
Slalom-Weltcup in Sun Valley Dürr sorgt für "Happy End" im letzten Slalom
Beim letzten Slalom der Saison hat Lena Dürr noch einmal eine ganz starke Leistung gezeigt und musste sich nur der überragenden Mikaela Shiffrin geschlagen geben.
Bei frühlingshaften elf Grad im US-Bundesstaat Idaho dürfte manche der Athletinnen schon an den Sommerurlaub gedacht haben. Doch der allerletzte Slalom, das allerletzte Rennen der Saison 2024/25, forderte am Donnerstag (27.03.2025) die Skirennfahrerin noch einmal voll.
Die Piste brach zunehmends, das Licht war flach - doch Lena Dürr schien das nicht zu tangieren. Auf der "Greyhawk"-Piste in Sun Valley zeigte die 33-Jährige zwei ruhige und fehlerfreie Läufe und musste sich nur Ski-Königin Mikaela Shiffrin um 1,13 Sekunden geschlagen geben. Dritte wurde die Slowenin Andreja Slokar nur 0,01 Sekunden hinter Dürr. Die zweite DSV-Fahrerin am Start, Emma Aicher, wurde 13. (+2,87s).
Vier Podestplätze für Dürr
Für Dürr ging damit eine durchwachsene Saison zu Ende. Wie schon im Winter zuvor stehen für Dürr in dieser Saison insgesamt vier Weltcup-Podestplätze zu Buche. Bei der WM in Saalbach-Hinterglemm hatte sie mehrere Enttäuschungen hinnehmen müssen. In ihrer Paradedisziplin, dem Slalom, war sie Achte geworden.
Shiffrin präsentierte sich in Sun Valley mal wieder in bestechender Form. Mit klarem Vorsprung sicherte sie sich ihren 101. Weltcupsieg. Im Ziel wurde Shiffrin dafür von vielen Kindern im Dalmatiner-Kostüm gefeiert - eine Anspielung auf die 101 Siege und den Film "101 Dalmatiner". "Es ist schön, dass ich diese Saison mit einem Heimrennen abschließen kann - mit diesem enthusiastischen Publikum", sagte Mikaela Shiffrin nach dem ersten Lauf im ORF.
Zrinka Ljutic fährt taktisch klug zur Kugel
Dass die langjährige Slalom-Dominatorin Shiffrin verletzungsbedingt einige Rennen verpasst hatte, konnte Zrinka Ljutic nutzen. Die Kroatin setzte sich im Kampf um die kleine Kristallkugel gegen die von Hüftschmerzen geschwächte Camille Rast sowie gegen Katharina Liensberger und Wendy Holdener durch, die vor dem Weltcup-Finale alle noch Chancen gehabt hatten. Ein zehnter Platz und zwei taktisch kluge, sichere Fahrten reichten am Ende, um die Kugel in den Händen zu halten.
Shiffrin: Wiedergutmachung auf heimischem Boden
Indessen zeigte Shiffrin, dass sie wieder vollends zur alten Form gefunden hat. Die 30-Jährige feierte ihren vierten Saisonsieg - und das, obwohl sie wochenlang keine Trainings bestreiten konnte. Der Sieg dürfte auch eine Genugtuung sein, weil ihr letzter Auftritt auf heimischem Boden so fatal endete: Auf dem Weg zu ihrem 100. Weltcupsieg war Shiffrin in Killington schwer gestürzt und hatte sich eine tiefe Stichwunde im Bauchraum zugezogen.
Die US-Amerikanerin war erst bei der WM-Generalprobe in Courchevel wieder in das Renngeschehen eingestiegen, tastete sich allmählich wieder an ihre alte Form heran, feierte beim Slalom in Sestrière dann ihren 100. Weltcupsieg. Und nun beim allerletzten Rennen fuhr die 30-Jährige dann auch wieder in ihrer eigenen Klasse.