Alphonso Davies, Spieler des FC Bayern München

Nach Davies' Kreuzbandriss FC Bayern erwägt Klage gegen kanadischen Verband

Stand: 29.03.2025 13:50 Uhr

Wegen des Kreuzbandrisses von Alphonso Davies könnte dem kanadischen Fußballverband nun juristischer Ärger bevorstehen. Jan-Christian Dreesen drohte mit "juristischen Schritten".

Von BR24Sport

Das Erreichen großen Saisonziele des FC Bayern München ist durch die schwere Knieverletzung von Alphonso Davies deutlich schwieriger geworden. Nun erwägt der Verein eine Klage gegen den kanadischen Fußball-Verband. Der Abwehrspieler hatte jüngst in einem Länderspiel einen Kreuzbandriss erlitten und fällt mehrere Monate aus. "Wir fordern von Canada Soccer eine lückenlose Aufklärung der Abläufe und behalten uns juristische Schritte ausdrücklich vor", sagte Münchens Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen der "Bild".

Davies hatte sich im Spiel um Platz drei der Concacaf-Nations-League gegen die USA schon in den Anfangsminuten verletzt. Zunächst ging man nicht von einer schweren Blessur aus, der 24-Jährige reiste zurück nach München. Erst dort wurde der Kreuzbandriss im rechten Knie entdeckt.

Zum Artikel: Verletzungen beim FC Bayern: Wer ersetzt Davies und Upamecano?

Dreesen: "Klarer Verstoß gegen medizinische Sorgfaltspflicht"

Dass die schwere Verletzung in Kanada nicht diagnostiziert wurde, ist für Dreesen vollkommen unverständlich: "Einen offensichtlich verletzten Spieler mit einem angeschlagenen Knie ohne fundierte medizinische Abklärung auf einen zwölfstündigen Interkontinental-Flug zu schicken, ist aus unserer Sicht grob fahrlässig und ein klarer Verstoß gegen die medizinische Sorgfaltspflicht", erklärte Dreesen.

Doch nicht nur dieser Umstand sorgt für Ärger, auch dass der zuletzt formstarke Abwehrspieler überhaupt aufgestellt wurde, empört die Münchner. "Insgesamt ist der Einsatz von Davies, der vor dem Spiel schon muskuläre Beschwerden hatte, in einem sportlich unbedeutenden Spiel aus unserer Sicht in keinster Weise nachvollziehbar", sagte Dreesen.

Besonders bitter für die Bayern ist, dass neben Davies in den anstehenden Partien im Kampf um die Meisterschaft und die Champions League auch noch der ebenfalls nach einer Länderspielreise verletzte Verteidiger Dayot Upamecano ausfällt.

Kanadischer Fußball-Verband wehrt sich

Der kanadische Fußball-Verband hat sich gegen die Vorwürfe von Bayern München verteidigt. Man habe die "Umstände der Behandlung" weiter geprüft, teilte Verbandssprecher Paulo Senra in einem Statement gegenüber The Athletic mit: "Die medizinischen Unterlagen bestätigen, dass die Behandlungsprotokolle ordnungsgemäß eingehalten wurden."

Kanadas medizinisches Personal habe den FC Bayern "während des gesamten Turniers auf dem Laufenden" gehalten, sagte Senra. Man habe zudem inzwischen weitere Gespräche mit den Münchnern geführt, "um ihnen den Kontext und die Details zu erläutern und eventuelle Missverständnisse auszuräumen".

Davies-Berater: "Hätte nicht spielen dürfen"

Vor Dreesen hatte schon Davies-Berater Nedal Huoseh in einem Interview scharfe Kritik am kanadischen Verband geübt und Auswahltrainer Jesse Marsch vorgeworfen, seinen Kapitän unnötig in Verletzungsgefahr gebracht zu haben. "Er hätte im Freundschaftsspiel um Platz 3 gegen die USA nicht spielen dürfen. Ich war überrascht, dass er anfing, denn er hatte mitgeteilt, dass er nicht in der Lage sei, zu beginnen", sagte Huoseh in der "tz". Inzwischen habe er aber mehrfach mit Marsch gesprochen, schrieb Huoseh auf der Plattform X und meinte: "Ab jetzt wird sich jeder Beteiligte darauf konzentrieren, Phonzies Genesung höchste Priorität einzuräumen."

Bericht: Davies gab "grünes Licht" für den Einsatz

Laut einem Bericht von "The Athletic" habe Davies selbst grünes Licht für den Einsatz gegeben. Trainer Marsch hätte demnach vorgehabt, Davies tatsächlich zu schonen. Zudem gab es ein Statement des kanadischen Fußballverbandes, der betonte, Kanadas Trainer und das medizinische Personal seien "echte Profis und haben die Sicherheit und das Wohlbefinden der Spieler stets an erste Stelle gesetzt. Alles, was das Gegenteil behauptet, ist falsch".

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Quelle: BR24Sport im Radio 28.03.2025 - 09:55 Uhr