
Das Restprogramm von Eintracht Frankfurt Das Restprogramm von Eintracht Frankfurt: Das ist der Weg in die Champions League
Nach dem Sieg gegen Stuttgart hat Eintracht Frankfurt beste Chancen auf die Qualifikation zur Champions League. Auch das Restprogramm der Konkurrenten um die Königsklasse dürfte für die Eintracht sprechen.
Vier Jahre ist es her, dass es für Eintracht Frankfurt eine der größeren Enttäuschungen der jüngeren Vereinsgeschichte setzte. Mit 50 Punkten lagen die Hessen in der Saison 2020/21 sieben Spieltage vor Schluss stramm auf Kurs Champions League, verspielten die Königsklasse aber durch zwei Niederlagen in den letzten vier Spielen und mussten Borussia Dortmund, das bereits sieben Punkte Rückstand gehabt hatte, noch passieren lassen. Insbesondere die 3:4-Niederlage bei bereits abgestiegenen Schalkern vor coronabedingt leeren Rängen dürfte dem ein oder anderen Fan nachhaltig in Erinnerung geblieben sein.
Vier Jahre später ähnelt sich die Ausgangsposition, die Stimmungslage ist aber eine gänzlich andere. Brachten damals die Abgänge von Trainer Adi Hütter und Sportvorstand Fredi Bobic die Mannschaft im Saisonendspurt aus dem Tritt, sieht es bei der Eintracht 2025 alles nach eitel Sonnenschein aus. Auch die Ränge sind längst wieder voll, das ist in Frankfurt kein unbedeutender Faktor, wie man beim emotionalen 1:0 der Eintracht gegen Stuttgart sehen konnte.
Collins: "Das waren Big Points"
Es ist also alles angerichtet für die erste Champions-League-Qualifikation der Eintracht über die Liga. 48 Punkte haben die Hessen bislang aufs Konto geschaufelt und Mainz 05 am vergangenen Wochenende wieder vom dritten Tabellenplatz verdrängt. "Das waren Big Points mit Blick auf die Tabelle. Den Schwung müssen wir gegen Bremen mitnehmen", freute sich Nnamdi Collins nach dem Sieg gegen Stuttgart.
Denn das ist auch klar: Verteilt sind die Preise noch nicht. Mit dem 1. FSV Mainz 05, Borussia Mönchengladbach, RB Leipzig und dem SC Freiburg gibt es sieben Spieltage vor Schluss vier weitere ernsthafte Bewerber um die Plätze zur Königsklasse.
Topspiel bei heimschwachen Bremern
Der Spielplan hat es dabei in Sachen Restprogramm vermeintlich gnädig mit der Eintracht gemeint. Am kommenden Samstag reisen die Hessen zum Topspiel nach Bremen, Werder liegt aktuell auf Tabellenplatz 12 und hat von den vergangenen fünf Spielen nur zwei gewinnen können. Vor allem im eigenen Stadion tun sich die Bremer schwer und haben erst 13 Punkte geholt.
Im Anschluss warten Heidenheim (H), der FC Augsburg (A), RB Leipzig (H), Mainz (A), St. Pauli (H) und der SC Freiburg (A) auf die Eintracht. Die Hessen haben gegen RB, Mainz und Freiburg also gegen direkte Konkurrenten die Möglichkeit, Nägel mit Köpfen zu machen. Heidenheim und St. Pauli sind Abstiegskandidaten, Augsburg ein klassischer Mittelfeldklub. Aber Achtung: Sowohl Heidenheim als auch Augsburg liegen in der Formtabelle relativ weit oben, haben also aufsteigende Tendenz. Der FCA glänzt vor allem durch seine Defensive und hat in den vergangenen sieben Spielen nur ein Tor kassiert.
Mainz noch gegen Bayern und Bayer
Der erste Verfolger aus Mainz hat nach der Niederlage in Dortmund zunächst ein Heimspiel gegen Kiel, anschließend geht es gegen Hoffenheim (A) und Wolfsburg (H). Am 31. Spieltag muss der FSV dann zu den Bayern, anschließend kommt es zum Duell gegen die Eintracht. Nach einem Auswärtsspiel in Bochum wartet mit Leverkusen zum Saisonausklang der dritte Brocken nach dem FCB und der Eintracht. Ein einfaches Programm sieht anders aus.
Ebenfalls weit oben in der Formtabelle steht die Elf von Borussia Mönchengladbach, die sich nach schwierigem Saisonstart bis auf Platz fünf vorgeschoben hat. Die Borussen treffen in den verbleibenden Spielen noch auf St. Pauli (A), Freiburg (H), Dortmund (A), Kiel (A), Hoffenheim (H), Bayern München (A) und Wolfsburg (H). Mit St. Pauli, Kiel und Hoffenheim geht es also gegen drei Abstiegskandidaten, mit Dortmund und den Bayern warten aber auch noch zwei Top-Gegner.
Robin Koch: "Wir müssen jeden Punkt mitnehmen"
RB Leipzig, der nominell stärkste Konkurrent, trifft noch auf Hoffenheim (H), Wolfsburg (A) und Kiel (H), bevor dann das Duell mit der Eintracht ansteht. Im Anschluss folgen Spiele gegen die Bayern (H), Werder (A) und den VfB Stuttgart (H). Ein eher schweres Restprogramm hat der SC Freiburg. Schon mit Niederlagen gegen Dortmund (H) und Gladbach (A) könnte sich das Thema Königsklasse erledigt haben. Es folgen Spiele gegen Hoffenheim (H), Wolfsburg (A), Leverkusen (H) und Kiel (A), bevor es zum Showdown mit der Eintracht kommt.
"Uns ist allen klar, dass es jetzt in die heiße Phase geht. Wir müssen jeden Punkt mitnehmen", sagte Eintracht-Ersatzkapitän Robin Koch nach dem Stuttgart-Spiel. Genau das gelang 2021 eben nicht, die verpasste Champions-League-Quali war damals freilich eine große Enttäuschung, und sie wäre es in 2025 noch viel mehr. Damals allerdings hatte der schwache Endspurt auch sein Gutes: Am Ende stand nämlich die Qualifikation für die Europa League. Und wie das ausgegangen ist, dürfte den allermeisten Fans noch klarer in Erinnerung sein als der Saisonendspurt zuvor.