
Marinakis wittert Verschwörung Toter Polizist - Anklage gegen Eigner von Nottingham Forest
Evangelos Marinakis ist angeklagt worden, zu Gewalt angestiftet zu haben, in dessen Folge ein Polizist ums Leben kam. Der Eigner von Nottingham Forest bestreitet den Vorwurf und geht den griechischen Premierminister an. Marinakis sei Opfer einer Verschwörung.
Dem 57 Jahre Jahre alten Marinakis, der mit einer Reederei ein Vermögen von mehreren Milliarden Euro verdient haben soll, wird nach einem Bericht der griechischen Zeitung "Kathimerini" (Onlineversion auf Englisch hier) außer der Anstiftung zu Gewalt im Sport auch die Unterstützung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Marinakis soll zu einem von mehr als 140 Angeklagten gehören, darunter Vorstandsmitglieder des Klubs Olympiakos Piräus, der dem Unternehmer ebenfalls gehört.
Ausschreitungen bei Volleyballspiel
Die Anklage steht im Zusammenhang mit einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Fans von Olympiakos und Panathinaikos vor der Halle bei einem Volleyballspiel in der griechischen Hauptstadt Athen. Ein Polizist war dabei durch eine Leuchtkugel am Bein getroffen worden. Er erlag 20 Tage später seinen schweren Verletzungen.
Es ist in Griechenland durchaus üblich, dass Fanfeindschaften aus dem Fußball zu Krawallen bei anderen Sportarten wie Volleyball und Basketball führen.
Marinakis bestätigt zwei Anklagen auf der Homepage von Olympiakos, bestreitet aber jegliche Schuld. Er und seine Kollegen im Klub würden stattdessen politisch verfolgt. Die Ermittlungen seien "eine Schande für die demokratischen Werte eines 'sogenannten' europäischen Landes".
Heftige Vorwürfe gegen den Regierungschef
Namentlich geht Marinakis den griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis von der liberal-konservativen Partei "Nea Dimokratia" (Neue Demokratie) an. Der Regierungschef habe seine Beamten und ihm nahestehende Medien instrumentalisiert, um gegen Marinakis und Olympiakos vorzugehen. Die Vorwürfe seien "frei erfunden".
Olympiakos ist Rekordmeister in Griechenland und gewann 2024 die Conference League. Es war der erste Triumph einer griechischen Mannschaft im Europapokal. Nottingham Forest, in das sich Marinakis 2017 einkaufte, ist in dieser Saison die Überraschungsmannschaft in der Premier League. Der Klub, der 1979 und 1980 den Europapokal der Landesmeister gewann, ist auf gutem Weg, sich erstmals für die Champions League zu qualifizieren. Mit Rio Ave aus Portugal besitzt Marinakis einen weiteren Verein in einer ersten europäischen Liga.
Exzentriker mit Hustenanfall
Der Unternehmer ist eine in Griechenland sehr bekannte Persönlichkeit. Er gilt als Exzentriker. Bei Olympiakos legte sich der Boss Marinakis mal mit dem Kader an und verhängte Geldstrafen, weil ihm die Leistungen missfielen. Auf Schiedrichter ist er häufiger auch nicht gut zu sprechen. Der englische Verband FA verbannte Marinakis im Oktober 2024 für fünf Spiele aus dem Stadion, weil er nach einer Niederlage beim Abgang der Schiedrichter in deren Nähe auf den Boden gespuckt habe.
Ein Hustenanfall, sagte Marinakis, das Spucken habe nichts mit den Schiedsrichtern zu tun gehabt. Die FA glaubte ihm nicht.
Bei Verurteilung droht Verlust des Postens bei Nottingham Forest
Marinakis bekam auch schon mehrmals Ärger mit der Justiz, unter anderem in einem Prozess um Spielmanipulationen 2011. Verurteilt wurde er aber nie.
Sollte sich das ändern und Marinakis in Griechenland wegen der nun gegen ihn erhobenen Anklage zu mindestens einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung verurteilt werden, würde er Nottingham Forest nicht mehr führen dürfen. Das sehen die Statuten der Premier League vor.