Oliver Seidler

Handball | 2. Bundesliga HC Elbflorenz feiert Heimsieg – Dessau verspielt Vorsprung

Stand: 26.03.2025 21:30 Uhr

Der HC Elbflorenz hat nach dem Tor-Eklat-Spiel in Lübeck einen souveränen Heimsieg gegen Ludwigshafen gefeiert. Leer ging indes der Dessau-Roßlauer HV aus, der einen Fünf-Tore-Vorsprung noch aus der Hand gab.

Dresden souverän gegen Ludwigshafen

Die Handballer vom HC Elbflorenz haben nach dem Heim-Debakel gegen Hagen vor eigenem Publikum wieder in die Spur gefunden und die Eulen aus Ludwigshafen mit 32:25 bezwungen.

Erste Hälfte auf Augenhöhe

Die Zuschauer sahen eine umkämpfte erste Hälfte, wobei sich beide Teams bei der Effizienz im Angriffsspiel auf Augenhöhe begegneten. Nach gut 15 Minuten stellte HCE-Chefcoach die Abwehr auf 5:1 um, was der Verteidigung mehr Stabilität brachte. Allerdings gab es danach auch immer wieder technische Fehler. Somit gelang den Sachsen nur kurzzeitig eine Zwei-Tore-Führung (13:11/21.), ehe es beim Stand von 15:14 in die Pause ging.

Top-Scorer Seidler sieht Rot - Dresden zieht dennoch davon

Kurz nach dem Wechsel gingen die Gastgeber erstmals mit drei Toren in Front (18:15/32.). Zwei Minuten später sah Dresdens Oliver Seidler, der mit sieben Toren, der bis dahin bester Werfer des Spiels war, nach einem Foul die Rote Karte. Der Feldvereis tat dem Dresdner Spiel allerdings keinen Abbruch, denn der HCE zog in der Folge immer weiter davon. Großen Anteil daran hatte nicht nur Keeper Robin Centegral (13 Paraden), sondern auch Doruk Pehlivan, der eine bärenstarke Abwehrleistung zeigte. Nach 54 Minuten betrug der Vorsprung erstmals sieben Tore (29:22), der bis zum Ende verteidigt werden konnte. Bester Werfer neben Seidler war Timo Löser, der sechs Treffer erzielte.

Dessau-Roßlauer HV kassiert bittere Heimniederlage gegen Hagen

Der Dessau-Roßlauer HV hat im Heimspiel gegen Eintracht Hagen eine äußerst unnötige 25:28 (16:12)-Niederlage eingesteckt. Dabei sahen die "Biber" bis Mitte der zweiten Halbzeit wie die sicheren Sieger aus, brachten sich in einer emotionalen Schlussphase aber noch um den Lohn.

DRHV von Beginn an dominant

Trotz des Ausfalls von David Misovych, der sich bei der Nationalmannschaft einen doppelten Außenbandriss im Sprunggelenk zuzog, fand der DRHV gut ins Spiel. Binnen acht Minuten lagen die "Biber" bereits vier Treffer in Front (5:1), weil Hagen offensiv kaum etwas zustande brachte und sich durch zwei Zeitstrafen zudem frühzeitig selbst schwächte. Zwar konnten sich die Gäste in der Folge zwischenzeitlich wieder heranwerfen, doch der DRHV schaltete umgehend und erhöhte seinerseits wieder das Tempo. Comebacker Yannick Danneberg stellte nach 17 Minuten erneut auf vier Punkte Abstand (9:5), kurz darauf vollbrachte es Hagens Joshua Thiele, noch vor Ende der ersten Halbzeit mit Rot des Feldes verwiesen zu werden (23.). Das spielte den Hausherren zusätzlich in die Karten, die sich nun teils zauberhaft zu eigenen Punkten kombinierten und zur Pause verdientermaßen 16:12 führten.

Uwe Jungandreas (Dessau, Trainer)

DRHV-Trainer Uwe Jungandreas verging mit zunehmender Spieldauer das Lachen.

Bülow fliegt, "Biber" brechen ein

Zu Beginn der zweiten Hälfte war auf beiden Seiten etwas Sand im Getriebe. Dann wurde es unübersichtlich. Nach einer harmlos wirkenden Aktion sah Vincent Bülow in Spielminute 36 urplötzlich die rote Karte – wofür wusste niemand so genau, da selbst etliche Zeitlupen kein grobes Vergehen des Rückraumspielers erkennen ließen. Der DRHV zeigte sich davon zunächst noch unbeeindruckt, stellte kurzzeitig gar auf fünf Treffer Unterschied (21:16/40.). Gegen Mitte des zweiten Durchgangs begann das Jungandreas-Team jedoch einzubrechen. Binnen weniger Minuten warf sich Hagen auf einen Treffer heran (48.) und hatte zwei Zeigerumdrehungen später den Spielverlauf mit der ersten eigenen Führung gänzlich kopfgestellt (22:23/50.). Weil sich die eigenen Fehler häuften und vor dem gegnerischen Kasten rein gar nichts mehr ging, sollten sich die "Biber" davon auch nicht mehr erholen können. Unter dem Strich stand so eine äußerst unnötige 25:28-Niederlage.

SpiO