
WDR-Sport Weltcup-Finale - Werth wieder auf Titeljagd
Isabell Werth sieht sich beim Weltcupfinale in Basel bei der Jagd nach Titel Nummer sechs nicht als größte Sieganwärterin. Aussichtsreich gehen die deutschen Springreiter ins Rennen.
Isabell Werth hält nichts von Träumerei. "Ich bin unverbesserliche Optimistin, aber auch keine Spinnerin", sagt die Rekord-Olympiasiegerin gewohnt direkt.
Chancen auf ihren Titel Nummer sechs rechnet sich die erfolgreichste Dressurreiterin der Geschichte beim Weltcupfinale "gar nicht aus", so Werth, die Favoritenrolle schiebt sie Weltmeisterin Lottie Fry zu. "Ich hoffe, unter die Top Drei zu kommen. Das ist die Zielsetzung", meint Werth.
Titelkampf mit Britin Fry
In der St. Jakobshalle von Basel, wo ab Donnerstag (03.04.2025) die inoffizielle Hallen-WM ausgetragen wird, steht das Duell zwischen Ikone Werth (mit Quantaz), die den Weltcup 1992, 2007, 2017, 2018 und 2019 gewann, und der Olympiadritten Fry mit Spitzenpferd Glamourdale im Fokus.
Zunächst treten die beiden im Grand Prix am Freitag (13.30 Uhr) an, die Entscheidung fällt in der Kür am Samstag (19.30 Uhr). Weitere große Namen fehlen in der Startliste, einzig Titelverteidiger Patrick Kittel aus Schweden sticht heraus. Im Vorjahr hatten Werth und Quantaz den Titel wegen eines Patzers verpasst, Fry war vor der Kür wegen Blut am Maul ihres Everdale disqualifiziert worden. Im Olympia-Showdown von Paris sicherte sich Werth dann vor der Britin Silber.
"Übergangsjahr" für Bundestrainerin
Für Bundestrainerin Monica Theodorescu beginnt nach dem Renteneintritt von Deutschlands Zugpferd Dalera ein "Übergangsjahr". Denn ohne ihre Zauberstute rutschte Titelgarantin Jessica von Bredow-Werndl aus den Kadern der Dressur-Elite.
Das Team für die Europameisterschaften in Crozet/Frankreich und die WM 2026 in Aachen wird entsprechend neu geformt. Theodorescu rief den Konkurrenzkampf aus.
"Keine geschlossene Gesellschaft"
"Es wird ein interessantes Jahr und wir sind keine geschlossene Gesellschaft", sagte Theodorescu zuletzt: "Ich freue mich auf neue, interessante Paare." Denn, das betonte sie, die Zeit bis Aachen 2026 sei nach der EM (26. bis 31. August) "nicht mehr so lang".
In Basel nimmt Theodorescu Bianca Nowag-Aulenbrock (30) mit Florine und Carina Scholz (33) mit Tarantino unter die Lupe. "Sowohl Bianca als auch Carina sind super Reiterinnen", sagte Werth, schränkte mit Blick auf einen möglichen Platz in der Equipe aber ein: "Was sie brauchen, sind die passenden Pferde." Und aktuell hätten sie noch keine, die ein Ergebnis von 75 Prozent oder mehr in einer Prüfung liefern. "Da müssen wir dran arbeiten", meinte Werth.
Springreiter gut besetzt
Beim Weltcupfinale wollen auch die Springreiter an ihrer zuletzt schwachen Bilanz arbeiten. Den bislang letzten deutschen Sieg holte Daniel Deußer 2014. Dass nun mit Hans-Dieter Dreher, Marcus Ehning, Sophie Hinners, Mario Stevens und Richard Vogel gleich fünf Deutsche ins Rennen gehen, sieht Otto Becker als "Glück" an: "Wir sind reitermäßig sehr gut aufgestellt", lobte er. Klarer Favorit ist allerdings Titelverteidiger Henrik von Eckermann aus Schweden.