Marcel Klos, seit Anfang März neuer Sportdirektor beim 1. FC Kaiserslautern

Fußball | 2. Bundesliga Wie Sportdirektor Marcel Klos jungen Talenten beim FCK eine Chance geben will

Stand: 27.03.2025 08:45 Uhr

Urlaub in der Länderspielpause? Von wegen! Der neue FCK-Sportdirektor Marcel Klos hat die Zeit genutzt, um sich intensiv mit seinem neuen Arbeitgeber zu beschäftigen. Bei den Roten Teufeln will der Rheinländer einiges bewegen.

Während die Spieler in paar Tage Urlaub genießen konnten, hat ihr neuer Sportdirektor kaum geschlafen. Marcel Klos hat seinen neuen Job auf dem Betzenberg im März angetreten. Da war jetzt natürlich noch nicht die Zeit, um die Füße hoch zu legen: "Ich habe die Länderspielpause auch genutzt, um Gespräche zu führen und eine Gesprächsgrundlage zu haben. Ich habe Eindrücke gesammelt und da war das natürlich strategisch gut, dass wir diese Länderspielpause hatten", berichtet Klos im SWR Sport Podcast "Nur der FCK".

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"Die Arbeitstage sind extrem lang. Es ist so, dass ich zwischen 7 und 7:30 Uhr im Büro bin und dann relativ spät wieder im Hotel. Noch bin ich im Hotel, die Wohnungssuche ist aber eigentlich abgeschlossen. Es sind einfach viele Themen abzuarbeiten." Trotzdem hat sich Klos neben seinem FCK-Alltag auch Zeit genommen, Fußball zu schauen. Er war beim 3:1-Sieg der Deutschen U21 Mannschaft gegen Spanien in Darmstadt live dabei.

Sportdirektor Marcel Klos trägt viel Verantwortung beim FCK

Fast auf den Tag genau vier Jahre hatte der FCK keinen Sportdirektor. Der letzte seiner Art vor Klos war bis März 2021 Boris Notzon. Direkter Vorgänger von Klos war Enis Hajri - allerdings in der Funktion des Technischen Direktors. Die beiden Jobs unterscheiden sich grundlegend: Während der Technische Direktor eher im Hintergrund agiert, ist der Sportdirektor in der Hirarchie die klare Nummer eins. Für Klos bedeutet das, dass er die Gesamtveranwortung für die sportliche Abteilung trägt, außerdem für die Organisationsstruktur der Abteilungen, den Lizenbereich, den Nachwuchs, das Scouting, das Team Management und natürlich für die Kaderplanung.

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Seine Stationen im Ausland, bei Vitesse Arnheim in den Niederlanden und beim Genua CFC in Italien, haben Klos' Horizont seinen eigenen Angaben nach sprachlich und auch kulturell erweitert. Er sagt aber auch: "Jede Kultur hat positive und negative Effekte."

Der Weg von Marcel Klos ins Sportmanagement

Bis die Entscheidung stand, dass Klos seine Zukunft nicht als Trainer sondern eher in der sportlichen Führung sieht, hat es eine Weile gedauert. Zunächst war er als Nachwuchs-Coach tätig, in den Nachwuchsleistungszentren von Fortuna Düsseldorf und RB Leipzig. Ein Job, der ihm sehr viel Spaß gemacht hat. Bei Leipzig bekam er dann die Chance, neben seiner Tätigkeit als Co-Trainer der U19 auch im Scouting zu arbeiten - damals für den Bereich Polen und Tschechien. Eine Aufgabe wie gemacht für den studierten Sportwissenschaftler, der zweisprachig aufwuchs und fließend Polnisch spricht - neben Italienisch und Englisch.

Seit knapp einem Monat im Amt: FCK Sportdirektor Marcel Klos

Seit knapp einem Monat im Amt: FCK Sportdirektor Marcel Klos

Bei seiner Arbeit als Scout lerne er seinen späteren Mentor Johannes Spors kennen, der inzwischen Technischer Direktor beim FC Southampton in der Premier League ist. Zehn Jahre lang arbeiteten die beiden zuvor zusammen. "Es hat einfach direkt gefunkt auf der inhaltlichen Ebene", beschreibt Klos das Verhältnis.

Marcel Klos will beim FCK auch schwere Entscheidungen selbstbewusst treffen

Marcel Klos sagt von sich selbst, dass es ihm leicht fällt, auch mal schwere Entscheidungen zu treffen. "In der Rolle muss man einfach Entscheidungen treffen. Manchmal sind diese gut und manchmal sind sie nicht gut. Deswegen bin ich am Ende Sportdirektor und muss immer im Wohl des Vereins handeln und Entscheidungen treffen."

Simon Simoni als Krahl-Vertreter im FCK-Tor

Gegen Fortuna Düsseldorf wird es seit langer Zeit mal wieder einen Wechsel zwischen den Pfosten im FCK-Tor geben. Da sich Stammkeeper Julian Krahl beim Auswärtsspiel in Paderborn einen Teilriss des Innenbandes im Knie zugezogen hat, kommt erstmals Ersatzkeeper Simon Simoni zum Zug. Sportdirektor Klos hat vollstes Vertrauen in den jungen albanischen Nationalspieler: "Ich bin extrem froh, dass wir ihn im Winter für uns gewinnen konnten. Ein absolutes Torwarttalent mit wirklich extrem viel Potenzial. Da sind wir wirklich froh, dass wir ihn bei uns haben." Simoni ist von Eintracht Frankfurt ausgeliehen, der FCK besitzt eine Kaufoption.

Wann genau Julian Krahl wieder ins Tor zurückkehren wird, ist noch unklar, der Stammkeeper fällt auf jeden Fall für mehrere Wochen aus. Die Zeit, sich zu beweisen, kommt für Simoni zur absoluten Crunch-Time in der 2. Bundesliga. Noch acht Spieltage bleiben im Saisonendspurt. "Ich bin immer dafür, dass man junge Spieler einfach mal bringen muss und die müssen dann lernen. Natürlich kann dort auch mal ein Fehler passieren, das ist einfach so bei jungen Spielern. Was natürlich nicht heißt, dass Simon kein gutes Spiel machen wird", beschreibt Klos seine Philosophie. "Das muss auch ein bisschen die Ausrichtung des FCK sein, auch mal auf junge Talente zu setzen, die auch mal mit reinzuschmeißen und die Entwicklungsmöglichkeit zu geben."

Zweigleisig planen

Jetzt freut sich Klos zunächst einmal auf das Topspiel gegen Fortuna Düsseldorf: "Wir haben ein Heimspiel, Flutlicht, Samstag 20.30 Uhr, da ist alles gesagt. Wir haben bislang eine sehr gute Trainingswoche - und klar, wir wollen das Spiel gewinnen." Und in Bezug auf diese verrückte, weil so enge zweite Liga, wäre Klos kein guter Sportdirektor, wenn er nicht alle Optionen im Blick hätte: "Ich möchte immer vorbereitet sein, auf alle möglichen Szenarien. Ich habe meine Planungen und Listen im Kopf und auch niedergeschrieben. Da gibt es eine Kaderplanung für die erste und für die zweite Liga. Und darüber tauscht man sich natürlich auch mit dem Cheftrainer aus."