Ragnar Ache vom FCK

Fußball | 2. Bundesliga Fünf Gründe, warum der FCK bis zum Ende ganz oben mitmischen kann

Stand: 02.04.2025 08:21 Uhr

Nach dem Sieg gegen Fortuna Düsseldorf geht der FCK in der 2. Bundesliga als Dritter in den Saisonendspurt. Es gibt gute Gründe, warum die Roten Teufel bis zum Schluss um den Aufstieg kämpfen könnten.

Nach dem 3:1 (1:0) im Spitzenspiel gegen Fortuna Düsseldorf hat der 1. FC Kaiserslautern weiter alle Chancen, in den Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga einzugreifen. Die Pfälzer stehen vier Punkte hinter Tabellenführer Köln und drei Punkte hinter dem HSV auf dem dritten Platz. In den letzten sieben Spielen gibt es gleich mehrere Dinge, die dem FCK Mut machen können.

1. Ragnar Ache ist zur richtigen Zeit in Topform

Mit sechs Tore aus den letzten vier Spielen ist der Angreifer der Roten Teufel in absoluter Topform. Seit der 26-Jährige im Januar nach seiner Wadenverletzung in den Kader zurückkehrte ist, steigerte er sich stetig. Ache hat mittlerweile 16 Saisontreffer auf dem Konto und duelliert sich mit Davie Selke (HSV, 17 Tore) und dem Magdeburger Martijn Kaars (16) um die Torjägerkrone.

Seine Qualitäten bewies Ache zuletzt gegen Düsseldorf erneut eindrucksvoll, als er mit einem wuchtigen Kopfballaufsetzer das 2:1 erzielte und den FCK auf die Siegerstraße brachte. Der Angreifer könnte zu dem Schlüsselspieler in den letzten sieben Spielen werden. Die nächste Chance zum Toreschießen bietet sich Ache am Sonntag (06.04.25), wenn der FCK um 13:30 Uhr beim 1. FC Magdeburg antritt. Dann kommt es nicht nur Torjäger-Duell mit Kaars, sondern auch mit einem direkten Konkurrenten um den Aufstieg. Aktuell hat der FCK 46 Punkte auf dem Konto, Magdeburg ist mit drei Zählern weniger Fünfter.

2. Die Winterneuzugänge schlagen ein

Maximilian Bauer und Tim Breithaupt wurden im Winter vom FC Augsburg ausgeliehen. Sportlich hat sich das für beiden Seiten ausgezahlt. Bauer und Breithaupt kommen auf Spielzeit, die sie beim Bundesligisten vermutlich in der Rückrunde unter Trainer Jess Thorup nicht bekommen hätten.

Bauer ist seit seinem Wechsel an den Betzenberg nicht aus der Mannschaft wegzudenken. In allen acht bisherigen Spielen stand der 25-Jährige über die vollen 90 Minuten auf dem Platz. Und auch, wenn die Defensive des FCK mit zuletzt fünf Gegentoren in drei Spielen nicht ganz so sattelfest daherkam, ist Bauer die erhoffte sofortige Verstärkung.

Ähnlich sieht es bei Tim Breithaupt eine Position weiter vorne aus. Nach einem Teileinsatz zu Beginn bei Hertha BSC stand der defensive Mittelfeldspieler zuletzt sechs Mal in der Startelf. Beide sorgen durch ihre Bundesligaerfahrung dafür, dass die Mannschaft von Trainer Markus Anfang routiniert und abgeklärt auftritt.

3. Die Unterstützung durch die FCK-Fans

Große und aktive Fanszenen haben viele Traditionsvereine in der 2. Liga. Was aber die Anhänger der Roten Teufel vor dem Spiel gegen Düsseldorf auf die Beine stellten, zeigte einmal mehr, dass der FCK mit seinen Fans ein Alleinstellungsmerkmal besitzt. Eine Choreo, die selbst nach Schlusspfiff noch für Staunen bei den FCK-Profis sorgte. Ein Teufel, der aus einem Pentagramm hervorging. Dazu ein Spruch auf Latein, der übersetzt lautet: "Erhöre uns, Luzifer, steige aus dem Abgrund auf und nimm' unsere Seelen. Führe uns zum Licht, herrsche über die Welt, erhebe dich aus den Flammen und erscheine."

Gegen Düsseldorf sorgte die Unterstützung für den siebten Heimsieg der Saison. Auch in den restlichen drei Heimspielen gegen Nürnberg, Schalke und Darmstadt darf sich die Mannschaft der Unterstützung von den Rängen sicher sein. Dazu findet sich im zweiwöchentlichen Rhythmus auch eine ebenso lautstarke wie frenetische Auswärtsschar an FCK-Fans zusammen. Die Euphorie dürften in den kommenden sieben Spielen kaum schwinden.

Dabei träumen längst nicht alle Anhänger vom Aufstieg in die Bundesliga. Viele sind der Meinung, dass dem Klub ein weiteres Jahr in der 2. Liga gut tun würde. Andere sagen, man müsse die Chance nun auch ergreifen, wenn sie sich denn schon bietet. Was die FCK-Fans in dieser Saison jedoch eint: die Unterstützung des Teams auch in schwierigen Phasen der Saison. Die letzten Jahre ohne die großen Erfolge haben rund um den Betzenberg für ein gesundes Maß an Demut gesorgt.

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4. Die Breite im Kader

Bereits 31 Spieler hat der FCK in dieser Saison eingesetzt. Zugegeben: Einige davon wie Boris Tomiak oder Dickson Abiama stehen nun bei anderen Klubs unter Vertrag. Und doch ist es ein Zeichen für die Breite des Kaders, zumal im Winter die Abgänge mehr als kompensiert wurden. Das hilft Trainer Anfang dabei, immer wieder eine schlagkräftige Truppe aufs Feld schicken zu können.

Aches Verletzung im vergangenen Jahr konnte damit ebenso kompensiert werden wie zuletzt der Ausfall von Daisuke Yokota. Der aus Gent ausgeliehene Japaner - im Verlauf der Saison immer mal wieder als Unterschiedsspieler in Erscheinung getreten - musste zuletzt mit einer Risswunde am Fuß passen. Ein breiter Kader kann im Endspurt der Saison zum Trumpf werden, wenn die Kräfte schwinden und Profis in die Bresche springen können, die zuvor zwar fit, aber nicht erste Wahl waren.

5. Die Torwartposition

Als sich Julian Krahl bei der 3:5-Niederlage beim SC Paderborn eine Teilruptur des Innenbandes zuzog stellte sich die Frage, wie und ob der FCK den Ausfall der unangefochtenen Nummer eins kompensieren kann. In Paderborn wurde Krahl in den letzten Minuten durch Simon Simoni ersetzt. Der erst 20-jährige Albaner war bis dahin ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Auch gegen Düsseldorf stand Simoni zwischen den Pfosten - und sorgte für Erleichterung auf den Rängen. Mit einem abgeklärten und unaufgeregten Auftritt er mit dafür, dass der FCK die Partie mit 3:1 gewann.

Simoni wird auch in den nächsten Spielen im Tor der Roten Teufel stehen. Je nachdem, wie Genesung bei Krahl verläuft, könnte der Stammkeeper in den letzten Spielen der Saison noch zurückkehren, wenn es um den Kampf um den Aufstieg geht. Der FCK könnte dann immer noch ganz oben dabei sein, Gründe dafür gibt es genug.

Sendung am So., 6.4.2025 22:05 Uhr, SWR Sport, SWR