eine insgesamt leicht ansteigende Form, sind auf Rang elf mit 29 Punkten allerdings Platz 16 näher als Rang drei.
Kaiserslautern gegen Regensburg klarer Favorit
Der 1. FC Kaiserslautern bekam jüngst vom HSV einen "Realitätscheck" beigebracht. Beim 3:0 der Hanseaten spielten die Roten Teufel nichtmal schlecht, waren aber am Ende doch mehr oder weniger chancenlos. Trotzdem bleibt die Mannschaft von Markus Anfang in einer starken Saison erst einmal Tabellendritter - mit Chance auf mehr! Denn es geht am Samstag auf dem Betzenberg gegen Schlusslicht Jahn Regensburg, das auswärts in dieser Spielzeit bisher genau einen Punkt geholt hat.
Köln hofft gegen den KSC auf Martel
Im "Topspiel-Slot" am Samstagabend ist der 1. FC Köln beim Karlsruher SC zu Gast. Für den KSC ist das Spiel wohl so eine Art letzte Chance, irgendwie im Rennen um Rang drei zu verbleiben. Zumindest das letzte Spiel gegen Magdeburg, das der KSC nach toller Aufholjagd mit 3:1 gewann, hat nochmal etwas Hoffnung gegeben. Zuvor hatte die Mannschaft von Christian Eichner fünf Spiele in Serie nicht gewonnen und war von Platz zwei auf Platz 10 abgerutscht. Bei den Kölnern war die Stimmung nach der Niederlage gegen Magdeburg und dem verspielten Sieg gegen Düsseldorf zuletzt eher negativ - immerhin kann Trainer Gerhard Struber aber auf Eric Martel hoffen. Der stets gesetzte Defensivmann fehlte genau in diesen beiden Topspielen und dürfte nun zurückkehren.
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Eric Martel
Poliert Magdeburg gegen Darmstadt die Heimbilanz auf?
Es ist die Heimbilanz, die dem Tabellenvierten 1. FC Magdeburg womöglich sogar den Platz ganz oben bisher verbaut hat. Auswärts holte die Elf von Christian Titz 28 von 36 möglichen Zählern, im eigenen Stadion sind es ganze zehn von möglichen 33. Die Chance auf die Punkte elf bis 13 gibt es nun gegen Darmstadt 98, das nach sechs sieglosen Spielen hintereinander den freien Fall am Wochenende durch ein 2:0 über den FC Schalke stoppen konnte und momentan Zwölfter ist.
HSV will gegen Paderborn die Tabellenführung verteidigen - aber gegen welchen Torwart?
Das tabellarische Spitzenspiel an diesem Wochenende bestreitet der Sechste SC Paderborn, der Tabellenführer HSV am Sonntag empfängt. Im Hinspiel gab es ein wildes 2:2, zwischen der 46. und 67. Minute fielen damals alle vier Tore. Dass es ähnlich torreich wird, ist eigentlich statistisch gesehen eher unwahrscheinlich, denn nur Hannover 96 kassiert in der 2. Liga weniger Gegentore als die beiden Mannschaften.
Das ist zumindest bei Paderborn insofern überraschend, als dass Trainer Lukas Kwasniok in dieser Saison ja mit keinem seiner Torhüter rundum zufrieden war. Pelle Boevink spielte zehnmal, auch im Hinspiel, und wurde im Winter nach Ingolstadt abgegeben. Markus Schubert verdrängte ihn, bekam dann Manuel Riemann vor die Nase gesetzt, der sich aber in seinem zweiten Spiel direkt einen Platzverweis abholte. In Schuberts folgenden drei Startelf-Einsätzen holten die Ostwestfalen sieben Punkte, kassierten nur ein Gegentor. Ob Riemann nach Ablauf seiner Sperre gegen den HSV zurückkehrt, ließ Kwasniok noch offen.
Greift Elversberg auch gegen die Hertha ganz oben an?
Das dritte Sonntagsspiel bestreitet die SV Elversberg als Tabellensiebter gegen die "Alte Dame" Hertha BSC. Im Hinspiel gingen die Berliner 1:4 unter und nach fünf Spielen ohne Sieg kommt die Abstiegszone für die Mannschaft des neuen Trainers Stefan Leitl immer näher. Die Elversberger scheinen ihr winterliches Formtief eindeutig überwunden zu haben sind seit vier Spielen unbesiegt - sollte sich das Hinspielergebnis auch nur ansatzweise wiederholen, dürften beide Mannschaften sich sehr deutlich in entgegengesetzte Richtungen orientieren. Das hätte vor der Saison auch niemand gedacht.