
Ansprechstelle Safe Sport Starke Nachfrage nach Beratung zu Gewalt im Sport
Knapp zwei Jahre nach ihrer Gründung hat die unabhängige Beratungsstelle für Gewalt im Sport eine erste Bilanz vorgelegt.
"An der Zahl der Beratungsanfragen und Hilfegesuche sehen wir, wie wichtig und notwendig die Arbeit der Ansprechstelle Safe Sport ist", erklärte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), deren Haus die Stelle fördert, am Donnerstag anlässlich der Bilanz.
15 Anfragen pro Monat
Demnach gingen von Juli 2023 bis Dezember 2024 insgesamt 223 Beratungsanfragen und Hilfegesuche zu Vorfällen von Gewalt im Sport aus dem gesamten Bundesgebiet ein. Die Anzahl der Beratungsanfragen sei kontinuierlich gestiegen, aktuell gingen etwa 15 neue Anfragen pro Monat ein, hieß es weiter.
Die Betroffenen erleben dabei den Angaben zufolge meist verschiedene Kombinationen von Gewalt. Bei 47 Prozent und damit knapp der Hälfte der berichteten Gewaltformen handelt es sich um psychische Gewalt, bei etwa einem Drittel (36 Prozent) um sexualisierte Gewalt.
In acht Prozent der Fälle geht es um physische, in sieben Prozent um digitale Gewalt. Mit 86 Prozent die große Mehrheit der Hilfegesuche bezieht sich laut Bericht auf Gewalterfahrungen von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren.
Wichtige Rolle im Kinder- und Jugendschutz
Die Ansprechstelle Safe Sport nehme damit eine wichtige Rolle im Kinder- und Jugendschutz ein, erklärte das Innenministerium. Die Ansprechstelle bietet sowohl Zugang zu psychologischer als auch juristischer Beratung.
Bei 42 Prozent der im Jahresbericht registrierten Hilfegesuche war ausschließlich eine juristische Beratung gefragt, bei weiteren 36 Prozent nur eine psychologische. In 22 Prozent der Fälle waren beide Beratungsformen zusammen involviert.