SC DHfK Leipzig - TBV Lemgo Lippe - Enttäuschung nach dem Spiel bei Leipzig

Handball | Bundesliga SC DHfK Leipzig in der Krise - Klare Worte und viel Selbstkritik

Stand: 27.03.2025 16:30 Uhr

Die Handballer des SC DHfK Leipzig befinden sich im freien Fall. Die Niederlage zuletzt gegen Lemgo machte sprachlos. Über den Weg aus der Krise sprachen Spieler und Verantwortliche.

Es ist noch nicht lange her, da ging der Blick vom SC DHfK Leipzig Richtung Europa. Davon ist man momentan aber weit entfernt. Der einst so aufstrebende Bundesliga-Verein steckt seit Wochen in der Krise und holte in der Rückrunde bisher nur drei Punkte. Der Gipfel der Enttäuschung war die 26:35-Heim-Niederlage am letzten Wochenende gegen Lemgo.

Dritte Niederlage in Folge für SC DHfK Leipzig

Ein Sieg in sechs Spielen

"Es war unsere schwächste Saisonleistung. Es tut weh, wenn wir unseren Fans, vor allem zu Hause, so eine Leistung anbieten. Die Halle war hintenraus extrem still", sagte Leipzigs Rückraumspieler Simon Ernst im Interview mit SPORT IM OSTEN am Donnerstag (27. März). Einzig allein aufgrund der Tatsache, dass der SC DHfK in der Hinrunde 14 Punkte einsackte, ist es zu verdanken, dass nicht um den Klassenerhalt gebangt werden muss.

Leipzigs Simon Ernst über die Gründe der Krise

Wir haben es noch nicht geschafft, die passenden Lösungen für das jetzige Personal zu finden und auch die Leute, die neu dazugekommen sind, richtig zu integrieren." Simon Ernst bei SPORT IM OSTEN |

Dennoch ist die Rückrunde frustrierend, von den letzten sechs Spielen gewannen die Sachsen nur eins. Ernst nimmt bei der Analyse kein Blatt vor den Mund. "Wir haben gut angefangen in der Saison, sind dann aber schon in einen Abwärtsstrudel geraten. Das fing mit personellen Unruhen an, mit Verletzungen und dem Wechsel von Viggo Kristjansson im Winter. Wir haben es noch nicht geschafft, die passenden Lösungen für das jetzige Personal zu finden und auch die Leute, die neu dazugekommen sind, richtig zu integrieren."

Ernst: Jeder vom Leistungsmaximum entfernt

Zudem sei jeder ein ganzes Stück von seinem Leistungsmaximum entfernt, so Ernst, der sich mit einschloss. Auch Geschäftsführer Karsten Günther gab sich selbstkritisch. Wenn es nicht rund laufe, sei jeder in der Pflicht, sich kritisch zu hinterfragen, und das passiere gerade sehr intensiv, um mit Blick in die Zukunft "Dinge zu optimieren."

DHfK-Geschäftsführer Günther: "Keine alte Kamellen rausholen"

Mit Blick auf die restliche Saison und vor allem das Spiel am Freitag beim Tabellennachbarn Frisch Auf Göppingen ist Günther zuversichtlich, dass die Mannschaft die Kurve bekommt. "Wir wollen endlich wieder ein Erfolgserlebnis einfahren, um mit breiter Brust danach ins Derby gegen den SC Magdeburg (live bei SPORT IM OSTEN) gehen zu können. Wir wollen den Abstand nach unten weiter vergrößern, um ganz sicher, nächstes Jahr in der 1. Liga zu spielen. Außerdem will jeder Spieler beweisen, dass er es besser als gegen Lemgo kann."

Mit "Wut im Bauch" nach Göppingen

Auch Ernst ist überzeugt, dass das Team in Göppingen ein ganz anderes Gesicht zeigen wird. Man habe das Lemgo-Spiel ausgewertet und aufgearbeitet. Das kolportierte Straf- bzw. Fördertraining gab es aber nicht, sagte Ernst. Dagegen wurden neue Ideen entwickelt. Die wollte Ernst nicht ausplaudern, sondern kündigte "mehr Emotionen und Wut im Bauch" an.

Sanny Stephan