Beschädigte Sitze aus Hartplastik in einem Fußballstadion.

NDR-Sport Bewachte Toiletten - Essen rüstet sich für Risikospiel gegen Hansa Rostock

Stand: 02.04.2025 17:27 Uhr

Fußball-Drittligist Hansa Rostock gastiert am Sonntagabend bei Rot-Weiss Essen. Nach Vorkommnissen rund um das Hinspiel werden erneute Zusammenstöße der Fans befürchtet. Die Clubs und die Polizei bereiten sich akribisch auf das Risikospiel vor.

"Wir bereiten uns intensiv vor und stehen im engen Austausch mit der Polizei Rostock, aber auch mit Hansa Rostock und Rot-Weiss Essen", sagte Sprecher Andreas Rothkopf von der Essener Polizei dem NDR: "Das Spiel ist für uns nicht 'Business as usual', aber aus unserer Sicht auch nicht besonders brisant."

Nach den Vorkommnissen rund um das Hinspiel (4:0), als unter anderem ein Sonderzug mit Essener Fans auf dem Weg zum Spiel attackiert worden war, waren die Einsatzkräfte ohnehin in Alarmbereitschaft. Das Verhältnis der beiden Fan-Gruppen gilt als angespannt. Im März hatte es im Zusammenhang mit dem Überfall auf den Zug eine großanlegte Durchsuchung in Essen, Oberhausen und Bochum sowie in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg gegeben. Dabei waren unter anderem zwei Kugelbomben und eine Übungsgranate sichergestellt worden.

In Essen werden die Klos bewacht

Die Polizei hat deshalb mit beiden Clubs ein Maßnahmen-Paket geschnürt. Dazu gehört, dass nur 1.900 Tickets nach Rostock gegangen sind - und ausschließlich Stehplätze. 600 Plätze neben dem Block bleiben bei dem als Risikospiel eingestuften Duell als Pufferzone frei. Im Gästebereich wird kein Alkohol ausgeschenkt.

Hansa schickt eigenen Ordnungsdienst

Von der Idee, den Gästefans lediglich mobile Toiletten zur Verfügung zu stellen, ist derweil wieder Abstand genommen worden. Vielmehr wird nun Personal abgestellt, um die sanitären Anlagen zu schützen. In Aachen hatten Hansa-Chaoten diese zuletzt zerstört. Wie Hansa Rostock auf NDR Anfrage mitteilte, wird der Club "eigenes Ordnungsdienstpersonal nach Essen entsenden, welches sich primär um infrastrukturelle Einrichtungen kümmern soll".

Vereine sollen auf ihre eigenen Fans einwirken

Zur Anzahl der Einsatzkräfte rund um das Spiel macht die Polizei "aus einsatztechnischen Gründen" keine Angaben. Es werde genau geschaut, an welchen Stellen womöglich mehr Kräfte gebraucht werden als bei "normalen" RWE-Spielen. Am Dienstag fand die bis dato letzte Sicherheitsbesprechung statt. Am Donnerstag sollen die Stadionbesucherinnen und -besucher in einem Fanbrief über die genauen Maßnahmen informiert werden.

Auch die Clubs sollen sich im Vorfeld dafür einsetzen, dass es diesmal ruhig bleibt. Hansa hatte als Reaktion auf die jüngsten Ereignisse schon die Möglichkeiten, Karten für Auswärtsspiele zu kaufen, stark eingeschränkt.

Abseits des Rasens soll es "richtig langweilig werden"

Polizei-Sprecher Rothkopf verwies auf das jüngste Essener Heimspiel gegen Dynamo Dresden. Die Begegnung galt ebenfalls als Risikospiel, doch nicht zuletzt aufgrund der Maßnahmen sei alles soweit ruhig geblieben. Auch diese Erfahrungen fließen nun in die Vorbereitungen des Spiels Essen gegen Rostock am Sonntagabend (19.30 Uhr, im NDR Livecenter) ein.

Aufgrund der Vorgeschichte habe es mehr Gespräche gegeben als sonst üblich, so Rothkopf. Die Polizei in Essen sehe sich auf den Einsatz bestmöglich vorbereitet. Das Wunschszenario: Auf dem Platz soll es gerne hoch hergehen - aber abseits des Rasens "richtig langweilig werden".

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 02.04.2025 | 22:50 Uhr