Noah Atubolu hielt den vierten Elfer in Serie

Fußball | Bundesliga Noah Atubolu: Freiburgs Torhüter und die Vorliebe fürs Elfmeterduell

Stand: 22.02.2025 15:05 Uhr

Noah Atubolu wird immer besser. Beim 5:0 gegen Werder Bremen hielt der 22-Jährige nicht nur seinen vierten Elfmeter in Serie, sondern blieb auch im vierten Spiel in Folge ohne Gegentor.

Diese gymnastische Übung war überragend. Einfach klasse und wunderbar anzuschauen, wie Noah Atubolu nach 38 Minuten den Elfmeterschuss von Andre Silva abwehrte. Der Bremer Neuzugang aus Leipzig zielte hart und platziert in die von ihm aus gesehen rechte Ecke. Freiburgs Keeper aber hatte den richtigen Riecher, hechtete mit unglaublicher Körperspannung und seiner ganzen Dynamik Richtung Ball und parierte den Strafstoß direkt vor der tobenden Freiburger Fankurve.

Es war bereits der vierte Elfmeter in Serie, den der 22-Jährige in der Bundesliga hielt. Damit stellte er den Liga-Rekord von Thomas Zander, Jörg Butt, Frank Rost und Bernd Leno ein. Auch diese vier Torhüter hielten vor ihm vier Elfer in Serie.

Die speziellen Tricks beim Elfer werden nicht verraten

Die Angst des Tormanns vor dem Elfmeter, wie es Peter Handke einst schrieb? Von wegen. Noah Atubolu ist ein Freund des Duells Eins-gegen-Eins: "Ich mag diese Situationen wirklich. Ich gegen den Stürmer alleine", verrät der Sport-Club-Torhüter seine Strafstoß-Vorliebe, "ein paar Kopfspielchen, meine Tricks, die ich immer anwende. Es ist wieder gelungen".

Verraten will er seine Tricks auf Nachfrage von SWR Sport aber keinesfalls: "Die sage ich nicht", erklärt er lachend und kopfschüttelnd, "auf gar keinen Fall". Wäre ja noch schöner, wenn die nächsten Elferschützen Atubolus Killer-Geheimnisse kennen würden: "Ich kann ja nicht meine Tricks verraten, dann klappen die nicht mehr". Fakt ist, dass er sich immer wieder akribisch auf solche Situationen vorbereitet. Mit Erfolg.

Das letzte Gegentor am 25. Januar gegen Bayern München

In jedem Fall war der gehaltene Elfer für Trainer Julian Schuster "ein sehr wichtiger Moment, das hat uns sehr geholfen". 5:0 am Ende, "ein unfassbares Spiel", strahlte auch Noah Atubolu nach den sehenswerten 90 Minuten gegen die Bremer im Gespräch mit SWR Sport, für ihn selbst und das gesamte Team: "Unsere Freitagabendspiele sind oft zum Genießen. Vor allem für Fans und Zuschauer".

Atubolu freute sich "über den Sieg und den Dreier". Aber auch "über das vierte Spiel in Folge ohne Gegentreffer. Es ist super, einfach sensationell". 1:0 in Bochum, 1:0 gegen Heidenheim, 1:0 auf St.Pauli und jetzt das famose 5:0 gegen die Werderaner. Besser geht nicht.

Atubolu nun 381 Minuten ohne Gegentor

Freiburgs junger Torhüter ist seit 381 Minuten unbezwungen, der letzte Freiburger Gegentreffer ging auf das Konto von Münchens Koreaner Kim am 25. Januar. Damals hatte der Sport-Club daheim gegen den FC Bayern unglücklich mit 1:2 verloren. Der Freiburger Rekord ohne Gegentor? Liegt schon knapp 25 Jahre zurück. In der Saison 2000/2001 blieben die Breisgauer 510 Minuten ohne Gegentreffer.

Noah Atubolu auf dem Weg zum Klassekeeper

Noah Atubolu ist trotz seiner Jugend weiter auf bestem Weg zum Leistungsträger und Klasse-Keeper des SC Freiburg. Im Sommer 2023 - nach dem Wechsel von Stammkeeper Mark Flekken - hatte das Eigengewächs des Sport-Club die Chance bekommen, sich als neue Nummer eins zu bewähren.

Ein weiteres Musterbeispiel für den "Freiburger Weg", auf hochbegabte Spieler aus der eigenen Fußballschule zu setzen. Natürlich war in dieser Zeit bis heute der eine oder andere Wackler beim 1,90-Meter-Mann mit im Spiel, bei einem jungen Talent ohne vorherige Bundesligaerfahrung aber auch völlig normal. Inzwischen hat Atubolu 54 Bundesligaspiele auf dem kräftigen Buckel, spielte allein in dieser Saison schon achtmal zu Null und ist auch ein wichtiger Faktor in der deutschen U21-Nationalmannschaft.

Julian Schuster über Torhüter Atubolu: "Ein tolles und spannendes Paket"

Auch Freiburgs Trainer ist voll des Lobs über die Entwicklung und die aktuelle Performance seines Torhüters. Nicht nur wegen der Elfmeterserie: "Das macht er sehr gut", bestätigt Julian Schuster gegenüber SWR Sport, "er hat aber auch viele Standardsituationen gut verteidigt. Er hat viele hohe Bälle abgefangen. Und dazu kommt noch, dass er mit dem Fuß gute Lösungen findet. Das ist ein tolles und spannendes Paket".

Die Torhüterzukunft steht Noah Atubolu mit Leistungen wie in den vergangenen Wochen offen. Und auch die Perspektiven des SC Freiburg in der laufenden Saison sind bestens: "Wir konnten die Fans glücklich machen, wir konnten uns glücklich machen", sagte Noah Atubolu nach dem 5:0, der Feier mit den Fans samt Megaphon auf dem Zaun und dem vorläufigen Sprung auf Tabellenplatz vier, "auch die Trainer werden sich nicht über ein 5:0 beschweren. Wir sind alle glücklich". Auch damit lag Atubolu komplett richtig.

Sendung am Sa., 22.2.2025 14:00 Uhr, Stadion, SWR1 Baden-Württemberg