Kiels Armin Gigovic (l.) und Marko Ivezic (r.) bedrängen den Mainzer Paul Nebel.

NDR-Sport Holstein Kiel in Mainz - Es hilft nur ein Sieg

Stand: 03.04.2025 12:50 Uhr

Bei fünf Zählern Rückstand auf den Abstiegs-Relegationsrang sind Holstein Kiels Aussichten auf den Klassenerhalt sieben Spieltage vor dem Saisonende düster. Am Sonnabend beim 1. FSV Mainz 05 ist der Aufsteiger wohl schon zum Siegen verdammt.

Branchenüblich stünde in einer solchen Situation ein Trainerwechsel an, verbunden mit der Ansage, dass ein Impuls nötig sei. Den setzten die Kieler nun auf andere Weise: Sie verlängerten am Mittwoch demonstrativ den Vertrag mit Coach Marcel Rapp und seinem Trainerteam vorzeitig um zwei Jahre bis 2028.

"Wir sind von dem Weg komplett überzeugt. Das ist entscheidend - unabhängig von der jetzigen sportlichen Situation", erklärte Geschäftsführer Carsten Wehlmann am Donnerstag und erhofft sich auch "einen Push" für das Gastspiel in Mainz am Sonnabend (15.30 Uhr, im NDR Livecenter) sowie die weiteren Partien der Restsaison.

"Spieler haben applaudiert"

Darauf setzt auch KSV-Coach Rapp: Die Spieler hätten im Training applaudiert, verriet der 45-Jährige, "das nehme ich mal als gutes Zeichen hin". Das Binnenverhältnis scheint also zu stimmen. Ohnehin sieht sich Rapp auch als Psychologe und arbeitet daran, bei seinen Profis trotz der prekären Situation das "Mindset positiv zu lassen", ohne dabei "alles schönzumalen".

"Es sind herausfordernde Zeiten", räumte der KSV-Trainer ein und fügte hinzu: "Aber wir wussten auch vor der Saison, dass es so wird. Und jetzt nehme ich das Umfeld so wahr, wie ich es mir erträumt habe. Dass man ruhig ist, dass man das analysieren kann, dass man nicht emotional ist, sondern was ich immer sage: Wir wollen emotional Fußball spielen, wollen aber rationelle Entscheidungen treffen."

Rapp: "Zweikampfverhalten muss besser werden"

Das enttäuschende 0:3 gegen Werder Bremen sei analysiert und abgehakt, so der Trainer. Entscheidender Punkt sei das mangelhafte Zweikampfverhalten gewesen: "Dass wir da eine Schippe drauflegen können, haben wir schon öfter bewiesen. Und wenn uns das gelingt, ist das schon ein wesentlicher Punkt, in Mainz eine bessere Leistung zu bringen."

Gleichwohl nütze alles Reden nichts: "Wir müssen einfach Ergebnisse erzielen - das ist wichtiger denn je", sagte Rapp, der sich aber optimistisch gab, dass dies gelingt. Ebenso wie die Spieler: "Ich glaube an unser Team", erklärte Alexander Bernhardsson. "Wir haben in dieser Saison gezeigt, dass wir gegen gute Teams bestehen können", so der Schwede. Es seien noch 21 Punkte zu vergeben, "darauf liegt unser Fokus".

Restprogramm hat es in sich

Tatsächlich haben die "Störche" in dieser Spielzeit schon für die eine oder andere Überraschung gesorgt. Achtmal gingen sie als Schlusslicht in eine Partie, fünfmal konnte die KSV dabei punkten (zwei Siege, drei Remis). Weniger zuversichtlich stimmt allerdings der Blick auf das Restprogramm: Die ganz großen Brocken sind nicht dabei, dennoch haben die Kieler in der Hinrunde gegen die kommenden sieben Gegner nur zweimal gewonnen und fünf Niederlagen kassiert.

Mit der gleichen Bilanz bis zum Saisonende dürfte Holstein Kiel die Klasse nicht halten können. Bliebe als - schwacher - Trost, mit dann 23 Punkten nicht zu den zehn schlechtesten Absteigern der Bundesliga-Geschichte zu gehören.

Mögliche Aufstellungen:

Mainz: Zentner - da Costa, Jenz, Hanche-Olsen - Caci, Sano, Amiri, Mwene - Nebel, Lee - Burkardt
Kiel: Dähne - Becker, Zec, Komenda - Porath, Knudsen, Remberg, Gigovic - Bernhardsson, Skrzybski - Machino

Dieses Thema im Programm:
Die NDR 2 Bundesligashow | 05.04.2025 | 15:00 Uhr