
NDR-Sport "Wie wäre es mit uns?" - Lockerer Lockruf des VfL Wolfsburg für De Bruyne
Nach seinem Wechsel vom VfL Wolfsburg zu Manchester City stieg Kevin De Bruyne zum Superstar auf. Doch die Erfolgsära findet im Sommer ein Ende. Sein niedersächsischer Ex-Club streckt schon die Fühler aus, wenn auch vielleicht nicht ganz ernst gemeint.
"Lieber Kevin, erinnerst du dich? Du und ich vor zehn Jahren? Wie wäre es mit uns beiden wieder?", schrieb der Fußball-Bundesligist bei "X", nachdem sich De Bruyne mit emotionalen Worten in den sozialen Netzwerken von Manchester City verabschiedet hatte. Belgiens Mittelfeldstar wird den englischen Meister am Saisonende nach zehn Jahren verlassen.
"Nichts davon ist leicht zu schreiben, aber als Fußballspieler wissen wir alle, dass dieser Tag irgendwann kommt. Dieser Tag ist da - und ihr verdient es, es zuerst von mir zu hören", schrieb der 33 Jahre alte Kapitän der Cityzens. "Ich habe meinen Traum verfolgt, ohne zu wissen, dass diese Zeit mein Leben verändern würde. Diese Stadt. Dieser Verein. Diese Menschen … haben mir ALLES gegeben. Ich hatte keine andere Wahl, als ALLES zurückzugeben! Und wisst ihr was – wir haben alles gewonnen."
Zuletzt nur noch Bankdrücker
Der Kapitän der belgischen Nationalmannschaft, der in der Bundesliga auch eine Saison auf Leihbasis für Werder Bremen spielte, war 2015 vom VfL Wolfsburg zu Man City gewechselt und prägte dort eine Erfolgsära. Mit dem Club gewann er unter anderem sechs Meistertitel und 2023 die Champions League. Zuletzt hatte er unter Startrainer Pep Guardiola aber seinen Stammplatz beim kriselnden englischen Meister verloren. Sein Ende Juni auslaufender Vertrag wird nicht verlängert, De Bruyne ist damit für andere Clubs ablösefrei zu haben.
Ob er das launige Angebot der "Wölfe" wohl annimmt? Eher nicht. Wahrscheinlicher ist, dass es ihn am Ende seiner Karriere nach Saudi-Arabien oder in die USA zieht. Sein Herz wird aber weiterhin Manchester gehören: "Jede Geschichte geht einmal zu Ende, aber dies war definitiv das schönste Kapitel. Lasst uns diese letzten Momente gemeinsam genießen!", betonte er.
VfL Wolfsburg in der Krise
Beim VfL könnten sie De Bruyne sicher auch im Herbst seiner Karriere gut gebrauchen. Wolfsburg steckt in einer Krise. Alle Augen richten sich auf Trainer Ralph Hasenhüttl. Der reagierte am Freitag gelassen auf die Spekulationen über seine mögliche Ablösung nach dieser Saison.
"Warum sollte ich über meine Zukunft mit ihm reden? Ich habe hier einen Vertrag noch für das nächste Jahr", sagte der 57 Jahre alte Österreicher über ein mögliches klärendes Gespräch mit Sportchef Peter Christiansen. "Wenn das nicht der Fall wäre, dann wäre es vielleicht angeraten, dass ich mit ihm mal ein Gespräch führe. Ansonsten sehe ich nicht den Grund, warum ich das tun sollte. Wir haben andere Themen, die ein bisschen wichtiger sind für uns", so Hasenhüttl weiter.
Wie steht es um Hasenhüttls Zukunft?
Der Tabellenneunte der Fußball-Bundesliga hat nur zwei der vergangenen elf Pflichtspiele gewonnen. Nach der 0:1-Heimniederlage gegen den 1. FC Heidenheim verweigerte Christiansen ein Bekenntnis zu einem Verbleib von Hasenhüttl über diese Saison hinaus.
"Ich bin schon zu lange in dem Geschäft, als dass mich das irgendwo beschäftigen würde", sagte der Trainer am Freitag vor der Partie bei Union Berlin am Sonntag (17.30 Uhr, im NDR Livecenter), in der er mitten in der sportlichen Krise auch noch reihenweise Spieler ersetzten muss - vor allem in der Innenverteidigung. Konstantinos Koulierakis, Denis Vavro und Mathys Angely sind verletzt, Sebastiaan Bornauw ist angeschlagen. Der 18 Jahre alte U17-Weltmeister David Odogu steht damit vor seinem Bundesliga-Debüt.