Frankfurt (Oder) 15-Jähriger Schütze aus Frankfurt (Oder) trainiert für Europameisterschaft in Tallinn
Mit gerade einmal elf Jahren trainierte Anakin erstmals mit einer Luftdruck-Pistole. Wenige Jahre später ist er mehrfacher Deutscher Meister und will als jüngster Schütze bei der Europameisterschaft der Konkurrenz die Stirn bieten.
Anakin Sarrach von der Sportschule in Frankfurt (Oder) ist fünffacher Deutscher Meister und geht in der kommenden Woche zum ersten Mal bei den Junioren-Europameisterschaften im Schießen an den Start. Kaum ein anderer Sportler in seinem Alter ist so erfolgreich wie Anakin Sarrach (Anakin in Anlehnung an Anakin Skywalker, den späteren Darth Vader aus "Star Wars").
Konzentration und Teamfähigkeit nötig
In dieser Woche bereitet er sich auf die anstehenden Wettkämpfe vor. So nimmt Anakin mit ausgestrecktem Arm, einem Stirnband mit Klappe, die sein linkes Auge verdeckt, ruhig die Zielscheibe mit seiner Luftpistole ins Visier und schießt. Der großgewachsene, blonde Jungedliche weiß genau, worauf es in seiner Sportart ankommt: "Beim Schießen braucht es Teamfähigkeit - wie zum Beispiel im Mix, wo man zu zweit ist - und Konzentration. Für Menschen, die ihre Aufmerksamkeit schnell ändern, ist das eigentlich nichts. Aber ich kann mich schnell auf nur eine Sache fokussieren."
Anakin auf der Schießbahn
Mit elf Jahren zur Karriere in den Spitzensport gestartet
Auch abseits des Schießstandes ist "Ani", wie er von allen genannt wird, sehr ruhig. Er wirkt bereits deutlich erwachsener als 15 Jahre alt. Auch seine sportliche Karriere war gut geplant. "Ich wollte schon immer auf die Sportschule und habe mir alle acht dort angebotenen Sportarten angeschaut", sagt er. "Bei manchen habe ich auch einen Probe-Tag gemacht. Zum Schießen bin ich dann mit einem Kumpel hingegangen, weil auch er das cool fand. Er hat den Aufnahmetest leider nicht geschafft. Ich dann schon."
Mit elf Jahren hat Ani angefangen zu schießen. Sein erster Trainer, Christoph Herzer, hat bereits nach den ersten Probeschüssen das Talent des heute 15-Jährigen erkannt, wie er sagt. "Er hat eine gute Hand-Ruhe, kann Dinge gut und schnell umsetzen. Technik- und Leistungsaufgaben bekommt er immer gut in den Griff. Er ist gewissermaßen stressresistent", sagt Herzer.
Vor Kurzem wurde Ani dann als Jüngster in den Bundeskader aufgenommen und ist nun Teil der Junioren-Nationalmannschaft - zwei bis drei Jahre früher als üblich. Selbst sein erster Trainer zeigte sich von der Berufung verblüfft. "Ich weiß nicht, wann das letzte Mal so richtig Jugendliche am Kader waren, und vor allem von uns aus Frankfurt", sagt Herzer.
Großes Pensum und Unterstützung der Familie
Das bedeutet für den Schützen aber auch: noch mehr Training. Alle drei Wochen muss er für mehrere Tage ins hessische Wiesbaden zum Bundesstützpunkt für Spitzensport. Und auch ansonsten sind die Wochen geprägt von Schule, Training und Wettkampf. Die Strapazen nehme er gern in Kauf, sagt der Sportschüler.
Mit der Aufnahme habe er nicht gerechnet, erzählt Anakin. "Ich war unglaublich überrascht und glücklich. Mama und Papa sind ausgeflippt, als sie es gehört haben. Abends habe ich mich dann ins Bett gelegt und gedacht, wie ich es wohl hierhergeschafft habe und wie großartig es ist, endlich dabei zu sein und ganz oben mitspielen zu können."
Für seine Eltern und seine jüngere Schwester bringt Anis sportliche Karriere auch zahlreiche Veränderungen. Familienaktivitäten werden nach dem Wettkampfplan des 15-Jährigen ausgerichtet, wie Mutter Josefine sagt. "Man muss sich ganz schön umstrukturieren, wann die freien Wochenenden für Aktivitäten mit der Familie sind. Er trainiert seitdem auch viel in den Ferien. Da verändert sich zukünftig wahrscheinlich noch mehr."
Natürlich will Anakin mal an Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen teilnehmen. Aber als Nächstes steht erst einmal die erstmals ausgetragenen U16 und U18-Europameisterschaft in Tallinn an, vom 9. bis 15. Februar. Gut vorbereitet sei er jedenfalls, sagt Anakin.
Sendung: Antenne Brandenburg, 04.02.2025, 14:40 Uhr
Mit Material von Dorett Kirmse und Michael Lietz