NDR-Sport Einst HSV, nun Weltenbummler: Zinnbauer heuert in Algerien an
Trainer Josef "Joe" Zinnbauer stürzt sich ins nächste Abenteuer. Nach einem kurzen Intermezzo in Saudi-Arabien hat der frühere HSV-Coach nun in Algerien angeheuert. Es ist die sechste Auslands-Station für den 54-Jährigen.
Der gebürtige Schwandorfer unterzeichnete einen Zweieinhalbjahres-Vertrag bei Jeunesse Sportive de Kabylie. Beim Club aus der Stadt Tizi Ouzou folgt Zinnbauer auf Abdelhak Benchikha, der Anfang des Jahres nach nur 15 Partien auf der Bank des algerischen Rekordmeisters gefeuert wurde. Und dass, obwohl die Mannschaft als Tabellenführer auf Titelkurs liegt.
Die Leistungen waren allerdings schwankend. Nun soll der deutsche Trainer den Club zur ersten Meisterschaft seit 2008 führen. Dafür greift JS Kabylie tief in die Tasche. Laut algerischen Medienberichten erhält Zinnbauer ein Monatssalär von 60.000 Euro. Nie zuvor habe ein Coach ein solches Gehalt bekommen, hieß es.
Dementsprechend groß dürfte der Druck auf den einstigen Bundesliga-Trainer sein. "Mein Ziel ist klar: Titel mit JSK gewinnen", sagte der 54-Jährige dann auch.
Glücklos in Saudi-Arabien, gefeiert in Marokko
Zinnbauer wechselt aus Saudi-Arabien nach Algerien. Zuvor hatte er für den Al-Wehda FC an der Seitenlinie gestanden. Sein Intermezzo im Golfstaat war aber nur von kurzer Dauer. Nach lediglich 13 Partien, in denen dem Club nur drei Siege gelangen, trennten sich die Wege des Fußballlehrers und des Saudi-Pro-League-Vereins wieder.
Zuvor hatte Zinnbauer Raja Club Athletic zum Double in Marokko geführt und damit Begehrlichkeiten bei anderen Clubs geweckt. Auch als Coach des südafrikanischen Vereins Orlando Pirates (von 2019 bis 2021) war er erfolgreich. Seine Engagements beim FC St. Gallen in der Schweiz (2015 bis 2017) und in Russland bei Lok Moskau (2022) waren hingegen weniger glücklich.
24 Partien als HSV-Coach zwischen Freude und Frust
In Deutschland hatte Zinnbauer in der Saison 2014/2015 für 24 Partien für den damaligen Bundesligisten Hamburger SV verantwortlich gezeichnet. Nachdem er die Hanseaten zu Beginn stabilisiert hatte und unter anderem einen 1:0-Erfolg bei Borussia Dortmund mit der Mannschaft feierte, ging es kontinuierlich bergab. Eine 0:8-Pleite bei Bayern München am 21. Spieltag läutete eine Talfahrt ein, die Zinnbauer nicht mehr stoppen konnte. Wenige Wochen und fünf Spiele später wurde er auf Rang 16 stehend seiner Aufgaben entbunden.
Zinnbauer kehrte kurzzeitig zur U23 des HSV zurück, wechselte wenig später aber in die Schweiz. Seitdem erkundet der 54-Jährige, dessen Karriere einst beim VfB Oldenburg (von 2005 bis 2010) Fahrt aufgenommen hatte, die Fußballwelt.