Tom Kühnhackl von den Adlern Mannheim

Halbfinale in der DEL Adler Mannheims Kühnhackl - großer Name, große Ziele

Stand: 03.04.2025 21:31 Uhr

Nach dem 1:3 im ersten Halbfinal-Duell sind die Adler Mannheim im Heimspiel am Freitagabend im Heimspiel gegen die Eisbären Berlin gefordert.

Es ging eher locker zu am Donnerstag beim Abschlusstraining der Adler in der Mannheimer Arena. Regeneration war angesagt: "Wir haben ein bissel die Beine bewegt, den Kreislauf angeregt", beschrieb Angreifer Tom Kühnhackl vor dem ersten Halbfinal-Heimspiel (Freitag, 19:00 Uhr) gegen Berlin im Gespräch mit SWR Sport die Szenerie in der großen Halle.

Kühnhackl? Tom Kühnhackl? Der junge Mann trägt in der Tat einen berühmten Namen auf seinem Mannheimer Trikot. Tom Kühnhackls Vater Erich galt in den 1970er und 80er Jahren als der beste Eishockeystürmer Deutschlands, eine Legende wie Franz Beckenbauer oder Gerd Müller im Fußball. Erich Kühnhackl war olympischer Bronzemedaillengewinner, mehrfacher Deutscher Meister, Torjäger und Topscorer der damaligen Bundesliga.

Tom und Erich Kühnhackl bei der Verleihung des bayerischen Sportpreises

Tom und Erich Kühnhackl bei der Verleihung des bayerischen Sportpreises

Die Kühnhackls - eine Eishockey-Familie

Sohn Tom aber, 33 und seit 2023 in Mannheim unter Vertrag, steht seinem erfolgreichen Vater Erich, inzwischen 74, in nichts nach: Kühnhackl-Junior, ein kräftiger und kampferprobter Stürmer, ist zwar nicht so torgefährlich wie einst Kühnhackl-Senior, der - großgewachsen und mit wehendem Haarschopf - im Trikot des EV Landshut und der Kölner Haie durch die Abwehrreihen der Konkurrenz pflügte und bei den Verteidigern für Angst und Schrecken sorgte.

Dafür gilt Tom Kühnhackl als einer der besten Defensivstürmer im deutschen Eishockey, ist eine feste Größe im Nationalteam und wurde 2016 und 2017 gleich zweimal Gewinner des renommierten Stanley-Cups mit den Pittsburgh Penguins in der nordamerikanischen Profiliga NHL. Der weltweit wichtigsten Vereins-Trophäe.

Das erste Spiel bei den Eisbären verloren die Adler 1:3

Meisterehren in der DEL aber fehlen Tom Kühnhackl noch in seiner Titelsammlung. Was nicht ist, kann aber noch werden. Vielleicht noch in dieser Saison? Fakt ist, die Mannheimer Adler stehen aktuell im Playoff-Halbfinale gegen die Eisbären aus Berlin.

Und auch wenn die Kurpfälzer das erste Spiel in der Hauptstadt verloren haben, für Kühnhackl ist vor dem Heimspiel am Freitagabend in der SAP-Arena alles offen: "Das erste Spiel war sehr knapp", bilanziert Tom Kühnhackl im Gespräch mit SWR Sport das 1:3 vom Dienstagabend, "es hätte in beide Richtungen gehen können. Fehler haben das Spiel entschieden. Man darf Berlin einfach nichts geben, die sind offensiv sehr talentiert. Deshalb müssen wir Fehler abstellen so gut wie's geht".

Tom Kühnhackl und das erste Spiel bei den Eisbären Berlin

Tom Kühnhackl: "Berlin hat individuelle Klasse"

Gar nicht so einfach gegen ein Top-Team wie den amtierenden Meister aus der Hauptstadt, gleichzeitig mit zehn Titeln auch Rekord-Champion der DEL: "Die haben individuelle Klasse", bestätigt Tom Kühnhackl, "wir müssen halt so gut wie möglich dagegenhalten."

Im ersten Duell in Berlin hatten die Mannheimer den angriffstarken Titelverteidiger taktisch ausgereift und diszipliniert lange Zeit in Schach, ehe Liam Kirk und Top-Torjäger Ty Ronning die Eisbären mit zwei Treffern in Führung schossen. Erst kurz vor Spielende schaffte Kapitän Marc Michaelis in Überzahl das Anschlusstor, ehe Frederik Tiffels Sekunden vor der Schlusssirene den Puck zum 3:1-Endstand ins leere Adler-Gehäuse schob. Keeper Arno Tiefensee hatte sein Gehäuse für einen sechsten Feldspieler verlassen.

Arno Tiefensee und der kuriose Führungstreffer in Spiel eins

Arno Tiefensee war auch der vieldiskutierte Protagonist in diesem ersten Aufeinandertreffen: Der hochtalentierte junge Torhüter der Kurpfälzer krabbelte vor dem Führungstor der Berliner seltsam orientierungslos übers Eis, kam einfach nicht auf die Beine und in Aktion. Die Auflösung der kuriosen Szene: "Bei Arno ist die Schnalle der Schiene aufgegangen", hieß es offiziell von Seiten der Mannheimer nach Spielende. Dadurch war offenbar der Knieschoner unter der Beinschiene verrutscht, blockierte daher den Bewegungsablauf, der sonst so starke 22-jährige Keeper konnte nicht aufstehen, den Treffer nicht verhindern.

Der erste Sieg ging also an Berlin. Tom Kühnhackl aber, mit rauschendem Playoff-Vollbart gegenüber SWR Sport, ist vor dem ersten Halbfinal-Auftritt in Mannheim nach wie vor optimistisch: "Wir wollen Wiedergutmachung für letzte Saison." Vor einem Jahr waren die Adler bereits im Viertelfinale gegen den späteren Meister Berlin ausgeschieden. Jetzt findet das Giganten-Duell der beiden DEL-Schwergewichte im Halbfinale statt: "Wenn wir so weiterspielen, dann haben wir eine gute Chance, dass wir Spiele gegen die Eisbären gewinnen."

Vier Siege braucht es für die Adler in der Best-of-Seven-Serie, um ins Finale gegen Ingolstadt oder Köln einzuziehen. Die Vorfreude auf die Partie am Freitagabend im Mannheimer Eishockey-Stimmungstempel jedenfalls ist deshalb auch bei Tom Kühnhackl riesengroß: "Dafür spielt man Playoffs, dass man vor heimischer Kulisse spielen kann", sagt der Mann mit dem berühmten Eishockeynamen, "das ganze Jahr waren wir daheim sehr gut. Das hilft natürlich, wenn man die Fans im Rücken hat."

Tom Kühnhackl und das erste Heimspiel gegen Berlin

Auch wenn die Aufgabe gegen die Eisbären aus Berlin auf den ersten Blick fast unlösbar erscheint, der Titel nicht unbedingt als Saisonziel für die neuformierte Mannheimer Mannschaft ausgegeben wurde: Deutscher Meister mit den Adlern, das würde Tom Kühnhackl unglaublich gut gefallen. Dann hätte er auch hier mit Papa Erich gleichgezogen.