
Fußball | Bundesliga Niederlage in Leipzig: Hoffenheim "bezahlt Fehler bitter"
Die TSG Hoffenheim liefert bei RB Leipzig eine starke Vorstellung ab, dann aber leisten sich die Kraichgauer entscheidende Patzer.
Nach dem nächsten Fehler von Nationaltorwart Oliver Baumann droht die TSG Hoffenheim noch tiefer in den Abstiegskampf zu rutschen. Begünstigt durch den Patzer des 34 Jahre alten Keepers sowie nach mehr als einer Stunde Überzahlspiel hat RB Leipzig die Bundesliga-Partie mit 3:1 (2:1) gewonnen.
"Wir haben einiges gut gemacht. Wir haben nicht viele Fehler gemacht. Aber die waren schwerwiegend und für die haben wir bitter bezahlt. Deshalb waren wir am Ende auch der Verlierer", sagte TSG-Coach Christian Ilzer im Sportschau-Interview.
Nach der frühen Führung der Gäste durch Tom Bischof in der elften Minute, bei der wiederum Leipzigs Keeper Peter Gulacsi unglücklich agierte, sorgte Benjamin Sesko (24.) für den Ausgleich. Dessen unplatzierten und wenig wuchtigen Kopfball ließ Baumann durch die Handschuhe rutschen. "Über den Fehler brauchen wir nicht reden. Das weiß der Oli selbst gut genug. Für uns ist wichtig, dass wir gemeinsam bleiben. Fehler gehören zum Fußball dazu. Wir werden alle gemeinsam versuchen, die Fehler zu minimieren. Und wenn Fehler passieren, haben wir die Kraft, diese zu korrigieren", sagte Ilzer.
Nach einer Roten Karten für Leo Ostigard wegen einer Notbremse (28.) erhöhte Ridle Baku (43.) vor 44.478 Zuschauern noch vor der Pause. Für die Entscheidung sorgte der drei Minuten zuvor eingewechselte Yussuf Poulsen (84.).
Torhüter mit groben Fehlern im Blickpunkt
Die ersten Chancen hatten die Gäste aus dem Kraichgau: In der dritten Minute scheiterte Bazoumana Touré an Gulacsi, drei Minuten später agierten die Hoffenheimer vor dem Tor der Leipziger nicht konsequent genug. Die erste RB-Gelegenheit: in der zehnten Minute durch Kapitän Willi Orban. Der Abwehrchef knallte per Drehschuss den Ball aber am Tor vorbei. Und dann eine Minute später auf der Gegenseite: Gulacsi, im Pokal nicht im Tor, spielte den Ball Touré in die Füße. Der passte schnell auf Bischof. Dessen Distanzschuss ins lange Eck konnte der RB-Keeper auch nicht parieren - unhaltbar sah er allerdings nicht aus.
Die Hoffenheimer Mannschaft von Coach Ilzer wirkte zunächst entschlossener, williger. Doch Leipzig kam dank Baumann zurück ins Spiel. Dem TSG-Keeper, dem bereits Mitte März beim 0:1 gegen den FC St. Pauli ein folgenschwerer Patzer unterlaufen war. Wenn auch fußballerisch nicht auf Genussniveau, passierte auch danach einiges. Nach einem Bodycheck gegen Lois Openda musste Ostigard nach nicht mal einer halben Stunde vom Platz. Das nutzte Leipzig aus, Ridle Baku drosch den Ball ins Hoffenheimer Tor - diesmal war Baumann machtlos.
Leipzig bleibt verwundbar
Was sollte Hoffenheim nun machen? Leipzig hatte sich solide eingespielt und einen Mann mehr auf dem Platz. Aber so richtig viel machten sie auch nicht draus, wirklich zwingende Chancen gab es zunächst nicht. Stattdessen war auf einmal der Ball im Leipziger Tor - verursacht durch Castello Lukeba. Vorausgegangen war aber eine knappe Hoffenheimer Abseitsposition, also: kein Treffer.
Und doch zeigte es ebenso wie eine Doppelchance der Gäste in der 70. Minute, wie verwundbar die Leipziger trotz Führung, Überzahl und drittem Treffer gegen einen Abstiegskandidaten lange Zeit sind. Trotzdem ging die TSG am Ende leer aus, weil Poulsen den Endstand markierte. Hoffenheim, auf das noch ein äußerst anspruchsvolles Restprogramm wartet, vergab damit auch im neunten Versuch nacheinander die Chance auf einen Sieg in Leipzig. In der Tabelle steht die Mannschaft mit 27 Punkten auf Rang 15, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt fünf Zähler. Am kommenden Samstag empfängt die TSG den 1. FSV Mainz 05.
Sendung am Sa., 5.4.2025 18:40 Uhr, SWR1 Baden-Württemberg