Matthes Langhoff von den Füchsen Berlin beim Wurf | Bild: IMAGO/Nordphoto

Handball Champions League 39:29-Erfolg - Füchse Berlin schlagen RK Pelister

Stand: 27.02.2025 22:37 Uhr

Die Füchse brauchten einen Sieg, also erarbeiteten sie sich einen Sieg. Mit 39:29 gewinnen die Berliner Handballer in der Champions League zu Hause gegen RK Pelister und halten so die Hoffnung auf den direkten Weg ins Viertelfinale am Leben.

Die Füchse Berlin haben sich ihre Chance auf die direkte Qualifikation für das Viertelfinale der Champions League gewahrt. Im vorletzten Spiel der Gruppenphase feierten die Berliner am Donnerstagabend einen zwar nie wirklich gefährdeten, aber doch hart erarbeiteten 39:29-Heimsieg gegen RK Pelister aus Nordmazedonien. Über weite Strecken glänzte dabei aufseiten der Füchse deren Eigengewächs Matthes Langhoff.

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Langhoff dominiert den Start

Der Rückraumspieler half in der Max-Schmeling-Halle entscheidend dabei mit, den Ausfall des sonst so wichtigen Lasse Andersson zu kompensieren. Genau wie der ebenfalls fehlende Tim Freihöfer plagte dieser sich am Donnerstag mit einer Grippe herum, klagte noch dazu über einen zwickenden Rücken. Langhoff hingegen war fit – und von Beginn an voll da.
 
Als Teil einer schnell spielenden Berliner Offensive versenkte er gleich seine ersten vier Würfe allesamt im Tor der Gäste aus Mazedonien. Seinen fünften Wurf schummelte Langhoff dann irgendwie ins Tor, ehe kurz darauf ein weiterer zum 11:5-Zwischenstand aus Sicht der Füchse wieder kraftvoller einschlug. Nach knapp 18 Minuten hatte Langhoff alleine mehr Tore auf seinem Konto als die gesamte Gästemannschaft.

Überforderte Gäste stabilisieren sich

Ganz allgemein standen zu diesem Zeitpunkt nahezu alle Zeichen auf einen dominanten bis deklassierenden Sieg der Berliner Gastgeber. Vier Tage nach dem klaren Heimsieg gegen Flensburg in der Bundesliga war die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert zu diesem Zeitpunkt in allen Bereichen überlegen. Hinten hatte Lasse Ludwig sein Tor früh weitestgehend vernagelt und sich hierbei auch auf gut arbeitende Vorderleute verlassen können. Vorne rollten die Füchse mit viel Tempo, guter Ballbewegung und viel Variabilität ein ums andere Mal über die bis dahin überforderte Gäste-Abwehr hinweg.
 
Dann allerdings machte diese sich zunutze, dass Füchse-Trainer Siewert bisweilen viel rotierte und dabei auch seinem Ausnahmekönner Mathias Gidsel viele Pausen gönnte. Hinten packten die Gäste aus der nordmazedonischen Stadt Bitola besser zu, auch vorne spielten sie nun konsequenter und kreativer. Erst stilisierten sie sich, dann verkürzten sie ihren Rückstand. Beim 15:12 zur Halbzeit führten die Berliner auf einmal nur noch mit drei Toren.

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Kniffliger Start in die zweite Halbzeit

Und auch zum Start der zweiten Halbzeit taten sich die Berliner durchaus schwer. Offensiv wie defensiv stellten ihre Gäste sie vor die eine oder andere knifflige Aufgabe. In der 38. Minute verkürzte Mamdouh Shebib den Rückstand der Nordmazedonier auf 16:18. Auf der anderen Parkettseite scheiterte Nils Lichtlein als Vertreter von Freihöfer vom Siebenmeter-Strich. Es war ein Moment, in dem die Partie das Potenzial hatte, zu kippen.
 
Dass die Füchse dies verhindern konnten, lag einerseits an dem höheren Gang, den sie anschließend in Sachen Intensität einlegte, andererseits Mathias Gidsel. Der Däne war zwar nicht immer derjenige, der am Ende der Berliner Ballstafetten stand, aber er prägte diese dennoch entscheidend. Immer wieder riss Gidsel mit guten Bewegungen im Eins-gegen-Eins Lücken in die Defensive der Gäste, kreierte noch dazu mit guten Pässen gute Würfe für seine Mitspieler. Das Ergebnis: Zehn Minuten vor dem Ende führten sie wieder mit 31:24.

Am Ende wird es deutlich

Das Spiel war spätestens jetzt doch frühzeitig entschieden. Einen Fakt, den auch Füchse-Trainer Siewert anerkannte und infolgedessen unter anderem dem jungen Jan Grüner einige Einsatzminuten bescherte. Der 18-jährige Berliner dankte es seinem Trainer prompt und erzielte sein erstes Tor in der Champions League. Kurz darauf war der 39:29-Erfolg der Berliner perfekt.
 
Die Füchse liegen damit ein Spiel vor Ende der Gruppenphase punktgleich mit Paris St. Germain auf Platz drei der Gruppe A. Um die direkte Qualifikation für das Viertelfinale noch perfekt zu machen, müssen die Berliner am kommenden Donnerstag ihr Auswärtsspiel bei Tabellenführer Veszprem gewinnen. Gleichzeitig müssen sie allerdings auch auf Schützenhilfe von Plock gegen den Tabellenzweiten Sporting Lissabon hoffen. Verpassen die Berliner direkte Viertelfinal-Qualifikation, geht es für sie zuvor noch in eine Playoff-Runde.

Sendung: rbb24, 27.02.2025, 21:45 Uhr