BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl

BVB-Krise Kehl kündigt vor Mainz-Spiel härtere Gangart an

Stand: 28.03.2025 14:45 Uhr

Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl kündigt wegen des enttäuschenden Saisonverlaufs beim BVB eine härtere Gangart an. Vor der Partie am Sonntag (17.30 Uhr) gegen Mainz ist der Druck bei den Dortmundern extrem hoch.

"Wir brauchen jetzt Männer, die Lust auf Herausforderungen haben, die angriffslustig sind und sich nicht verstecken. Das wollen die Fans sehen, das sind wir ihnen schuldig", sagte Kehl in einem Interview der "Ruhr Nachrichten".

"Wir werden ganz genau hinschauen, wer diesen Kurs mitgeht." Die Club-Chefs prüfen laut Kehl, "auf welche Spieler Borussia Dortmund auch in Zukunft bauen kann. Wer nimmt diese Situation jetzt an? Wer stellt sich auch in den Wind und wer übernimmt jetzt Verantwortung?"

Trainer Niko Kovac hingegen richtete den Fokus auf der Pressekonferenz auf die große Bedeutung der Partie gegen Mainz. "Mainz ist Dritter, das zeigt die Wichtigkeit der Partie. Wir müssen gewinnen, egal wie", so Kovac: "Was am Ende dabei rumkommt, das werden wir sehen. Wir müssen jetzt nicht auf die nächsten acht Spiele gucken, wir müssen das nächste am Wochenende gewinnen. Da ist der Fokus."

Teurer Dortmunder Kader, enttäuschende Bilanz

Laut Kehl stünden nicht nur für den Klub wichtige Wochen an, sondern auch für jeden einzelnen Spieler. Den Dortmundern droht erstmals seit 2015 das Verpassen der Champions League. Bei der Borussia könnte es im Sommer einen größeren Umbruch geben.

"In der Bundesliga auf Platz elf zu stehen, ist sehr, sehr unbefriedigend. Für unsere Fans, für den Club, für die Mannschaft und auch für mich persönlich", sagte der 45-Jährige.

Formschwäche bei Brandt, Gittens und Co.

Aus dem aktuellen Kader müssen sich alle Spieler angesprochen fühlen. Kein einziger hat in dieser Saison dauerhaft Leistung abgerufen, obwohl die Qualität zweifelsohne vorhanden ist. Das gilt für Julian Brandt, der nach dem Abschied von Marco Reus und Mats Hummels zu einem Gesicht des Klubs werden sollte und momentan ein Schatten seiner selbst ist. Das gilt für junge Wilde wie Jamie Gittens und Maximilian Beier genauso wie für Routiniers wie Pascal Groß, Emre Can oder Niklas Süle. 

Julian Brandt geht verletzt vom Platz.

Nicht konstant genug: Julian Brandt vom BVB

Kehl betonte, dass die Fußball-Profis um ihre Zukunft beim BVB spielen: "Unsere Mannschaft hat mehrfach für bittere Enttäuschung gesorgt. Sie ist für ganz andere Erwartungen und Ansprüche zusammengestellt. Wir haben einen der teuersten Kader der Bundesliga, und dem werden wir nicht gerecht."

Das große Problem: Im Sommer läuft keiner der mitunter sehr hoch dotierten Verträge aus, der dringend nötige Umbruch wird also schwierig zu moderieren und könnte viel Geld kosten. Gleichzeitig ist ein Szenario, in dem der Klub selbst die Conference League verpasst, durchaus realistisch. Das würde den BVB nicht unvorbereitet treffen, behauptet Kehl.

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Dortmunds Trainer Kovac - "Ich will die Spieler stärken"

Kovac will seine Akteure "stärken"

"Natürlich muss sich Sebastian darüber Gedanken machen, was im Sommer passiert", sagte Kovac angesprochen auf Kehls Aussagen bezüglich des bevorstehenden Umbruchs, "aber wir haben jetzt noch acht Spiele in der Bundesliga und hoffentlich noch mehr als zwei Champions-League-Spiele. Ich werde das hier jetzt nicht thematisieren, denn wir brauchen jeden einzelnen Spieler."

So war Kovac bemüht, Kehls fordernden Ton etwas abzuschwächen: "Jetzt geht es darum, dass wir unsere Spieler stärken - nochmal alles rauszukitzeln, was es gibt". Und doch weiß auch Kovac, dass personelle Veränderungen nach der Spielzeit wohl alternativlos sind. "Am Ende der Saison werden wir sehen, was nötig ist, um in der neuen Saison besser aufgestellt zu sein", so der 53-Jährige, der seit Anfang Februar im Amt ist und einen Vertrag mit Gültigkeit bis zum 30. Juni 2026 hat.

Wie geht es mit Kehl weiter?

Auch Kehl selbst gilt beim BVB trotz seiner Vertragsverlängerung im Januar als nicht ununmstritten. Laut "Sport Bild" ist Ralf Rangnick, derzeit Nationaltrainer Österreichs, für den Posten des Sportdirektors bei der Borussia im Gespräch und könnte Kehl im Sommer ersetzen.

Unsere Quellen:

  • Pressekonferenz des BVB am 28.03.2025
  • Ruhr-Nachrichten
  • Deutsche Presse-Agentur
  • Sport-Informations-Dienst
  • Sport Bild