
Doppelpack von Reese Erster Heimsieg seit Oktober: Reese lässt Hertha BSC gegen Karlsruhe jubeln
Fast ein halbes Jahr lang konnten die Fans von Hertha BSC keinen Heimsieg mehr bejubeln – bis zum Samstag. Mit 3:1 gewinnen die Berliner gegen den Karlsruher SC und verschaffen sich damit Luft auf die Abstiegsränge der zweiten Liga.
- Fabian Reese trifft doppelt und nun sechsmal in den letzten sechs Spielen
- Elfmeter bringt Karlsruhe zwischenzeitlich zurück ins Spiel
- zum ersten Mal seit Ende Oktober gewinnt Hertha zwei Spiele in Folge
- rund 63.000 Berliner und Karlsruher Fans brachten gute Stimmung ins Olympiastadion
Die Fußballer von Hertha BSC haben in der 2. Bundesliga den nächsten Befreiungsschlag gelandet und den Abstand auf die Abstiegsplätze vergrößert. Dank eines 3:1 (1:0) gegen den Karlsruher SC und dem nächsten Gala-Auftritt von Offensivmann Fabian Reese konnten die Berliner am Samstag einen lange herbeigesehnten Heimsieg bejubeln. Begleitet wurde der dank einer Fan-Freundschaft der beiden Klubs von exzellenter Stimmung im Olympiastadion.

Der Spielverlauf
Der Start in die Partie gehörte zunächst den Gästen. Der KSC hatte anfänglich etwas mehr vom Spiel und in Person von Marvin Wanitzek die erste große Chance (7. Minute). Die zweite große Chance der Partie gehörte dann den Gastgebern: Nach starker Ablage per Hacke von Michael Cuisance und einem guten Pass von Derry Scherhant nahm Fabian Reese aus rund 15 Metern schräg rechts vor dem Tor Maß – und versenkte den Ball passgenau im langen Eck zur Führung.
In der 30. Minute übernahm Hertha neben der Führung auch zunehmend die Kontrolle über das Spielgeschehen. Die Berliner Defensive um den gerade noch rechtzeitig wiedergenesenen Jonjoe Kenny stand weitestgehend gut und offensiv war Hertha allen voran im Umschaltmomenten und nach Fehlern des KSC gefährlich. So wie kurz vor der Halbzeitpause, als abermals Reese einen Schuss nach unfreiwilliger Vorlage von Karlsruhes David Herold über die Latte jagte.
Kurz nach der Pause machte Reese es dann wieder besser: Nach einem Karlsruher Fehlpass verschätzte sich Gäste-Keeper Max Weiß und erwischt den Berliner mit seiner Grätsche auf Höhe der Mittellinie nicht richtig. Kurz darauf ignorierte Reese im Zwei-gegen-Zwei den mitgelaufenen (und völlig freien) Scherhant und schlenzte den Ball erfolgreich zum 2:0 ins Tor (47.).

Zehn Minuten später war es Toni Leistner, der Karlsruhe zurück ins Spiel brachte: Mit einem unnötigen, weil eher ungelenken als unglücklichen Foul bescherte Herthas Kapitän den Gästen einen Strafstoß. Wanitzek verwandelte sicher zum 1:2 aus Gäste-Sicht und Karlsruhe wurde wieder mutiger und besser. So viel besser, dass Herthas Defensive nun ins Schleudern geriet. So war zehn Minuten vor Ende auch Torhüter Tjark Ernst gefordert, Herthas Führung mit einer Glanzparade festzuhalten. Kurz darauf machte der eingewechselte Luca Schuler in der 89. Minute Herthas Sieg mit seinem Treffer zum 3:1 endgültig perfekt.
Spieler des Tages
In den letzten Wochen kann man diese Kategorie getrost in "Die Leistung von Fabian Reese" umbenennen. Der in der Hinrunde lange verletzte 27-Jährige ist fit sowohl das Herz als auch Dreh- und Angelpunkt von Hertha und war das gegen den KSC einmal mehr. Reese war gedankenschneller als alle seiner Gegenspieler und präsentierte gleich mehrfach das Feingefühl in seinem Fuß. Beide seine Tore erzielte er mit einer Mischung aus Selbstvertrauen und gutem Touch, und auch sonst prägte Reese das Offensivspiel der Hertha in nahezu jeglicher Hinsicht.

Gelebte Fan-Freundschaft: Eine gemeinsame Choreo der Fans von Hertha und dem KSC
Was war denn da los?
Das dürften sich die Zuschauerinnen und Zuschauer gefragt haben, die nur gelegentlich Spiele von Hertha BSC schauen und dabei am Samstag vielleicht zum ersten Mal eine Partie gegen den KSC verfolgten. Kurz vor dem Anstoß machte sich eine große, gemeinsame Choreografie auf den Rängen des Berliner Olympiastadions breit: "Hertha und der KSC". Anschließend sorgten rund 57.000 Hertha-Anhänger und knapp 6.000 mitgereiste Fans aus Karlsruhe – ganz im Sinne ihrer mittlerweile fast 50 Jahre anhaltenden Fanfreundschaft – für eine großartige Kulisse.
Zählbares
- Herthas Heimsieg war der erste nach 163 Tagen und sieben sieglosen Heimspielen
- in der Tabelle verbessert sich Hertha um einen Platz und steht nun auf Platz 13
- Hertha hatte weniger Ballbesitz (43 Prozent), gab aber mehr Schüsse (13:12) als Karlsruhe ab
- nächste Woche ist Hertha beim Prestige-Duell bei Tabellenführer Köln gefordert
Sendung: rbb24 Inforadio, 29.03.2025, 13:15 Uhr