Fußball | Bundesliga RB Leipzig auf der Suche nach Konstanz
Die Ziele für die Saison 2024/25 waren hoch gesteckt. In der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Champions League wollte RB Leipzig möglichst lange ein Wörtchen mitreden. Doch zumindest auf internationaler Ebene wurde es schnell still um die Mannschaft von Marco Rose. Ein Problem ist die verletzungsbedingte dünne Personaldecke, die im Winter nach Möglichkeit verstärkt werden soll.
Ob RB Leipzig mit dem ersten Halbjahr der Saison 2024/25 zufrieden ist, darf bezweifelt werden. Dafür ist die sportliche Bilanz zur Winterpause zu durchwachsen. Die Leistungen in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League reichen von erstklassig bis völlig inakzeptabel. Und das zeigt deutlich: Es fehlte an Konstanz.
Pokal hui, Champions League pfui - RB Leipzig spielt eine durchwachsene Saison. (Archiv)
Bundesliga-Kurs in Richtung Champions League
In der Bundesliga liegt das Team von Cheftrainer Marco Rose zur Winterpause im Soll. Nach einem insgesamt eher holprigen Saisonstart konnte sich die Mannschaft stabilisieren und spielte eine insgesamt solide Hinrunde, die mit 27 Punkten aus 14 Spielen aktuell den vierten Tabellenplatz und damit die erneute Teilnahme an der Champions League in der kommenden Saison bedeutet.
Nur eine Liga-Niederlage zu Hause
Vor allem die Heimstärke in der Red Bull Arena war ein wichtiger Faktor für die Punkteausbeute. In sieben Spielen kassierte RB nur eine Niederlage. Nur der FC Bayern und Dortmund waren in dieser Hinsicht besser und blieben vor eigenem Publikum ungeschlagen. Auswärts zeigte die Mannschaft jedoch häufig Schwächen und musste mit drei Niederlagen in acht Spielen einige ungeplante Punktverluste hinnehmen.
Wiederauferstehung im Dezember
Bemerkenswert war die Leistungssteigerung im Dezember, als RB nach einem sieglosen November wieder in die Erfolgsspur zurückfand. Zunächst wurde Holstein Kiel auswärts mit 2:0 besiegt, dann folgte am 14. Spieltag der wichtige 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt, bei dem die Mannschaft trotz großer Verletzungssorgen eine starke Leistung zeigte. Die desaströse 1:5-Niederlage beim FC Bayern am 15. Spieltag versetzte der RB-Elf jedoch einen herben Dämpfer.
DFB-Pokal: RB Leipzig peilt dritten Triumph an
Einen solchen Nackenschlag gab es im DFB-Pokal bislang nicht. RB überzeugte in den bisherigen Pokal-Spielen und erreichte ohne größere Probleme das Viertelfinale gegen den VfL Wolfsburg. Bisheriger Höhepunkt war der klare 3:0-Sieg im Achtelfinale gegen Eintracht Frankfurt am 4. Dezember. Dieser Erfolg war besonders wichtig, weil er nach dem Sieglos-November kam und der Mannschaft neues Selbstvertrauen gab.
Das 3:0 im Pokal-Achtelfinale war ein Höhepunkt der bisherigen Saison. (Archiv)
Totalausfall in der Champions League
Die größte Enttäuschung der bisherigen Saison - das frühe Aus in der Ligaphase der Champions League - konnte dieses Selbstvertrauen aber nicht verhindern. Auch wenn noch zwei Spiele in der Königsklasse gegen Sporting Lissabon und Sturm Graz anstehen, steht das Ausscheiden nach sechs Niederlagen in den bisherigen sechs Gruppenspielen bereits fest. Nicht nur sportlich, sondern auch finanziell bedeutet das sichere Aus einen herben Rückschlag für den Verein.
Leistungsträger mit langen Fehlzeiten
Auch personell musste RB Leipzig einige Rückschläge hinnehmen. Jüngstes Beispiel ist Benjamin Henrichs, dessen Saison nach einem Achillessehnenriss gegen den FC Bayern vorzeitig beendet ist. Die schwere Verletzung des variablen und wichtigen Außenbahnspielers passt in die bisherige Seuchensaison der Leipziger. Auch die Leistungsträger Xaver Schlager, Yussuf Poulsen, David Raum und Xavi Simons fielen bereits monatelang aus.
Leistungsträger wie Xavi Simons standen RB oft verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. (Archiv)
Nachschub für die Defensive?
Unabhängig von Henrichs Verletzung will Leipzig in der Winterpause auf dem Transfermarkt aktiv werden. Dabei geht es weniger um einen Ersatz für den Außenverteidiger. Vielmehr soll ein Linksfuß für die Abwehr verpflichtet werden, der ähnliche Fähigkeiten wie Raum besitzt.
RB Leipzig oft mit Ladehemmung
Neben der Defensive ist auch die Offensive ein Thema. Der von Paris Saint-Germain ausgeliehene Simons wird den Verein voraussichtlich im Sommer 2025 endgültig verlassen, und ohne den verletzten niederländischen Spielmacher ist es im offensiven Mittelfeld schon jetzt eng. Nur 24 Tore hat Leipzig in 15 Ligaspielen erzielt, zwölf weniger als im gleichen Zeitraum der Vorsaison. Doch es gibt auch positive Beispiele: Das Sturmduo Lois Openda/Benjamin Sesko traf bis zur Winterpause zwölfmal in der Liga (je sechs Tore).
Lois Openda und Benjamin Sesko wissen, wo das Tor steht. (Archiv)
Es geht auch um Roses Job
Was das 1:5 in München noch einmal verdeutlicht hat: Die zweite Saisonhälfte wird zur Nagelprobe für Rose. Der Trainer muss es schaffen, seine Mannschaft taktisch flexibler und konstanter aufzustellen. Durch das Aus in der Champions League hat er jedenfalls mehr Trainingszeit, um seine Ideen umzusetzen. Eine kolportierte Freistellung konnte er mit dem Weiterkommen im Pokal gegen Frankfurt noch abwenden, eine Jobgarantie bis zum Vertragsende im Sommer 2026 hat Rose deshalb aber noch lange nicht.
ten/dpa