
Belastung für Eishockey-Team Fünf Spiele in acht Tagen für die Fischtown Pinguins
Die Belastung für das Team aus Bremerhaven ist momentan besonders groß. Die Profis stöhnen angesichts des Hammerprogramms nicht, aber ein Sportwissenschaftler warnt.
Es sind stressige Tage für die Fischtown Pinguins. Am Dienstagabend Heimspiel in Bremerhaven. Anschließend Regeneration im Kraftraum und dann ab in den Bus zum Auswärtsspiel nach Frankfurt – durch die Nacht. Am Mittwochabend dann das zweite Spiel innerhalb von 24 Stunden, ein hammerhartes Programm für die Profis.
"Das ist schon eine enorme Belastung, aber wir nehmen es, wie es ist. Die Jungs nehmen es, wie es ist", sagt Sebastian Furchner, der Manager Fischtown Pinguins. Auch Spieler Cedric Schiemenz fügt hinzu: "Wir sind alle fit, sind alles Profis und das steckt man irgendwie weg."
"Die Liga betreibt Raubbau an den Spielern"
Die Fischtown Pinguins trifft es in diesem Jahr besonders hart. Denn im Januar war die Eisarena in Bremerhaven für drei Wochen gesperrt, wegen eines Lecks in der Kühlung. Die verlegten Heimspiele müssen nun nachgeholt werden.
Heißt: Fünf Spiele in acht Tagen für die Pinguins. In der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ist das aber nicht ungewöhnlich – das gab es schon etwa 100 Mal. Sportwissenschaftler Ingo Froböse kritisiert die Liga jedoch für den engen Spielplan.
Da betreibt die Liga wirklich Raubbau an den Spielern und deren Gesundheit und deren Fitness und deren Leistungsfähigkeit. Wir wissen aus der Wissenschaft, dass wir bei einer solchen Belastung eine Regenerationszeit von 72 Stunden idealerweise benötigen würden.
(Ingo Froböse, Sporthochschule Köln)
Physiotherapeut hat alle Hände voll zu tun
Für den ehemaligen Profi Furchner ist das übertrieben: "Da muss ich lachen, weil wir als Eishockeyspieler es gewohnt sind und wir lieben die Herausforderung. Und deswegen haben wir eine gute Herausforderung vor der Brust. Ich sehe das nicht so dramatisch, wie das jetzt dargestellt wird, es ist auch ein bisschen Kopfsache."
Eishockey ist eine der intensivsten Sportarten überhaupt und die Belastung speziell. Durch die vielen Wechsel während des Spiels gibt es zwar viele Pausen, aber wenn die Spieler auf dem Eis sind, geben sie immer wieder in 60 Sekunden alles. Momentan hat Felix Hampel, einziger Physiotherapeut der Pinguins und für mehr als 20 Spieler zuständig, alle Hände voll zu tun.
Wir legen sehr viel Wert auf regenerative Maßnahmen, die die Jungs mit uns dann machen. Ob das ein Workout ist, einfache Thermotherapien wie Eisbad, Wärmebad, Sauna oder einfach Behandlung von mir sind.
(Felix Hampel, Physiotherapeut der Fischtown Pinguins)
Pinguins antworten mit Siegen auf Belastung
Besonders viel Zeit haben die Eishockey-Spieler dafür aber nicht. Gegessen wird in der Kabine, geschlafen im Bus. Die Pinguins nehmen es sportlich – und gewinnen beide Spiele innerhalb von 24 Stunden.
"Besser kann es nicht sein, dass wir in zwei Tagen hier jetzt sechs Punkte geholt haben. Ich glaube, es war nicht einfach", meinte Pinguins-Profi Nino Kinder. Höchstleistung bei hoher Belastung, die Fischtown Pinguins trotzen den Strapazen. Doch sie müssen in dieser Hammerwoche noch zwei weitere Spiele überstehen.
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Sportblitz, 28. Februar 2025, 18:06 Uhr