
Harter Kampf in Copa del Rey Barcelona ringt Atletico nieder und folgt Real ins Finale
Nicht so torreich wie im Hinspiel, in dem acht Tore fielen, dafür extrem hart und intensiv: Der FC Barcelona ist gegen Atletico Madrid durch ein 1:0 (1:0) ins Finale der Copa del Rey eingezogen.
Ferran Torres, der in der Startelf den Vorzug vor Robert Lewandowski erhalten hatte, erzielte im Metropolitano von Madrid für die Mannschaft von Hansi Flick das goldene Tor des Tages (27. Minute). Im Endspiel geht es nun gegen Real Madrid, das sich gegen Real Sociedad durchgesetzt hatte.
Flick lobt Mut seines Teams
"Wir haben wirklich mutig gespielt, es war nicht einfach, vor allem in der zweiten Halbzeit", lobte Flick sein Team. Für den Coach wäre es der zweite Titel mit Barca, im Januar wurde Rekordmeister Madrid bereits im Finale der spanischen Supercopa deutlich besiegt (5:2).
"Wir können uns nicht ausruhen, wir müssen weiter an uns glauben und mit Demut arbeiten", sagte Torschütze Torres bei Movistar, "dann bin ich sicher, dass gute Dinge passieren werden."
Atletico bringt viel Härte rein
17 Tore waren in den bisherigen drei Aufeinandertreffen dieser Saison zwischen Atletico Madrid und dem FC Barcelona vor diesem Mittwochabend gefallen. Das 4:4 im Hinspiel, bei dem erst Atletico und dann die Katalanen jeweils einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielten, blieb dabei besonders in Erinnerung. Dementsprechend erwartungsvoll dürften Fußballfans auf das Rückspiel geschaut haben.
Beinahe hätte die Anzeigetafel auch diesmal direkt nach Spielbeginn aufgeleuchtet: Lamine Yamal startete rechts auf der Grundlinie durch und brachte den Ball gefährlich scharf nach innen vor das Tor der Madrilenen, doch José Maria Giménez grätschte in höchster Not dazwischen und klärte so zur Ecke. Keine 90 Sekunden waren da gespielt.
Kurz darauf hatte Atleticos Cesar Azpilicueta Glück, dass er auf dem Feld bleiben durfte. Nach einem harten Einsteigen von hinten gegen Raphinha und minutenlangem VAR-Check gepaart mit vielen Diskussionen beließ Schiedsrichter Jose Munuera Montero es mit eineinhalb zugedrückten Augen bei der ursprünglichen Entscheidung: Gelbe Karte.
Lamine Yamal dreht auf, Ferran Torres trifft
In der 12. Minute war es wieder Yamal, der mächtig Alarm machte, von rechts nach innen zog und mit seinem Schuss nur hauchdünn das lange Eck verpasste. Barcelona hatte die Gelegenheiten, die Gastgeber hatten die Härte: Nach nicht einmal einer Viertelstunde war auch Rodrigo de Paul bereits verwarnt. In der Folge gönnte sich diese intensive Begegnung eine kleine Atempause, in der Barcelona die größeren Spielanteile hatte.
In der 27. Minute machten die Gäste aus diesen Spielanteilen schließlich auch Zählbares: Ein ganz feiner Pass von Yamal in die Schnittstelle der Abwehr fand halbrechts im Strafraum den einlaufenden Ferran Torres, der die Kugel an Torwart Juan Musso vorbei ins Tor spitzelte.
Atletico hatte nun enorme Probleme, vor allem Yamal war überhaupt nicht mit fairen Mitteln zu stoppen, Reinildo griff nach einer halben Stunde zu beherzt an das Trikot des Youngsters und sammelte die dritte Gelbe Karte seiner Mannschaft. Die Katalanen mussten sich zur Pause eigentlich nur vorwerfen lassen, dass sie ihre Führung nicht weiter erhöht hatten, Raphinha war zum Beispiel, natürlich nach Yamal-Pass, aus spitzem Winkel an Musso gescheitert (39.).
Ein Pfeifkonzert der Atletico-Fans, das aber wohl primär dem Schiedsrichter galt, begleitete die Mannschaften aus dem ersten Durchgang in die Katakomben.
Atletico kommt verbessert aus der Pause - aber der Spielfluss leidet
Madrids Trainer Diego Simeone reagierte auf die schwache Leistung seiner Mannschaft und wechselte zur Pause gleich dreifach. Tatsächlich war auf dem Rasen auch prompt eine Verbesserung zu erkennen, die Gastgeber näherten sich in den ersten Minuten der zweiten Hälfte mehrfach dem Barca-Strafraum an. Einer der eingewechselten Spieler, der Norweger Alexander Sörloth, hätte dabei links im Strafraum frei vor Wojciech Szczesny den Ausgleich erzielen müssen, traf aber nur das Außennetz des kurzen Ecks (51.). Es dauerte bis zur 55. Minute, ehe Barcelona gegen die verbesserten Gastgeber mal aussichtsreich kontern konnte: Yamal ließ drei Leute stehen und legte nach links quer auf Raphinha, dessen Flachschuss Musso aber parieren konnte.
Die Partie war nun von extremem Gegenpressing beider Mannschaften geprägt, das sorgte zwar für Tempo, aber auch für viele Ballverluste und weiterhin viele Fouls. Nach einer Stunde stand es in Sachen Karten fünf zu eins für die Madrilenen. Mit der Einwechslung Lewandowskis in der 75. Minute läutete Flick die Schlussphase ein, zu diesem Zeitpunkt schienen die Gastgeber dem Ausgleich näher als die Katalanen dem Entscheidungstreffer. Sörloth durfte zwischenzeitlich sogar kurz über ein vermeintliches Ausgleichstor jubeln, wurde aber korrekterweise wegen einer Abseitsstellung zurückgepiffen.
Keine acht Tore, dafür acht Gelbe Karten
Die hohe Drehzahl des Spiels war beiden Teams mittlerweile deutlich anzumerken, Atletico probierte es nun nur noch mit der "Brechstange" und hatte damit gegen gut organisierte Gäste keinen Erfolg. So endete die Partie 1:0 für Barcelona und das Gelbe-Karten-Duell am Ende doch ganz human mit 5:3 für Atletico.