
Emotionen wie vor 20 Jahren Hamilton fällt in den Ferrari-Jungbrunnen
Die Ära von Lewis Hamilton bei Mercedes ist vorbei, nun soll bei Ferrari eine neue gestartet haben. Sein neues Auto ruft im Rekordweltmeister der Formel 1 alte Gefühle hervor.
Am vergangenen Mittwoch (22.01.2025) hat Lewis Hamilton sein neues Büro bezogen. Gemeint sind damit aber nach wie vor keine vier Wände mit Stuhl und Schreibtisch, denn obwohl der Brite mittlerweile 40 Jahre alt ist, hat er sich für einen Neuanfang als Formel-1-Fahrer entschieden. Nach elf Jahren in den Mercedes-Silberpfeilen arbeitet er jetzt in Maranello-Rot und will den legendären Ferrari-Rennstall wieder zu altem Ruhm führen.
Zwei Tage vorher hatte sich Hamilton durch die Ferrari-Zentrale in Maranello führen lassen. Ein großer Tross folgte dem in einen edlen Anzug gekleideten "Sir Lewis" (wurde 2021 zum Ritter geschlagen) durch die Abteilungen, die wichtigsten Leute nahmen sich Zeit, um dem Rekord-Weltmeister bei seinem Amtsantritt "Buongiorno" zu sagen. "Es gibt Tage, von denen man weiß, dass man sie nie vergessen wird. Mein erster Tag als Ferrari-Fahrer ist einer dieser Tage", sagte Hamilton.

Lewis Hamilton begrüßt einen Ferrari-Mitarbeiter
Für Hamilton wird ein Traum wahr
Es sollen viele dieser Tage folgen. 48 Stunden später saß der Ferrari-Neuling zum ersten Mal in einem Auto seines neuen Rennstalls, 30 Runden drehte er auf der hauseigenen Teststrecke in Fiorano. Es waren die ersten 89 Ferrari-Kilometer für Hamilton - allerdings im Formel-1-Wagen von 2023, sein neuer Bolide soll am 19. Februar vorgestellt werden. Eine Woche später finden in Bahrain die ersten echten Testfahrten statt, am 16. März steigt in Melbourne dann das erste Rennen der Saison.
"Ich hatte das Glück, in meiner Karriere Dinge erreicht zu haben, die ich niemals für möglich hielt. In mir drin schlummerte aber stets dieser Traum, einmal in Rot zu fahren. Ich könnte nicht glücklicher sein, dass dieser Traum heute wahr wird", hatte Hamilton zuvor gesagt. Er sei "fest entschlossen, alles, was in mir steckt, für dieses Team, die Organisation und die Fans zu geben" und er könne "kaum erwarten, herauszufinden, welche Story wir gemeinsam schreiben werden".
Hamilton sorgt direkt für einen Rekord für die Formel 1
Sechs seiner sieben WM-Titel hatte Hamilton mit Mercedes geholt, er ist einer der Gründe, warum Ferrari seit 2007 (Kimi Raikkönen) keinen Weltmeister mehr stellen konnte. Ob er das Zeug dazu hat, Max Verstappen (vier Titel in Folge) und seine anderen Konkurrent nochmal alle hinter sich zu lassen, wird sich zeigen.
Das ganze Hamilton-Brimborium machte aber mal wieder deutlich, dass er nach wie vor der Superstar der Formel 1 ist - und, dass Ferrari dieses Starpotenzial nochmals potenziert. Das erste Foto von Hamilton in seinem neuen Rennanzug auf dem Ferrari-Instagram-Kanal bekam über 4,3 Millionen Likes - so viele hatte es bei einem Foto mit Formel-1-Bezug noch nie gegeben.
Gefühle wie früher - aber auch die Klasse?
Aber der Rekordweltmeister ist auch demütig geworden, als er erstmals in dem roten Flitzer saß. "Als das Auto angelassen wurde und ich die Garage verlassen haben, hatte ich ein fettes Grinsen im Gesicht", berichtete Hamilton. "Es hat mich an meinen allerersten Formel-1-Test überhaupt erinnert. Das war damals so ein aufregender und besonderer Moment. Und jetzt, fast 20 Jahre später, kann ich diese Emotionen noch einmal spüren."
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Lewis Hamilton fährt einen Ferrari
Doch reicht der Ferrari-Jungbrunnen aus, damit Hamilton auch wieder ins WM-Rennen eingreifen kann? "Hamilton ist der Grösste aller Zeiten, und ich traue es ihm durchaus zu, dass er zu seinem üblichen Niveau zurückkehren kann", sagte sein ehemaliger Mercedes-Kollege und 2016-Weltmeister Nico Rossberg.