Die Spieler der Eisbären jubeln (Quelle: imago images/Andreas Gora)

Deutsche Eishockey-Liga Deutsche Eishockey-Liga: Woran die Eisbären vor den Playoffs noch arbeiten müssen

Stand: 27.02.2025 16:47 Uhr

Für die Eisbären beginnen in wenigen Wochen die Playoffs. Bis dahin müssen sich die Berliner in einigen Bereichen noch steigern. Dass sie die Tabellenspitze voraussichtlich verpassen werden, könnte sogar ein gutes Omen sein. Von Lisa Surkamp-Erler

Mit dem Aberglauben ist das im Sport so eine Sache. Ex-Tennisspielerin Maria Sharapova beispielsweise machte bei jedem Seitenwechsel Tippelschritte, um nur nicht die weißen Linien zu berühren. Ex-Turner Lukas Dauser zog gar immer die gleiche Glücksunterhose bei Wettkämpfen an.
 
Wie es in dieser Hinsicht um die Eisbären steht, ist nicht genauer übermittelt. Sollten sie aber ähnlich ticken, so dürften die Berliner nach der 1:3-Niederlage im Topspiel gegen Ingolstadt am Mittwochabend gar nicht so betrübt sein. Der Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) aus Bayern ist mit nun elf Punkten Vorsprung bei noch vier ausstehenden Spielen zwar quasi uneinholbar. Doch von Platz zwei aus gingen die Hauptstädter auch in der vergangenen Saison in die Playoffs - und die gipfelten bekanntlich in der zehnten deutschen Meisterschaft.

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Eisbären stellen die Topscorer der Liga

Ein gutes Omen also, auf das sich die Eisbären aber wohl kaum stützen werden. Wie steht es also um das Team und die Mission Titelverteidigung? "Ich denke, im Hinblick auf die Playoffs ist man formtechnisch im Soll", konstatiert Jakob Wegener, der gemeinsam mit vier Kollegen den Podcast "Puckgeflüster" produziert.
 
Insbesondere die Offensive lieferte konstant ab. Mit Leo Pföderl und Ty Ronning stellen die Eisbären die beiden Top Scorer der Liga, stehen im Teamvergleich mit 183 Toren nur knapp hinter Spitzenreiter Ingolstadt. "Man merkt, dass - egal wie man die Reihen zusammenstellt - die Chemie zwischen den Spielern absolut passt", so Wegener.

Alles auf Null in den Playoffs

Somit konnten sie bisher auch häufig kompensieren, dass die Konzentration nicht immer über die vollen 60 Minuten bei 100 Prozent lag. "Das hat sich über die Saison ein bisschen durchgezogen", beobachtet auch der Experte. Mit Blick auf die Playoffs sei das "definitiv ein Problem, denn wenn man sich ein Polster baut und fünf unaufmerksame Minuten hat, nehmen die Gegner das gerne an, um ins Spiel zurückzukommen."
 
Das gilt insbesondere für die Top-Teams, gegen die der Rekordmeister in der Hauptrunde eine eher durchwachsene Bilanz hat. Für Wegener ist das allerdings kein Anlass zur Sorge, sind die Playoffs doch sowas wie ein Neustart: "Da wird viel härter gespielt, jeder Scheibe hinterhergejagt. Da ist es egal, ob man gegen die größeren Teams ein paar Spiele verloren hat. Es wird alles auf null gestellt."

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Eisbären müssen Unterzahlspiel verbessern

Mit der höheren Intensität und Körperlichkeit kommt es aber auch zu mehr Strafzeiten, wodurch wiederum die Special Teams gefragt sind. In Überzahl sind die Eisbären in dieser Saison die klare Nummer eins, in Unterzahl dagegen nur unteres Mittelmaß (Platz neun von 14 Teams). "Da wird es wichtig sein, nochmal einen Gang hochzufahren", sagt Wegener mit Blick auf die Playoffs.
 
Und dann wäre da ja auch noch die Torhüter-Frage. Jake Hildebrandt, der im vergangenen Jahr überragte, ist in dieser Saison bisher etwas schwächer, hat aber mehr Erfahrung. Der erst 23-jährige Jonas Stettmer habe in seinen bisherigen Einsätzen gezeigt, "dass er schon für die Position bereit ist. Da kann ich mich sogar selbst nicht richtig entscheiden, wen von beiden ich ins Tor stellen würde", sagt Eishockey-Podcaster Wegener.

Eisbären-Coach Serge Aubin wird die verbleibenden vier Spiele nutzen, um sich zu entscheiden und die Mannschaft Richtung Playoffs in Bestform zu bringen. Jakob Wegener blickt optimistisch auf den 16. März, wenn die Mission Titelverteidigung in Berlin startet: "Dann werden die Eisbären ihre Playoff-Form auspacken und dann wird das was."

Sendung: rbb24, 26.02.2025, 21:45 Uhr