Unterhachings Präsident Manfred Schwabl

3. Liga Schwabl zur Spielabsage - "Schwarzer Peter liegt nur bei uns"

Stand: 27.02.2025 19:05 Uhr

Fußball-Drittligist SpVgg Unterhaching hat die volle Verantwortung für die Absage der Partie gegen Hansa Rostock übernommen. Präsident Manfred Schwabl sagte BR24Sport: "Den Schwarzen Peter auf die Rostock-Fans zu schieben, ist nicht Haching-Art."

Von BR24Sport

Die SpVgg Unterhaching hätte eigentlich am Sonntag den FC Hansa Rostock im heimischen Stadion empfangen. Doch die Partie war am Mittwochabend abgesagt worden. Als Grund nannte der Deutsche Fußball Bund (DFB), dass "kein aktuelles, von den zuständigen Behörden genehmigtes Sicherheitskonzept" vorgelegen habe.

Nun hat Unterhachings Präsident Manfred Schwabl die volle Verantwortung für diese Absage übernommen: "Der schwarze Peter liegt nur bei uns", sagte er im exklusiven BR24Sport-Interview.

Schwabl bestätigte, dass das mangelnde Sicherheitskonzept der Grund für die Absage war. "Vor dem Rostock-Spiel standen wir im ständigen Austausch mit den Sicherheitsbehörden, aber anscheinend hat das nicht ausgereicht. Das müssen wir auf unsere Kappe nehmen. Das war unser Fehler." Schwabl räumt ein, dass Vorgaben vom Verein wohl zu spät erfüllt worden seien. "Dafür halte ich den Kopf hin", so Schwabl.

Schwabl will Absage nicht auf Rostockfans schieben

Dass bei der Entscheidung der Gemeinde, den Sportpark aus Sicherheitsgründen zu sperren, auch eine Rolle gespielt haben könnte, dass es während der Partie zwischen Rostock und Dynamo Dresden vor einer Woche zu Raketenwürfen und Handgreiflichkeiten kam, kann sich Schwabl vorstellen. Dennoch sagt der Präsident klipp und klar: "Das war sicherlich für die Bewertung nicht positiv. Aber den Schwarzen Peter auf die Rostock-Fans zu schieben, ist nicht Haching-Art. Das mache ich mit Sicherheit nicht."

Grundsätzlich sei es so, dass es im Sportpark Unterhaching selten bis nie größere Zwischenfälle gebe. Auch die Rostock-Fans seien in der Vergangenheit in Unterhaching nicht negativ aufgefallen. Dabei kam es im Mai 2021 nach einem Spiel zwischen Unterhaching und Hansa Rostock zu Tumulten. Während der Corona-Zeit fand das Spiel ohne Zuschauer statt, dennoch waren Rostock-Fans mitgereist, versuchten laut Polizeiangaben mit Gewalt in das Stadion einzudringen, indem sie ein Tor aufdrücken wollten und Zäune bestiegen. Durch Flaschenwürfe wurden damals zwei Polizisten verletzt.

Gemeinde: SpVgg wusste von den Forderungen seit "Beginn der Saison"

Wie die Gemeinde Unterhaching auf NDR-Anfrage mitteilte, wusste die Spielvereinigung bereits seit Saisonbeginn von den Mängeln beim Sicherheitskonzept für sogenannte Hochrisikospiele wie eben gegen Rostock. "Die Forderung, das bestehende Sicherheitskonzept zu überarbeiten, wurde dem Veranstalter bereits in der Sicherheitsbesprechung zum Beginn der laufenden Saison (05.07.2024) erstmals mitgeteilt, danach in einer eigens anberaumten Besprechung mit Gemeinde, Veranstalter und Polizeibehörden am 27.08.2024", erklärte Simon Hötzl, Pressesprecher und Wirtschaftsreferent der Gemeinde Unterhaching, auf NDR-Anfrage.

Nachdem weitere Fristen gesetzt und abgelaufen waren, habe man dann am 20. Februar "mitgeteilt, dass wir beabsichtigen, das Spiel am Sonntag gegen den FC Hansa Rostock abzusagen. Der Untersagungsbescheid für das Spiel am 02.03.2025 wurde am 25.02.2025 zugestellt.", so ein Sprecher gegenüber BR24Sport.

SpVgg-Präsident Schwabl: "Das ist mir dann auch zu heiß"

Unterhaching-Präsident Schwabl hat Verständnis für das Vorgehen: Die Sicherheit im Stadion sei "das höchste Gut", und da verstehe er auch die Gemeinde: "Wir können den Behörden nicht sagen: 'Drückt's ein Auge zu'. Wir haben sehr viele Familien mit Kindern im Stadion, das ist mir dann auch zu heiß. Ich sage: Wenn wirklich ein Punkt fehlt, sodass man sagt, es ist gefährlich, dann stehe ich voll hinter der Entscheidung."

Dass die SpVgg für die selbstverschuldete Absage möglicherweise zur Kasse gebeten wird, hält Schwabl für möglich, hofft es aber nicht. Man sei da in konstruktiven Gesprächen mit dem DFB. Da die Auflagen der Behörden inzwischen erfüllt seien, geht der 58-Jährige auch davon aus, dass einer baldigen Austragung nichts im Wege steht. Der DFB hat bereits angekündigt, die Vorgänge, "die zur überraschenden Sperrung des Sportparks durch die Gemeinde geführt haben" und mögliche Konsequenzen daraus intensiv zu prüfen. Auch Hansa Rostock prüfe die Rechtslage "zur Wahrung seiner Interessen".

Gemeinde: Baldige Spiele im Sportpark "Wille aller Beteiligten"

Ob weitere Heimspiele der SpVgg Unterhaching ausfallen, ist noch nicht sicher. Wie die Gemeinde BR24Sport mitteilte, habe sie bereits am Mittwoch "umfangreiches Material von der SpVgg Unterhaching erhalten. Aktuell sichten wir die eingereichten Teilkonzepte, fordern Unterlagen nach und geben diese dann an die anderen, zu beteiligenden Behörden weiter."

Es sei "der Wille aller Beteiligten, dass möglichst bald mit einem aktualisierten Sicherheitskonzept Spiele im Sportpark Unterhaching stattfinden. Das kommende Heimspiel am 11.03.2025 wird nicht als High-Risk-Spiel eingestuft. Aufgrund dieser Einschätzung werden wir eine einzelfallbezogene Einschätzung der Sicherheitslage treffen". Mitte März wäre dann der SC Verl zu Gast.

Zum Video: Manni Schwabls kernigste Aussagen zur Spielabsage

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Quelle: BR24 27.02.2025 - 18:30 Uhr