Johannes Reichert vom SSV Ulm.

Fußball | 2. Bundesliga Neue Fußballarena trotz Abstiegskampf: Ulm will oben bleiben

Stand: 02.04.2025 11:57 Uhr

Wie es sportlich weitergeht, ist noch unklar. Dennoch werden bei Zweitligist Ulm Zukunftspläne geschmiedet: Geträumt wird von einer neuen Arena. Im veralteten Donaustadion soll die Rettung gelingen.

Zwei Charakterzüge lassen sich den Verantwortlichen des Zweitligisten SSV Ulm 1846 nicht absprechen: Optimismus und Tatendrang. Sie bleiben auch nach dem Beschluss zum etliche Millionen Euro teuren Umbau des altehrwürdigen Donaustadions dabei, dass der Verein langfristig eine neue Fußballarena an einem anderen Standort braucht. 

Damit soll wirtschaftlich, aber auch atmosphärisch die Grundlage für einen dauerhaften Verbleib mindestens in der zweiten Liga geschaffen werden - wissend, dass die Mannschaft seit dem zwölften Spieltag Mitte November durchgehend in der Abstiegszone steht.

"Wir haben jetzt ein gewisses Level erreicht und daher müssen wir mit einem reinen Fußballstadion die perspektivische Chance wahren, uns zu etablieren", sagte SSV-Geschäftsführer Markus Thiele der Deutschen Presse-Agentur trotz der prekären sportlichen Situation.

Verein will Momentum nutzen

Der Verein gehe nun in die Planung der Arena, einen Zeitplan gebe es jedoch noch nicht. "Aber wir merken schon, wenn wir auswärts spielen, was eine reine Fußballarena ausmacht, welche Bedingungen dort herrschen", erklärte Thiele.

Nach mehreren Insolvenzen und vielen Jahren im Amateurfußball hat sich der frühere Bundesligist in den zurückliegenden Spielzeiten eine Situation erarbeitet, die er nicht mehr hergeben will. Schließlich spielte er vor zwei Jahren noch in der Regionalliga, marschierte nach dem Aufstieg in die 3. Liga direkt ins Profiunterhaus durch - und will das Momentum nutzen.

Heimsieg gegen Darmstadt stärkt Zuversicht

Mit dem 2:1-Heimsieg gegen Darmstadt 98 unter dem neuen Trainer Robert Lechleiter untermauerte der Tabellenvorletzte zuletzt seine Ambitionen, sich am Saisonende zumindest über die Relegation in eine weitere Zweitliga-Saison zu retten. "Man hat gesehen, dass wir zu Hause noch leben", sagte Lechleiter, der vor drei Wochen den glücklosen Aufstiegstrainer Thomas Wörle ablöste. 

Hole seine im Winter um den torgefährlichen Offensivspieler Oliver Batista Meier verstärkte Elf an den verbleibenden sieben Spieltagen auch auswärts noch den einen oder anderen Punkt, sei "alles möglich", meinte Lechleiter.

"Zu Hause" bedeutet in der nahen Zukunft noch das nicht mehr zeitgemäße Donaustadion, in dem der SSV nur mit einer Ausnahmegenehmigung spielen kann. Es soll modernisiert werden und dabei unter anderem neue und dann überdachte Kurven erhalten. 

Bis zu 30 Millionen für Umbau des Donaustadions

Die Laufbahn bleibt aber bestehen, damit sind bald auch wieder Leichtathletik-Großveranstaltungen in Ulm möglich. Drei Viertel der Investition von bis zu 30 Millionen Euro soll die SSV Ulm 1846 Fußball GmbH & Co. KGaA tragen, in die der Profifußball ausgegliedert ist. Ein Viertel kommt von der Stadt. 

Refinanzieren will der SSV die hohen Ausgaben unter anderem, indem Sponsoren Namensrechte an den Tribünen erwerben können. Nach dem Zweitliga-Aufstieg hatte im vergangenen Mai bereits der Investor Calvin Ford aus den USA Anteile an der Kapitalgesellschaft erworben. Mit den aktuellen infrastrukturellen Plänen habe das aber nichts zu tun, erklärte Thiele.

Ulm vor Auswärtsspiel auf Schalke

Im Spiel bei Schalke 04 am Sonntag (13.30 Uhr) wollen die Ulmer weitere Punkte holen, um vielleicht sogar den Vier-Punkte-Rückstand auf den rettenden 15. Tabellenplatz zu verkürzen. Sollten sie dennoch absteigen, breche nichts zusammen, meinte Thiele. "Aber wir sind überzeugt, dass wir es schaffen drinzubleiben."