
Formel 1 in Japan Yuki Tsunoda zwischen Riesendruck und großer Chance
Ausgerechnet beim Heimrennen in Suzuka gibt Yuki Tsunoda sein Debüt im Red-Bull-Team. Die Erwartungen an den jungen Formel-1-Piloten sind groß, die Chancen aber auch.
Alle Augen der japanischen Motorsport-Fans werden am Sonntag auf ihn gerichtet sein, auf Yuki Tsunoda, den 24 Jahre alten Japaner, der am Sonntag um 7 Uhr (MEZ) auf dem Suzuka International Racing Course erstmals für sein neues Team an den Start gehen wird.
Tsunoda: "Diese Erfahrung kommt nie wieder"
"Was für eine Gelegenheit“, schwärmt er selbst, "mein erstes Rennen für Red Bull und das gleich bei meinem Heimat-Grand-Prix. Es gibt nicht so viele Situationen im Leben, die einen so extremen Druck und gleichzeitig so große Chancen in sich tragen. Aber solch eine Erfahrung kommt nie wieder."
Zuvor hatte Red Bull den schnellsten Fahrerwechsel in der Geschichte der Formel 1 vorgenommen. Nach nur zwei Rennen war für den Neuseeländer Liam Lawson Schluss, Tsunoda stieg vom kleinen Schwesterteam Racing Bulls ins Cockpit des Hauptteams auf.
Wie klappt es mit Verstappen?
Dort nimmt er nun beim österreichischen Rennstall einen "Schleudersitz" ein, denn Platzhirsch Max Verstappen gilt als "Kollegenfresser", der immer wieder Fahrer an seiner Seite verschleißt, wie das in der Vergangenheit vielleicht nur bei Michael Schumacher der Fall war.
Bei Yuri Tsunoda soll das anders werden. Nach dem verkorksten Saisonstart brauchen die Österreicher dringend wieder positive Schlagzeilen - mit dem neuen Fahrer am Steuer des RB 21, der trotz seines jungen Alters bereits viel Rennerfahrung aufweisen kann. Vier Ausbildungsjahre liegen hinter dem Mann aus Sagamihara, der im März 2021 beim Großen Preis von Bahrain sein Debüt in der Formel 1 gab.

Der japanische Red-Bull-Pilot Yuki Tsunoda lenkt sein Auto
Ausbildungsjahre sind vorbei
Damals startete er für AlphaTauri, das Schwesterteam von Red Bull, das zwei Jahre später dann zu den Racing Bulls umfunktioniert wurde und Tsunoda die Chance gab, sich weiter auszuzeichnen. Für das Racing-Team erreichte er im vergangenen Jahr mit 30 Punkten den zwölften Platz in der Fahrerwertung, sein bisher bestes Ergebnis.
Schon als ganz junger Fahrer war Tsunoda für seine wilden Manöver und noch wilderen Funksprüche bekannt und hatte sich den Ruf als "Enfant terrible" erarbeitet. Sein oft überschäumendes Temperament und die fehlende Konstanz über eine Saison hinweg verhinderten wohl eine frühere Beförderung nach oben.
Gute Fahrzeugkontrolle, direkter Fahrstil
Nun liegen die Gesellenjahre hinter ihm, Tsunoda muss sich in der ersten Reihe beweisen und will seine Stärken einbringen: seine gute Fahrzeugkontrolle und seinen direkten Fahrstil, mit dem der 1,60 m große Pilot oftmals gerade in der Anfangphase der Rennen punktet.
Sein ehemaliger Ziehvater Franz Tost ist sicher, das dies gelingt: "Vom Naturspeed her gehört der Yuki absolut zu den besten Formel-1-Fahrern. Und wenn er das jetzt noch in Konstanz umsetzt, wenn er das jetzt auch im Rennen hinkriegt und wenn er seine Emotionen so halbwegs im Zaum hält, dann wird das sicherlich eine sehr, sehr gute Saison werden", sagte Tost, ehemals Chef bei den Racing Bulls.
Ziel ist das Podium
Diese sehr gute Saison soll nun mit einem gelungenen Auftakt in Suzuka ihren Anfang nehmen. Tsunoda selbst hat daran keinen Zweifel. "Ich möchte die Erwartungen nicht zu hoch schrauben, aber beim Großen Preis von Japan möchte ich auf dem Podium stehen", sagt er und müsste dann wohl auch Kollege Verstappen schlagen. Seine Impulsivität und sein großes Selbstbewusstsein schlagen halt immer wieder durch.