
Halbfinal-Erfolg gegen Leipzig Starker Stiller - Stuttgart steht im Pokal-Endspiel
Der VfB Stuttgart hat sich dank eines starken Angelo Stiller und eines treffsicheren Nick Woltemade gegen RB Leipzig ins Finale des DFB-Pokals gekämpft. Die Schwaben siegten am Mittwoch am Ende klar mit 3:1 (1:0).
RB war vor allem im ersten Spielabschnitt stärker, aber da glänzte VfB-Keeper Alexander Nübel. Stuttgart profitierte früh von einer größeren Präsenz in der Anfangsphase. Nationalspieler Angelo Stiller drosch einen Kopfball der Leipziger Abwehr aus knapp 20 Metern aus zentraler Position volley ins Tor (5.).
Leipzigs belgischer Ersatzkeeper Maarten Vandevoordt sah den Schuss sehr spät und zeigte so gut wie keine Abwehrreaktion. Kurz nach dem Wiederbeginn erhöhte Nick Woltemade (57.), Benjamin Sesko verkürzte schnell (62.). Stuttgart kam aber nicht ins Schwimmen, sondern erhöhte durch Jamie Leweling (75.).
Überglücklicher Stuttgart-Coach Hoeneß
"Das ist ein kleiner Traum, der wahr wird. Ich war oft in Berlin im Stadion und hab drüber nachgedacht, wie es sein wird, selber mal Teil dieser Mannschaften zu sein. Und jetzt ist es so", sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß zur Sportschau, "es war kein leichtes Spiel. Es war eine starke Leipziger Mannschaft. Aber wir haben es mit Leidenschaft, Mut und einem Quäntchen Glück geschafft, das Ding durchzuziehen."
"Die letzten Wochen waren nicht einfach für uns, deswegen war klar, dass wir das Ding heute ziehen müssen", sagte Stiller zur Sportschau, "und jetzt müssen wir dadurch Selbstvertrauen aufbauen und es Woche für Woche zeigen."
Und über sein Tor sagte er: "So einen Schuss treffe ich nicht noch einmal. Entweder er geht übers Stadion oder er schlägt so ein." Nick Woltemade lobte die Stuttgarter Fans: "Was hier los war - 'geisteskrank'." Und er fügte hinzu: "Jetzt wird gefeiert!".
Leipzig-Trainer Löw enttäuscht
Zsolt Löw, Trainer der Gäste, sagte am ARD-Mikrofon: "Ich glaube, dass wir in vielen, vielen Phasen die bessere Mannschaft waren. Wir waren in vielen statistischen Bereichen besser - aber Statistik gewinnt keine Spiele. Die Enttäuschung ist groß."
RB erholt sich schnell
Nach dem frühen Stuttgarter Tor hatte sich Leipzig recht schnell erholt. Denn der Treffer war so etwas wie ein klassischer "Hallo-Wach!"-Ruf für die Gäste.
Im Gegensatz zu den Partien zuvor präsentierte sich die Gäste-Elf unter dem gerade erst eingesetzten Interimscoach Löw aggressiv und präsent, vor allem im Mittelfeld. Zweite Bälle waren oft eine sichere Beute der Leipziger, die nach Ballgewinn immer öfter vor dem Kasten der Hausherren auftauchten.
Immer wieder fand RB Leipzig nicht nur die Lücke in der Stuttgarter Abwehrkette, sondern auch den optimal in die Schnittstellen startenden Lois Openda. Und dann hieß das Duell ein ums andere Mal: Openda gegen VfB-Keeper Nübel.
Aber sowohl in der 15. als auch in der 17. Minute blieb der Tormann Sieger, auch gegen einen Schuss von Xavi Simons zeichnete sich der Schlussmann aus. Erwähnenswert noch eine selbstlose Kopfabwehr von Jeff Chabot, der aus kurzer Distanz so einen wuchtigen Versuch von jenem Openda blockte.
Stuttgarter Gegenwehr? Fast Fehlanzeige: Woltemade kam während des ersten Spielabschnitts auf keinen Abschluss, Ermedin Demirovic auf einen harmlosen Versuch.
VfB erhöht, aber Leipzig trifft ebenfalls
Zu Beginn der zweiten Hälfte zeigte sich Stuttgart im Spielansatz verändert. Die Mannschaft von Sebastian Hoeneß wirkte aggressiver. Sie vermied Ballverluste und ließ Abschlusschancen der Gäste kaum mehr zu.
Und damit gelang bald der zweite Treffer: Nachdem Woltemade noch mit einem wuchtigen Kopfball an Vandevoordt scheiterte, kombinierte sich der U21-Nationalspieler mit Sturmpartner Demirovic in den 16er der Leipziger und schloss platziert mit rechts flach ab. Wieder war der Tormann der Gäste chancenlos.
Doch Stuttgarts Freude währte nur kurz: Als der VfB einen Ball nicht klar genug klären konnte, verschätzte sich Atakan Karazor bei einer Abwehraktion. Der mit aufgerückte Abwehrboss Willi Orban bediente Sesko, der aus halblinker Position traf. Leipzig war wieder in der Partie.
Schiri Jablonski souverän
Im immer schneller werdenden Spiel häuften sich kritische Spielaktionen: mögliches Handspiel von Orban, Zweikämpfe - aber Schiedsrichter Sven Jablonski hatte jederzeit die Übersicht und wurde mehrfach auch nicht von seinem VAR Sören Storks eines Besseren belehrt.
So auch nicht in der 73. Minute: Der starke Antreiber Stiller brachte eine Ecke nach innen, Woltemade nahm per Kopf ab. Keeper Vandevoordt parierte, aber genau vor die Füße von Leweling, der sich die Chance nicht nehmen ließ. Leipzigs Abwehr beförderte den Ball schnell aus dem Tor, aber die Sache war eindeutig: kein Abseits, Ball hinter der Linie: Tor!
RB Leipzig wirft am Ende alles nach vorne
In der Schlussphase warf Leipzig zwar noch einmal alles nach vorn, hatte aber Glück, dass kurz nach dem dritten Tor ein gefühlvoller Heber von Woltemade nur auf die Querlatte fiel. Auch Sesko traf noch einmal das Gebälk, ein zweites Tor wollte für die Sachsen aber auch in der fünfminütigen Nachspielzeit nicht fallen.
Am 24. Mai stehen sich im Finale in Berlin die beiden Traditionsklubs von Arminia Bielefeld und dem VfB Stuttgart gegenüber.
Stuttgart in Bochum, Leipzig gegen Hoffenheim,
In der Liga müssen beide Teams am kommenden Samstag um 15.30 Uhr ran. Stuttgart ist dann zu Gast beim VfL Bochum, Leipzig empfängt die TSG Hoffenheim.