Der Fußball-Trainer von Arminia Bielefeld, Mitch Kniat, reißt nach dem Einzug ins Finale des DFB-Pokals lachend die Arme hoch und streckt leicht die Zunge heraus.

buten un binnen Aus Blumenthal zur Bielefelder Pokal-Sensation: Coach Kniat im Rausch

Stand: 02.04.2025 16:36 Uhr

Mitch Kniat gelang der größte Coup seiner Karriere, er führte Arminia Bielefeld erstmals ins Finale des DFB-Pokals. Begonnen hatte sein Weg als Trainer in Bremen.

Von Petra Philippsen

Arminia Bielefeld gibt es schon fast 120 Jahre. Im Jahr 2025 steht der Fußball-Verein nun erstmals im DFB-Pokalfinale – als Drittligist. Erst am frühen Mittwochmorgen fielen wohl die letzten Spieler und Fans nach einer rauschenden Pokal-Party beseelt ins Bett.

Autokorsos hatten nach der größten deutschen Fußball-Sensation seit Jahren durch die Bielefelder Nacht gehupt, heisere Kehlen wollten kaum aufhören, "oh, wie ist das schön" und "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin" zu grölen.

"Mal mit Blumenthal gegen Schwachhausen gewonnen"

Fußballspieler von Arminia Bielefeld stürmen nach dem Einzug ins Pokal-Finale auf den Rasen.

Nach dem Abpfiff gab es auf der Bielefelder Alm kein Halten her: Die Arminia stürmt erstmals ins Pokal-Finale.

Und mittendrin im Bielefelder Rausch stand er: Michèl, genannt Mitch, Kniat, der Trainer der Arminia. Mit 2:1 den amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger Bayer Leverkusen besiegt – das durfte gefeiert werden: "Heute ist eine Ausnahme, wo ich auch mal ein halbes Bier trinke. Heute lassen wir mal fünfe gerade sein."

Mit Bielefeld hat Kniat als Trainer Geschichte geschrieben, in Bremen hatte er Fußball gespielt und 2017 seine Spielerkarriere beendet. Was das größere Highlight für ihn war, brauchte der 39-Jährige nicht lange zu überlegen.

Ich habe einmal mit Blumenthal gegen Schwachhausen gewonnen. Das war auch ganz gut. Aber ich glaube, das Pokal-Finale ist schon ein bisschen höher anzusiedeln.
(Bielefelds Trainer Mitch Kniat auf die Frage, ob das der größte Tag seiner Karriere sei)

Spielerkarriere endete in Bremen

Werder Bremen hatte Kniat im Viertelfinale aus dem Pokal gekickt und dabei seine Bremer Fußball-Vergangenheit ausgeblendet. Kniat stammt aus Eschweiler bei Aachen, als Fußballer war er nicht schlecht, doch für mehr als die Regionalliga hatte es nicht gereicht. Bei neun Vereinen hatte Kniat schon gekickt, als er 2012 nach Bremen und zum FC Oberneuland kam. Da der Klub aber in der laufenden Saison in die Insolvenz ging, wechselte er im Herbst 2013 zum Lokalrivalen Blumenthaler SV.

2016 und 2017 wurde Kniat mit Blumenthal jeweils Vizemeister der Bremen-Liga, diese 5. Liga gehört zur Oberliga-Spielklasse. Nach der Saison beendete er seine Spielerkarriere und da er bereits seit 2014 als Spielertrainer in Blumenthal aktiv war, fiel ihm der Wechsel in die reine Trainerrolle leicht.

Bisher hieß er in Bielefeld: "Kniat-Raus"

In der vergangenen Saison übernahm Kniat den Cheftrainer-Posten bei Arminia Bielefeld, das gerade den Abstieg in die 3. Liga hinter sich hatte. Einfach war der Start für ihn auf der Alm keineswegs. Der Druck und die Erwartungen an den schnellen Wiederaufstieg waren groß. Und die Rufe auf den Rängen dabei oft alles andere als freundlich. Kniat bekam viel Gegenwind, musste um seinen Job bangen.

Umso größer ist für nun die Erleichterung über den Pokal-Coup Denn die fiesen Rufe der Fans sind verstummt: "Die ersten sieben, acht Monate hatte ich hier einen Doppelnamen: Kniat-Raus. Heute und morgen interessiert das kein Schwein." Die Fans in Bielefeld dürften jetzt an einem neuen Spitznamen für ihren Pokal-Helden tüfteln.

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Dieses Thema im Programm:
Sportblitz, 2. April 2025, 18:06 Uhr