
Champions League Lille für Dortmund nur auf dem Papier leicht
Mit dem OSC Lille hat Borussia Dortmund im Achtelfinale der Champions League einen eher leichten Gegner zugelost bekommen - so könnte man jedenfalls meinen.
Schließlich hat das Team aus Nordfrankreich international bisher noch keine Bäume ausgerissen. Im Europapokal kamen "die Doggen" erst einmal über das Achtelfinale hinaus. In der vergangenen Saison reichte es in der Conference League für das Viertelfinale.
Siege in der Champions League gegen Real und Atletico
Wer sich jedoch die Ergebnisse der aktuellen Champions-League-Spielzeit anschaut, der wird sehen, dass es vielleicht doch nicht so einfach werden wird für den BVB. Denn in der Königsklasse besiegte der Olympique Sporting Club Real Madrid mit 1:0, feierte einen 3:1-Erfolg bei Atletico Madrid und holte gegen Juventus Turin beim 1:1 einen Punkt.
Zudem gab es unter anderem ein 2:1 beim FC Bologna und zum Abschluss ein sattes 6:1 gegen Feyenoord Rotterdam - das Team, das kurz zuvor noch den FC Bayern München mit 3:0 besiegt hatte.
Beim 1:2 beim FC Liverpool schlugen sich die Blau-Roten zudem wacker. Deshalb qualifizierte sich das Team auch direkt für das Achtelfinale - im Gegensatz zu den Dotmundern, die durch die Zwischenrunde mussten.
2021 noch französischer Meister
Lille ist zudem der einzige Klub, der in der französischen Ligue 1 in jüngster Zeit die Vorherrschaft von Paris Saint-Germain unterbrechen konnte. 2021 feierte der Klub unter Trainerfuchs Christophe Galtier und mit dem Toptorschützen Burak Yılmaz ("Bulle vom Bosporus") im Sturm überraschend die Meisterschaft.
Die Dortmunder spielen am Dienstag zunächst daheim gegen Lille (ab 21 Uhr in der Radio-Vollreportage und im Live-Ticker bei der Sportschau) und treten dann am Mittwoch (12.03.2025) im Stade Pierre Mauroy zum Rückspiel an.
Kovac mit Respekt: "Hartes Stück Arbeit"
Einer, der ganz genau weiß, was ihn erwartet, ist BVB-Trainer Niko Kovac. Als Coach der AS Monaco traf der Kroate in der Ligue 1 dreimal auf den LOSC - und konnte nie gewinnen.
"Ich kenne die französische Liga. Ich kenne OSC Lille. Ich weiß, welche Qualität in diesem Klub steckt seit Jahren. Als ich in Monaco war, sind sie Meister geworden", erinnert sich Kovac: "Das wird ein schwerer Brocken. Wir dürfen nicht denken, dass es zwei einfache Spiele werden, nur weil wir die Bundesligamannschaft sind. Im Gegenteil: Das wird ein hartes Stück Arbeit."
Klare Niederlage bei PSG
In der heimischen Liga ist Lille aktuell Fünfter und kämpft um einen Champions-League-Platz. Allerdings gab es am Wochenende eine klare 1:4-Niederlage beim Spitzenreiter PSG. Bereits zur Pause führte Paris mit 4:0, erst in der 80. Minute erzielte der eingewechselte Jonathan David den Ehrentreffer.
Es wäre in dieser Saison bereits mehr drin, würde sich das Team nicht immer unerklärliche Aussetzer leisten - wie beim 0:1 in Saint-Etienne und beim 1:2 gegen Le Havre. Beide Gegner waren zum Zeitpunkt der Spiele jeweils Tabellenletzter.
Prunkstück ist die Abwehr, David trifft und trifft
Prunkstück des Teams von Trainer Bruno Genesio ist die Abwehr. 27 Gegentore hat Lille in der Ligue 1 kassiert, nur Paris und Toulouse haben weniger Treffer einstecken müssen.

Vor Torwart Lucas Chevalier bilden Bafode Diakite, Alexsandro, Gabriel Gudmundsson und Thomas Meunier eine bärenstarke Viererkette, und im Mittelfeld zieht der Portugiese Andre Gomes die Fäden. Besonders im Auge haben sollten die Dortmunder den Star des Teams. Der kanadische Mittelstürmer Jonathan David hat 20 Tore in 36 Pflichtspielen gemacht und unter anderem auch gegen Real, Atletico, Liverpool und Juventus getroffen.
Wiedersehen mit Meunier
Rechtsverteidiger Meunier spielte von 2020 bis 2024 für die Borussia, bekannt in Dortmund ist auch Mitchel Bakker, der zwei Jahre für Bayer Leverkusen auflief. Ein Wiedersehen mit dem langjährigen Schalker Nabil Bentaleb wird es allerdings nicht geben.
Der ist nach seinem Herzstillstand im vergangenen Jahr zwar mittlerweile wieder dabei, aber nicht für die Champions League gemeldet. Auch im Kader steht Kylian Mbappes jüngerer Bruder Ethan, der in Lille allerdings noch auf seinen Durchbruch wartet.
Guirassy spielte schon unter Lille-Coach Bruno Genesio
Auf Dortmunder Seite gibt es für Serhou Guirassy ein Wiedersehen. Der Mann aus Guinea stand in der Saison 2015/16 in Lille unter Vertrag, konnte sich dort aber nicht durchsetzen und kam nur auf neun Einsätze. Besser für den Stürmer lief es einige Jahre später bei Stade Rennes. Guirassys damaliger Trainer: der heute Lille-Coach Bruno Genesio. Der Stürmer habe schon damals großes Potenzial gehabt, das aber nicht voll ausgeschöpft, erinnert sich der Trainer: "Bei Dortmund hat er diesen Schritt jetzt gemacht."