Wolfsburgs Trainer Ralph Hasenhüttl

NDR-Sport Vorschlag von Wolfsburg-Trainer Hasenhüttl: Bei Handspiel weiterlaufen lassen

Stand: 28.02.2025 16:07 Uhr

Der umstrittene Handelfmeter von Leipzig beschäftigt den VfL Wolfsburg noch immer. Trainer Ralph Hasenhüttl macht vor dem Bundesliga-Nordduell bei Werder Bremen einen Vorschlag: Bei Handspiel die Partie erst einmal weiterlaufen zu lassen.

Diese Szene lässt ihn einfach nicht los. Wie häufig sich Hasenhüttl am späten Mittwochabend nach dem bitteren Aus im DFB-Pokal-Viertelfinale bei RB Leipzig sowie am Donnerstag und am Freitag die Bilder von der Entstehung des Handelfmeters angesehen hat, ist nicht überliefert. Dass die Entscheidung von Schiedsrichter Tobias Reichel den 57 Jahre alten Österreicher aber noch immer aufwühlt, zeigte sich auch am Freitag in der Pressekonferenz des VfL vor dem Bundesliga-Nordduell bei Werder Bremen am Sonnabend (15.30 Uhr, im NDR Livecenter).

"Vielleicht wäre es mal eine Überlegung wert, grundsätzlich bei Handspiel es einfach laufen zu lassen."
— VfL-Trainer Ralph Hasenhüttl

Hasenhüttl brachte eine Reform der Handspiel-Regel ins Gespräch. "Vielleicht wäre es mal eine Überlegung wert, grundsätzlich bei Handspiel es einfach laufen zu lassen. Weil es ja eh überprüft wird. Wie beim Abseits", sagte Hasenhüttl. "Ich muss ja nicht sofort entscheiden. Ich kann ja warten, was der VAR sagt."

Die Wolfsburger waren im DFB-Pokal nach einem 0:1 in Leipzig unglücklich ausgeschieden. In der 66. Minute war eine Flanke von Leipzigs Benjamin Sesko aus kurzer Distanz an den Arm von Wolfsburgs Kilian Fischer geprallt. Schiedsrichter Reichel entschied sofort auf Strafstoß, der VAR griff nicht ein. Selbst Spieler und Verantwortliche von RB Leipzig hatten sich verwundert über die Entscheidung gezeigt.

Hasenhüttl "mit der Faust in der Tasche" nach Bremen

Wie immer auch sein Reform-Vorschlag verfängt, in jedem Fall fahre er nun "mit der Faust in der Tasche" nach Bremen, so Hasenhüttl. "Pokal-Aus plus Hinspiel - wir wollen einfach zeigen, dass wir es besser können", sagte der gebürtige Grazer, der auch konzedierte, dass die Verarbeitung der Niederlage in Leipzig nicht so einfach sei. "Das hat schon ein bisschen gebraucht. Alleine das Spiel anzuschauen danach, fiel mir richtig schwer", räumte Hasenhüttl ein.

Im Hinspiel triumphierten die Bremer

Aus dem Hinspiel (2:4) habe man mit den derzeit kriselnden Bremern zudem "noch eine Rechnung offen. Das war wahrscheinlich unser schlechtestes Spiel der Hinrunde, wo sie uns in der zweiten Halbzeit richtig zerstört haben", sagte Hasenhüttl.

Verzichten muss der Coach auf Sebastiaan Bornauw, der mit einem "leichtem Knochenödem" im Fuß "wahrscheinlich zwischen drei und sechs Wochen" ausfallen wird. Fraglich sind noch Fischer (Rücken) und Mattias Svanberg ("leichter Erguss im Knie").

Werder-Coach Werner fordert Reaktion seines Teams

Das Aufeinandertreffen der Grün-Weißen ist ein Duell der Frustrierten. Denn nicht nur die Wolfsburger haben gehörig am Ausscheiden im DFB-Pokal zu knabbern - Bremen geht es nicht anders. Werder-Coach Ole Werner fordert nach dem bitteren Pokal-Aus bei Arminia Bielefeld (1:2) eine passende Antwort von seiner Mannschaft ein. "Es ist nicht damit getan, Dinge anzusprechen. Es kommt auf die Reaktion an. Reden können wir alle viel. Es kommt drauf an, was man auf dem Platz sieht", sagte Werner.

Dennoch gehe der Blick nun nach vorne, erklärte der Coach. Personell sieht es vor dem Duell gegen Wolfsburg nicht ideal aus. Neben dem sicher fehlenden Kapitän Marco Friedl und Stürmer Marvin Ducksch (Oberschenkelblessur) sind auch Torwart Michael Zetterer, Marco Grüll und Skelly Alvero (alle krank) fraglich.

Mögliche Aufstellungen:

Werder Bremen: Zetterer - Pieper, Stark, Jung - Weiser, Lynen, Agu - Bittencourt, Stage - Njinmah, Silva
VfL Wolfsburg: Müller - Fischer, Vavro, Koulierakis, Maehle - Svanberg - B. Dardai, Wimmer - Tiago Tomas, Amoura - Wind

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 02.03.2025 | 23:25 Uhr